WoW – lange ist es her

Shadowmoon_Valley_Temple_of_Karabor_AD_026Es war einmal vor langer, langer Zeit…. da spielte ich Nacht um Nacht vor meinem Mac und führte mit meiner Zwergen-Priesterin viele Heldengruppen durch die düstersten Dungeons, über endlose Steppen und durch gefahrvolle Höhlen. Shandrial kämpfte sich über viele Jahre durch die World of Warcraft, durch “the Burning Crusade”, über “Wrath of the Lich King” bis zu einem kurzen Abstecher zum finalen “Cataclysm”.

Dazwischen lagen die eine oder andere Pause, eine Scheidung, zwei Kinder und viele, viele Stunden Online-Gaming. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wann ich mit WOW begonnen, wann eine Pause gemacht und wann “endgültig” aufgehört habe. Woran ich mich noch erinnere ist, dass mein erster Rechner mit dem ich WOW spielte ein Mac Mini G4 1.25Ghz war – es muss 2005 oder 2006 gewesen sein. 2007 war eine Pause, 2008 habe ich wieder aktiv gespielt und 2009 war zunächst vorbei. Da meine Priesterin Level 84 ist, muss ich irgendwann noch ein paar Monate von Cataclysm mitgenommen haben, aber da verschwimmen die Erinnerungen…

Vor kurzem trudelte dann mal wieder eine Mail von Blizzard in meiner Mailbox ein – mit 10 Gratis-Tagen für WOW, pünktlich zum Launch von Wallords of Draenor. Bis dahin wusste ich nicht einmal, dass Blizzard meinen Charakter immer noch nicht gelöscht hatte…

Lange Rede, kurzer Sinn: Battle.net-Launcher gestartet und 30GB-Download von WoW gestartet. 10 Minuten später kündigt der Launcher an, dass ich mit dem Spielen beginnen könnte.. WTF? Da steht was von Streamen und guter Dinge drücke ich mal auf “Start”. 10 Minuten später bin ich dann im Start-Menü und tatsächlich, da steht meine kleine Zwergen-Priesterin – bereit für neue Abenteuer in Azeroth. Theoretisch. Denn praktisch lässt sich WoW nicht per Stream spielen – trotz 100MBit Downstream. Die Ladezeiten sind einfach nur unerträglich. Schade.

Also über Nacht den Download angeworfen und am nächsten Tag kann es dann auch wirklich losgehen. Leider ist da dann auch schon der 1. Tag meiner kostenlosen 10.Tages-Flat wieder verflogen.

Endlich wieder daheim
WOW - DraenorDer Ladebildschirm verschwindet und ich finde mich mit Shandrial in Sturmwind wieder. Alles sieht aus wie früher – bis auf mein Benutzerinterface, welches viele neue Buttons hat und trotzdem fast leer ist. Klar, meine Add-ons von damals sind natürlich alle weg. Also muss es erst einmal mit dem Standard-Interface weitergehen. Immerhin läuft alles flüssig, dank Core-i7 – so flüssig lief WoW bei mir noch nie.

Jetzt erst einmal durchsteigen – leichter gesagt als getan. Ich verstehe nur noch Bahnhof. Kein Talent ist mehr so wie früher, alle Interfaces dazu sehen anders aus – ah, ich erkenne die Glyphen wieder, fast wie zu Hause 🙂

Auf nach Dreanor
Eine Stunde später habe ich wieder ein paar Fähigkeiten, Glyphen ausgerüstet, Equipment für Schaden und Heilung sortiert und es kann endlich los gehen. Auf in die Schlacht zu den Warlords. Aber Stop, wo sind die eigentlich? Ich habe keine Ahnung, auf der Weltkarte kann ich nichts finden und zum Fragen bin ich dann doch zu stolz. Also muss Herr Google mal wieder herhalten. In Sturmwind, im Schloss, da soll ein Portal sein – das finde sogar ich. Aber Pustekuchen, da ist nichts. Und nun?

Weiter gegoogelt – aha, ich muss erst eine Quest in den verwüsteten Landen – am dunklen Portal. Da sattle ich doch umgehend meinen Greifen und fliege los. Kaum angekommen stürze ich mich ins Portal und finde – nichts. Irgendwas hat da nicht geklappt. Nachlesen…. Ah, ich hätte VOR dem Tor eine Quest machen sollen. Na gut. Leider komme ich durch das Portal nicht mehr raus. Also teleportiere ich mich wieder nach Sturmwind und fliege wieder zurück.

Aber vor dem Portal ist leider keine Quest, nichts zu finden. Frust. Langsam vergeht mir die Lust. Ich melde mich zur Ablenkung für eine Random-Instanz an und lande im geschmolzenen Kern. Als Heilerin – ups. Das wurde eine schmerzhafte Reise für meine Kollegen, denn die Tastenkombis saßen noch nicht wirklich wieder gut.

Immer noch zu stolz nach dem Weg zu fragen, setze ich mich in ein Schiff und fahre nach Pandaria – da war ich schließlich auch noch nie. Die Reise mit dem Schiff ist flott und ich stürze mich mitten in die Schlacht. Das macht auch wirklich Laune und der nächste Abend geht recht schnell vorbei.

Es ist wirklich vorbei
Einige Stunden später erkenne ich, dass ich ganz schön einsam bin. WOW ohne Gilde, ohne Teamspeak, das ist nicht mein Ding. Das Questen wird sehr schnell wieder sehr eintönig und Instanzen mit Fremden durchzurushen kann mich auf Dauer auch nicht befriedigen.

Ja, irgendwie hat WOW immer noch seinen Reiz, aber ich müsste wieder komplett einsteigen um wirklich Spaß dabei zu haben – und ich bin nicht mehr gewillt diesen Zeitaufwand auf mich zu nehmen – diese Jahre sind vorbei.

Also lehne ich mich gemütlich zurück, setze mich an die Hearthstone-Theke und geniesse noch ein paar Runden Kartengezocke mit den mir so wohlbehalten Gesichtern aus der Welt von Warcraft.

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