American McGee's Alice

Bei einer verheerenden Brandkatastrophe werden die Eltern von Alice getötet und völlig in sich zurück gezogen wird Alice in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert. Keiner ahnt, dass sie in ihren Träumen ins Wunderland zurück gekehrt ist, das gar nicht mehr wundervoll und friedlich ist. Die rote Königin hat das Land versklavt und verbreitet Angst und Schrecken. Die letzte Chance für die Bewohner des Wunderlandes ist Alice.

Nur eines vorweg: Alice ist kein niedliches Hüpf- und Sammelspiel für kleine Kinder, sondern ein ziemliches skurriles Actionadventure mit schaurigen Teilgeschichte, deshalb auch die Altersbeschränkung ab 16 Jahre. Nichtsdestotrotz ist ElectronicArts sehr nahe an der Romanvorlage geblieben, nur das Wunderland ist kein allzu schöner Ort mehr. Die Aufgabe von Alice ist es nun, die rote Königin zu vernichten, da anscheinend sie für die Grauen verantwortlich ist.

Wer sich fragt, wer „American McGee“ ist: das ist ein in der Branche ziemlich bekannter Leveldesigner. Entsprechend ansehnlich sind die Level dann auch gestaltet.

Gesteuert wird Alice mit den Pfeiltasten und der Maus, wie man es teilweise aus der Tomb Raider-Reihe und Ego-Shootern kennt. Auch die Kameraperspektive ist ähnlich wie bei Lara, man sieht Alice überwiegend von hinten, ansonsten wären die vielen Geschicklichkeitseinlagen während des Spiels auch viel schwerer zu meistern. Überhaupt bietet Alice eine gute Mischung aus Action und Rätsel lösen. Der Schwierigkeitsgrad dabei ist sehr unterschiedlich, manche Gegner sind unheimlich schwer, andere dagegen sehr leicht und auch die Rätsel können mal sehr leicht sein, ein anderes Mal bleibt einem nur der Blick zur Lösungshilfe.

Auf ihrer Reise durchs Wunderland begegnet Alice den unterschiedlichsten Personen und Kreaturen, nur wenige davon sind uns freundlich gesonnen, weshalb wir zum Spielzeug (= Waffen) greifen und Alice diese Gegner aus dem Weg räumen lassen. Unter anderem begegnet Alice gefräßigen Pilzen, kleinen Teufeln und Robotern. Mit den vorhanden Waffen wie Cricket-Schläger, Muskete, Hasenbomben oder Spielkarten lassen diese sich aber in die ewigen Jagdgründe befördern. Nur die Endgegner haben es in sich und sind verdammt schwer.

Neben dem Kämpfen liegt das Augenmerk auch auf dem Lösen von Rätseln und im Finden von neuen Wegen durch den Level. Nicht selten wird hierbei auch wahre Tastenakrobatik verlangt. Die meisten der Aufgaben sind ehr leicht gestaltet, es gibt aber auch einige Aufgaben, die recht hart sind oder Wege, die man schwer findet. Die Mischung zwischen Denken und Kämpfen ist aber äußerst gut gelungen und wird niemals langweilig.

Alice verwendet eine verbesserte Quake3-Engine, um das Bild auf den Bildschirm zu bringen, die Hardwareanforderungen sind recht hoch, die Grafik wird aber selbst Grafikfreaks gefallen. Der hohe Detailgrad und die genaue Architektur der Gebäude und Landschaften verlangt der Grafikkarte einiges ab. Aber auch auf schwächeren System ist Alice ein Vergnügen. Besonders gut gelungen sind die Lichteffekte und die Wasseroberflächen mit ihren Spiegelungen.

Ebenfalls entscheidend für die Spielatmosphäre ist die Musik und die Geräuschkulisse und auch hier ist Alice nicht zu kurz gekommen. Für den Soundtrack wurde Chris Vrenne verpflichtet und die Musik passt extrem gut zu Alice und ist gut auf die jeweilige Situation abgestimmt. Die Sprecher sind deutlich und in ihren Stimmen hört man auch Anteilnahme, nicht wie in manch anderen Spielen, wo jemand nur vom Blatt abliest. Die übrigen Soundeffekte kommen einem vage bekannt vor, wenn man zum Beispiel Tomb Raider gespielt hat.

Die Hardwareanforderungen von Alice sind daher auch recht hoch, aber auch auf schwächeren Systemen bekommt man noch viel zu sehen. Um die Performance zu steigern sollte man bei älteren Grafikkarten unbedingt in 16 Bit spielen und nicht in 32 Bit. Rundum kann man sagen: Alice ist sehr gelungen. Das einzige was stört ist die etwas überflüssige Grinsekatze. Sie gibt zwar wertvolle Hinweise und führt die Story weiter, aber wenn man wirklich Hilfe braucht hilft sie wenig. Außerdem ist es schade, dass Alice recht schnell durchgespielt ist, es stehen zwar vier Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, aber über Mittel wird der Normalspieler nicht hinauskommen. Und mit geschätzten 16 Stunden Spielzeit kommt man nicht lange hin.

Fazit:

Es ist erstaunlich wie nah American McGee’s Alice an der Romanvorlage bleibt, trotz des gegensätzlichen Genres. Will man in den Genuss aller Details kommen braucht man natürlich die entsprechende Hardware. Für Action- und Rätsel-freudige Spieler sollte Alice auf jeden Fall unter dem Weihnachtsbaum liegen, aber Vorsicht an die Hardcore-Spieler, denn die werden viel zu schnell fertig sein.

Felix Gelpke

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop.

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