OpenGL wird 3.0

Im Bereich von 3D-Computerspielen geht eigentlich nichts an Microsofts DirectX vorbei. Zumindest auf der Windows-Plattform. Beharrlich weigert sich der Software-Gigant aus Redmond, diese hervorragende Spiele-API freizugeben oder wenigstens für andere Plattformen zu lizenzieren – kein Wunder: Endlich haben sie mal etwas richtig gemacht, und das wollen sie halt nicht teilen.

Darum müssen wir uns am Mac mit OpenGL abplagen, das vergleichsweise lahmarschig aussieht, träge ist und aufgrund der offenen Lizenz auch nur basisdemokratisch (und damit eigentlich nicht sinnvoll) weiterzuentwickeln ist. Doch OpenGL soll moderner werden: Die Khronos Group hat jetzt zusammen mit Spieleentwicklern und Grafikkartenherstellern die Spezifikationen für die Version 3.0 entwickelt und vorgestellt. Damit könnten endlich die Grafikprozessoren direkt angesteuert werden; gleichzeitig sei der Zugang zu den Kernfunktionen leichter geworden. Auch ältere Grafikhardware soll Vorteile daraus ziehen können.

Advertisements

0 thoughts on “OpenGL wird 3.0”

  1. don.redhorse says:

    “und aufgrund der offenen Lizenz auch nur basisdemokratisch (und damit eigentlich nicht sinnvoll) weiterzuentwickeln ist”

    nur weil die Lizenz offen ist heisst es nicht das es nicht sinnvoll weiterzuentwickeln ist. Man sieht ja bei Thunderbird und Firefox das OSS qualitativ sehr hochwertig sein kann, bzw. ist.

    Man darf die Geschichte von OpenGL nicht ausser Acht lassen und das es weniger eine Spiele API als Profiwerkzeug ist. D3D mag für Spiele optimal sein, bei ernsthaften Anwendungen findet man es aber nicht.

    Ob OpenGL 3.0 aber der Schuss sein wird bleibt abzuwarten, immerhin wird immer noch jede Menge altes Zeux aus alten Versionen mitgeschleppt..

  2. Gero Pflüger says:

    Du hast komplett Recht, dass es gute Beispiele für offene Software gibt. Der Nachteil ist jedoch tatsächlich per se, dass es in basisdemokratischen Systemen niemanden gibt (geben darf), der mal auf den Tisch haut und bestimmt: “So ist das jetzt!” Hier fehlt der “starke Mann”, wenn du so willst. Somit dauern Abstimmungsprozesse einfach erheblich länger, und gerade im 3D-Bereich, wo die Entwicklung auf galoppierenden Pferden vonstatten geht, sieht man das eben auch. Im Vergleich zu Direct3D kommt OpenGL darum auch wie eine hinkende Mähre daher.

    Weil ich hier eine demokratische Form mit einer nicht-demokratischen (“starker Mann” = Alleinherrscher, gleich welcher Form: König, Diktator oder US-Präsident) Form vergleiche, sei noch angemerkt: Ich halte die Demokratie für das beste staatspolitische Konzept, das je erdacht wurde. Bei Staaten geht es allerdings um das Wohl und Wehe von Völkern. Diese Art der Demokratie hat jedoch in der Wirtschaft nichts zu suchen. Da muss jemand den Hut aufhaben und schlussendlich auch verantwortlich sein für das Produkt, das er herstellt.

  3. Diet says:

    Man sollte vielleicht erwähnen, dass die OpenGL auch in der PS3 als Schnittstelle Verwendung findet und somit auch für Spiele gut einsetzbar ist. Einzig die Apple OpenGL Implementierung ist langsam wie sau, nicht OpenGL generell, wie hier im Artikel dargestellt.

Kommentare sind geschlossen

Advertisements