Crimson: Steam Pirates

Titel: Crimson: Steam Pirates
getestet für: iPhone
Testversion: 1.2.0
Inhaltsverzeichnis
1 – Worum es geht
2 – Steampunk in der Parallelwelt
3 – Taktik des Schiffskampfs
4 – Der Rest vom Fest
5 – Fazit
6 – Screenshots
7 – In-Game-Video
8 – Infobox
9 – Alternativen

Worum es geht

Wir schreiben das Jahr 1888. Angetrieben von Areium-haltiger Kohle pflügen mächtige Dampfschiffe durch die Karibik und ebenfalls dampfbetriebene Kampfluftschiffe beherrschen den Himmel. Neben dem britischen Empire streiten sich Franzosen und die Konföderierten Südstaaten um den Reichtum der Inseln. Denn hier gibt es die größten bekannten Areium-Vorkommen der Erde. Mittendrin mischt eine Schar Piraten kräftig mit. Und ihr seid einer davon.

Steampunk in der Parallelwelt

Als Bungie Aerospace zusammen mit Harebrained Schemes Ende 2011 Crimson: Steam Pirates in den App Store brachten, da machten sie gleich Nägel mit Köpfen: Rund um die rundenbasierte Seekriegstaktik wurde ein knackiges Steampunk-Szenario entworfen. Zu bewundern ist das kleine Meisterwerk auf den Harebrained Schemes-Seiten.

Ihr spielt die Karriere des Thomas Blood nach. Nachdem er versuchte, Königin Victoria an ihrem 60 jährigen Thronjubiläum zu ermorden, wird er in die Karibik deportiert. Natürlich kann Thomas fliehen und beginnt eine Laufbahn als praktizierender Pirat. Dabei erzählt das Spiel keine durchgängige Geschichte wie in Sid Meiers Pirates!, sondern in Form kurzer Episoden, den sogenannten Voyages (Reisen). Lose verbunden werden die einzelnen Karten durch unterhaltsame Texttafeln.

Dabei begegnen wir allerhand historischen Gestalten, von Mata Hari (die 1888 allerdings eigentlich erst 12 Jahre alt war), über Jules Verne bis zu Nikola Tesla, die uns auf den Reisen begleiten.

Crimson 1Gespielt wird wie gesagt rundenbasiert: Ihr bekommt eine Aufgabe samt kurzer Einführungsgeschichte und landet mit eurem Schiff oder eurer Flotte direkt am Ort des Geschehens. Dort steuert ihr die Schiffe auf elegante Weise über das Meer. Ihr legt nämlich Bewegungsrichtung und -länge fest, indem ihr das Steuerrad des jeweiligen Schiffes auf die gewünschte Position zieht. Per Tip auf des Rad könnt ihr noch eine Spezialaktion wie Reparatur des Schiffes oder besonders weite Schüsse festlegen. Tippt ihr auf den Schiffsumriss, könnt ihr die Reichweite eurer Waffen checken und berührt ihr das Schiff direkt, gibt es diverse Infos über die Schiffsausrüstung, den Zustand oder die Crew.

Taktik des Schiffskampfs

Habt ihr alle Befehle gegeben und alle Informationen gesammelt, tippt ihr auf Play und die Befehle der Runde werden abgearbeitet. Aber nicht nur eure sondern natürlich auch die eurer Widersacher. Und so kann es durchaus passieren, dass ein gegnerisches Schiff eines deiner Schiffe rammt, abdrängt und auf einen anderen Kurs schickt. Was es dann in der nächsten Runde nach Möglichkeit zu korrigieren gilt. Die Bewegung der Schiffe ist nämlich relativ träge, ganz wie im richtigen Leben. Und je größer der Pott ist, desto schwieriger ist das Navigieren auf kleinem Raum. Und außerdem gilt es mit den größeren Schiffen natürlich Untiefen zu meiden, sonst sitzt das gute Stück als Wrack auf dem Riff. Zusätzlich werden beim Erreichen bestimmter Situationen gescriptete Ereignisse ausgelöst. So kommt etwa Verstärkung angedampft oder euer schön geplanter Angriff wird durch das Einstreuen eines neuen Missionszieles umgekrempelt.

Crimson 2Ein weitere wichtiger Baustein sind die an Bord befindlichen Offiziere. Denn jeder von ihnen hat eine oder mehrere Spezialfähigkeiten. Ingenieure etwa können Schäden im Kampf reparieren oder dem Kahn kurzfristig zu einer höheren Geschwindigkeit verhelfen. Oder ihr könnt mittels einer Spezialfähigkeit gegnerische Schiffe entern. Beim Entern kommt es auf die zweite Spezialität an: den Kampfwert. Der Enterkampf wir nämlich auch ganz ohne Schwertkampfaction ausgetragen. Es gibt bis zu drei Slots in die ihr eure Offiziere verteilen könnt. Ist euer Kampfwert höher als der des Gegners, gewinnt ihr den Slot. Gewinnt ihr alle besetzen Slots habt ihr das Schiff erfolgreich geentert. Gemeinerweise sieht man vorher nicht, wie der Gegner seine Truppen verteilt hat, so dass es ein kleines Ratespiel ist. Aber zur Not startet man eben einen zweiten Enterversuch.

Sind alle gegebenen Befehle abgearbeitet und alle Gefechte ausgetragen, beginnt die nächste Runde. Die Seegefechte sind zu Anfang harmlos einfach, aber nach einigen Reisen muss man schon einen guten Plan haben, will man erfolgreich sein. Denn sobald auch nur eines der eigenen Schiffe sinkt, ist die Reise beendet und das Spiel verloren. Obendrein gibt es noch eine Punktewertung am Ende der Reise, die euch zeigt, wie effektiv ihr die gestellten Aufgaben erledigt habt.

Der Rest vom Fest

Crimson: Steam Pirates bietet drei Bücher mit jeweils acht Reisen, wobei in der kostenlosen iPad-Version nur die ersten acht Reisen enthalten sind. Die kostenpflichtige iPhone-Variante enthält bereits die ersten 16 Reisen, hier muss man nur die letzten acht per In-App-Kauf erwerben, wenn man die ganze Geschichte sehen will. Neben diesem Storymodus gibt es auch noch einen kleinen Multiplayerteil:

Hier treten zwei Spieler an einem iOS-Gerät gegeneinander an. Es gibt zwei Spielmodi. In dem ersten beschützt der eine Spieler ein bestimmtes Schiff und der andere versucht es zu zerstören. In der zweiten Variante treten die Kontrahenten mit zwei identischen Flotten gegeneinander an. Zunächst gilt es, möglichst viele schiffbrüchige Besatzungsmitglieder aus dem Meer zu fischen, um dann mit Hilfe der so gesammelten Spezialfähigkeiten den Gegner vom Wasser zu fegen. Beides funktioniert wie gesagt nur lokal, indem man ein Gerät hin und her reicht.

Die Grafik von Crimson: Steam Pirates ist nicht weltbewegend, tut aber auch nicht weh. Die Schiffe und Forts sind mit kleinen Anleihen an den so beliebten Comicstil gezeichnet und die Texttafeln der Zwischensequenzen sind mit sepiafarbigen Bildern der Protagonisten verziert. Ähnliches gilt für den Sound, eine schmissige Musikschleife verströmt etwas Filmflair und dazu gibt es noch die zum jeweiligen Geschehen passenden Soundeffekte. Leider ist das Spiel nicht lokalisiert, so dass ihr des Englischen mächtig sein solltet.

Fazit

Crimson: Steam Pirates ist eine kleine Perle. Die rundenbasierten Kämpfe sind teilweise taktisch richtig anspruchsvoll und die Story ist wirklich gut. Der Held muss durch einige ziemlich schräge Abenteuer gelotst werden und das Szenario ist fein ausgearbeitet. Leider gibt es aber schon seit längerem keine weiteren Bücher. So ist es zwar ein großes Vergnügen, Thomas Blood auf seinen Abenteuern zu leiten, aber auch ein relativ kurzes. 

Und ganz ehrlich: Trotz Punkterangliste ist des Überraschungsmoment der Geschichte natürlich nach dem ersten Durchspielen weg und so sinkt auch die Motivation, es noch einmal zu spielen. Außer man ist vergesslich und kramt das Spiel – so wie ich – nach beinahe zwei Jahren mal wieder raus. Dann macht es wieder Spaß. Der Mehrspielerpart ist leider nur rudimentär, es fehlen mehr Herausforderungen (diese sind zwar angekündigt, aber bisher nicht erschienen) und die Möglichkeit des Onlinespiels.

Screenshots

In-Game-Video

Infobox

Name: Crimson: Steam Pirates

getestete Version: 1.2.0

Altersempfehlung: 12 (iTunes)

Mindestvoraussetzungen: iOS 4.3

empfohlene Voraussetzungen: iPhone, iPad, iPod touch

macinplay-Testsystem: iPhone 5

Bugs: keine gefunden

Positiv: tolle Geschichte, clevere Steuerung, taktische Kämpfe

Negativ: kurze Spielzeit, schon lange keine Updates mehr, getrennte iPhone- und iPad-Versionen

Bezugsquellen: App Store*

Folgekosten: Die ganze Geschichte gibt es nur, wenn man die letzten Kapitel dazu kauft.

Werbung: keine

App Store

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Alternativen

Ohne Piraten, aber mit fetten Kampfschiffen und ebenfalls rundenweisen Kämpfen gibt es Leviathan: Warships für iOS

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Auf Steam auch für Macs zu haben: Klick mich

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