4×4 Evolution 2

Über sandige Strände, durch verzweigte Wälder oder mit Vollgas in abgelegenen Gegenden rumbrettern: das Leben eines 4×4 Off-Road Fahrers.

In 4×4 Evolution 2 schlüpfst du als Spieler in die Rolle eines solchen Berufssportlers. Insgesamt werden rund 30 Strecken angeboten, die sich in unterschiedlichsten Landschaften abspielen. Im Angebot sind Strände, Wüstenareale bis hin zu Regenwäldern oder verschneiten Gegenden. Die Vielfalt dieser Umgebungen ist groß und regt den Forscherdrang an. Das Spiel an sich teilt sich in mehrer Modi ein, wobei sich die Ziele jeweils sehr unterschiedlich gestalten.

Der „Karriere“-Modus ist der Kern von 4×4 Evolution 2. Indem man Rennen gegen Computerfahrer gewinnt, wird Geld verdient, was sich wiederum in neue Wagen investieren lässt. Wer seinem Forscherdrang nachgeben möchte, kann die Umgebung im Modus „Frei Bewegen“ entdecken. Durch die Liebe zum Detail sind die Ausflüge nicht nur sinnvoll, sondern auch spannend. Immer wieder finden sich zuvor unentdeckte Kleinigkeiten, die die Strecken realistischer machen und die den Blick des Spielers während der Rennen schnell abschweifen lassen. Ein ähnlicher Modus fehlte im ersten Teil gänzlich – schön zu sehen, dass Terminal Reality, der Entwickler, auf das Feedback seiner Spielerschaft gehört und dieses Feature eingebaut hat.

Falls du außerhalb deiner Star-Karriere einmal eine Strecke im Konkurrenzkampf erforschen willst, steht hierzu „Schnelles Rennen“ zur Auswahl. Ein weiterer Modus ist die „Rekordjagd“. Hier geht es darum, eine Strecke in möglichst kurzer Zeit abzufahren. Natürlich kann man in diesem Fall auch immer wieder seine eigenen Rekorde übertreffen, was schnell zum besseren Kennlernen und sichereren Befahren der Strecken führt.

Neben der Vielfalt der Umgebungen wurden im zweiten Teile eine ganze Reihe neuer Wagen eingeführt. So stehen Autos der Marken Chevrolet, Jeep, Mitsubishi, Toyota und einiger anderer Hersteller zur Verfügung.

Die Rennen im Detail
Hat man sich einmal für einen Modus entschieden, steht noch die Frage nach einem Wagen und nach der Strecke zur Diskussion. Auch auf das Wetter und die Tageszeit lässt sich Einfluss nehmen. Wer sich etwas mit Autos auskennt, kann auch Detail-Einstellungen wie Haftung, Drehmoment, Verhältnis der Achsen und Reifenprofil verändern. Ist dies getan, geht es direkt weiter auf die Strecke. Dort gibt es drei Kameraperspektiven zur Auswahl: innen, außen und Vogelperspektive.

Realistisch wie kein anderer
Der Entwickler von 4×4 Evolution 2 ist bereits durch Titel wie Fly! oder dessen Nachfolger dafür bekannt geworden, Feuerwerke an Effekten auf den Bildschirm zu zaubern und eine so realistische Grafik darzustellen, dass es einem schnell die Sprache verschlägt. In 4×4 Evolution 2 zeigt sich die Professionalität von Terminal Reality recht deutlich, denn optisch ist dieses Spiel wirklich gigantisch. Die Sonne strahlt ständig auf den Wagen und abhängig von der Position im Spiel werden dann auch Schatten berechnet. Beim Fahren wird Staub aufgewirbelt, welcher einem schnell die Sicht auf die Vordermänner versperrt – aber 4×4 Evo 2 bietet noch vieles mehr. Auch am Straßenrand finden sich viele Kleinigkeiten, auf die die Entwickler mit größter Sorgfalt achteten. Hier gibt es z. B. Fässer, die herumrollen, auf der Straße befindliche Baumstämme, matschige Pfützen oder Vögel, stellenweise sogar Flugzeuge, die den Himmel zieren.

Diese Grafik hat leider auch einen nicht unwesentlichen Haken: Die Performance leidet stark. Mal davon abgesehen, dass die Engine wirklich ausgereift ist und außergewöhnliche Arbeit leistet, scheint die Optimierung nicht wirklich gelungen zu sein. Auf einem Cube mit ATI Rage 128 Pro mussten die Details und die Auflösung heruntergeschaltet werden, um eine akzeptable Spielgeschwindigkeit zu erlangen. Danach machte das Spielen deutlich weniger Spaß, weil die Umgebung sehr karg und nicht wirklich ansprechend war. Auf einem iMac G4 mit Geforce 2 MX traten ähnliche Probleme nicht auf. Leider trifft das auch nur auf die Mac OS 9-Version zu, denn die Optimierung der Carbon-Version von 4×4 Evolution 2 ist noch einen Schritt schlechter als die der Version für das klassische Mac OS. Selbst auf einem Dual-1 Ghz G4 mit Geforce 4 MX eignete sich 4×4 Evolution 2 unter Mac OS X mit höchster Auflösung und allen Details nur noch zur Dia-Show. Aussagen des Herstellers zu Folge ist ein Patch, der diese Mängel behebt, nicht in Aussicht.

Nichts ist vollkommen – auch 4×4 Evolution 2 nicht
Auch wenn an der Grafik insgesamt kaum etwas auszusetzen ist und an Details nicht gespart wurde, gibt es am Spiel selbst doch ein paar Dinge zu beanstanden. So wurde wie schon im ersten Teil ein Schadensmodell komplett weggelassen. Jegliche Beschädigungen am Wagen sind daher nicht möglich. Auch mit Kollisionen hat 4×4 große Probleme. Stößt man mal ganz sanft an einen Baum, kann es passieren, dass der Wagen herumgeschleudert wird. Fährt man aber mal mit 120 Sachen gegen einen gegnerischen Fahrer, passiert oft fast nichts. Solche Fehler dürfen in aktuellen Autorennen einfach nicht mehr passieren.

Zwar ist es erfreulich, dass man sehr tief gehende Einstellungen wie Verhältnis der Achsen, Reifenproil, Haftung und Drehmoment einstellen kann, leider haben diese kaum Auswirkungen auf das endgültige Fahrverhalten. Selbst bei extremen Veränderungen fährt sich der Wagen meist nur minimal anders. Es ist schön, dass man sich die Arbeit machte, diese Dinge zu integrieren, allerdings sieht es eher so aus, als ob in der Mitte der Entwicklung aufgehört wurde und uns das Ergebnis jetzt so vorgelegt wird.

Einige Störfaktoren aus dem ersten Teil des Spiels wurden gleich mit übernommen – etwa der langweilig vor sich hin dröhnende Motorensound, das unübersichtliche Multiplayer-Interface oder auch die unrelistische Möglichkeit in der Physikengine, auch steilste Hänge zu erklimmen. Dafür hat man wenigstens die dusseligen Filmausschnitte und Fotos weggelassen, die fast jeden Evo-1-Spieler haben um Gnade bitten lassen. Sehr witzig ist auch, dass unter der Auswahl des Grafik-Renderers neben OpenGL auch noch Direct3D zu finden ist – diesen Renderer gibt es für den Macintosh überhaupt nicht.

Neben beschriebenen Problemen ist 4×4 Evolution 2 auch noch von Übersetzungsproblemen geplagt, was heutzutage nicht mehr der Fall sein dürfte. Die Lokalisierung sieht an vielen Stellen übereilt aus und lässt sich stellenweise nicht auf eine wirklich professionelle Arbeit zurückführen. Zum Beispiel die Position im Spiel, also die Platzierung, die man gerade inne hat, wurde mit „Ort“ übersetzt. Dadurch entsteht die Ansicht, dass es sich um den geografischen Ort im Spiel handeln würde, was aber keinesfalls gemeint ist.

Fazit:

Optisch ist 4×4 Evolution 2 ohne Frage traumhaft. Vorausgesetzt man will nicht auf älteren G3- oder G4-Rechnern unter Mac OS X spielen, macht dieses Rennspiel viel Laune und schafft es, stundenlang zu unterhalten. Zum Featureset der ersten Version kamen vor allem die neuen Abenteuer-Missionen hinzu, welche eine erfreuliche Addition darstellen. Insgesamt ist es etwas schade, das der Entwickler nicht mehr Arbeit in die Optimierung der Mac-Version gesteckt hat, aber auch in 4×4 Evolution 2 selbst gibt es einige Schwierigkeiten, die auf eine etwas übereilte Veröffentlichung hindeuten lassen. Wer Rennspiele mag, nichts gegen 4×4 Offroad-Racing hat und einen schnellen Mac OS 9-Mac sein eigen nennt, sollte hier unbedingt zugreifen.

Ingmar Wenz

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop.

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