Battlefield 1942 (Preview)

Auch zwei Jahre, nachdem Battlefield 1942 für den PC veröffentlicht wurde, zählt es zu den beliebtesten Online-Spielen. Obwohl es niemand für möglich hielt und der Original-Entwickler nicht unbedingt dem Mac zugeneigt schien, kündigte Application Systems Heidelberg vor Kurzem an, Battlefield im zweiten oder dritten Quartal 2004 für den Mac zu veröffentlichen.

Battlefield 1942 heimste so viele Auszeichnungen ein, dass bereits an Nachfolgern gearbeitet wird. Außerdem gibt es Konsolen-Versionen von Battlefield. Schnell fragt man sich: Was macht dieses Spiel so populär?

Als erstes sind hier die Schauplätze zu nennen. Die Zeit ist die des zweiten Weltkriegs und dementsprechend konnten die Karten überall auf der Welt verteilt werden. Letztlich wurden sie in West- und Ost-Europa, in Nordafrika und im Südpazifik platziert. Berühmte Kämpfe wie die in Berlin, in Stalingrad oder am Omaha Beach können hier nachgespielt werden. Die Karten sind riesig, sodass darauf bis zu 64 Spieler unterwegs sein können, ohne sich in die Quere zu kommen.

Gespielt wird hier entweder auf der Seite der Russen, Engländer, Amerikaner, Japaner oder der Deutschen. Das Spielprinzip ist so schlicht wie durchdacht: Es gibt zwei Teams, die zwölf Stützpunkte einnehmen müssen, die auf der Karte verteilt sind. In den Stützpunkten gibt es neben einem Geschütz auch Munition und die Möglichkeit, sich zu verarzten. Wichtig ist dabei, dass es ein Konto an Leben gibt. Wenn einer stirbt, wird dem Team ein Leben abgezogen. Das Team nimmt also erheblichen Schaden, wenn es ein paar Neulinge gibt, die sich noch nicht richtig im Spiel zurechtfinden. Dieses Prinzip hat auch zur Folge, dass die Teammitglieder zur ständigen Zusammenarbeit angehalten sind – wer sich nicht gegenseitig unterstützt, verliert.

Ein weiterer Aspekt, der in Battlefield sehr gut umgesetzt wurde, ist das Klassensystem. Wie in manchen anderen Shootern auch muss man zu Beginn eine Klasse auswählen. Jede Klasse hat verschiedene Waffen und Fähigkeiten. So heilt man als Sanitäter seine Mitspieler, koordiniert als Pionier Angriffe der Artillerie mit dem eigenen Funkgerät, geht als Panzerfaustschütze auf Panzer-Jagd und ist als Ingenieur auch Sprengmeister und Mechaniker, der jedwedes Fahrzeug reparieren kann. Zu guter Letzt gibt es noch den schlichten Soldaten, der ein Gewehr und Granaten bei sich trägt. Das mag nicht ungewöhnlich klingen, trotzdem ist dieses die ausgeglichenste Klasse: Der Soldat kann andere Soldaten angreifen, aber auch Flugzeuge und für die Panzer hat man Granaten. Kein anderer kann sich so effektiv gegen jegliche Art von Gegner wehren. Fahrzeuge und Geschütze kann jeder bedienen, unabhängig von der Klasse.

Und damit sind wir auch schon bei einem weiteren Aspekt, der Battlefield so beliebt machte: den Fahrzeugen. Insgesamt stehen 34 Fahrzeuge zur Auswahl, darunter Flugzeuge, Panzer, Jeeps und Schiffe. Bei den Flugzeugen gibt es sowohl Bomber als auch Jäger. Bei den Schiffen gibt es U-Boote, Kreuzer und Flugzeugträger. Wer andere transportieren will, schnappt sich entweder ein Landungsboot oder einen Lastwagen, wobei auch hier unterschiedliche Modelle zur Verfügung stehen. Ob man Schlachten zu Land, zu Wasser oder in der Luft bestreiten will, Grenzen sind kaum gesetzt. Ein Vorteil von Battlefield ist die Bedienung der Fahrzeuge. Ob Schiff, Flugzeug oder Panzer, alle lassen sich bedienen wie der normale Soldat. Ein Panzer ist dann zwar schwerfälliger als ein wendiger Jeep, aber an der Steuerung ändert sich nichts. Dies macht das Benutzen der Fahrzeuge umso eingängiger und unterhaltsamer und bindet die Fahrzeuge besser in das Spiel ein, als es andere Shootern tun.

Battlefield 1942 kann zwar nicht von sich behaupten, grafisch mit Spielen wie Unreal Tournament 2004 konkurrieren zu können. Trotzdem ist das Geschehen realistisch und lässt einen schnell in das Spiel eintauchen. Die Grafik passt gut zur Dynamik des Spiels. Dementsprechend niedrig sind auch die Anforderungen. Dem Verleger ASH zufolge wird ein 700 MHz G3 mit einer 32 MB-Grafikkarte und einem DVD-Laufwerk völlig ausreichen. Auch Spieler mit nicht ganz aktuellen Macs dürften also auf ihre Kosten kommen.

Ein letzter positiver Aspekt von Battlefield sind die Mods. Vor allem Desert Combat ist auf dem PC ungemein beliebt. Der Entwickler kündigte bereits an, dass die PC-Mods auch auf dem Mac benutzbar sein werden. Zudem lässt sich das Spiel im Internet mit Spielern vom PC spielen, sodass kaum Langeweile aufkommen dürfte. Sollte jetzt jemand überlegen, sich Battlefield für den Einzelspieler-Modus zuzulegen, dann sollte er es lieber gleich lassen. Battlefield macht unheimlich viel Freude, wenn man es mit anderen Menschen spielt, mit dem Computer ist es nicht halb so unterhaltsam und sein Geld nicht wert.

Battlefield 1942 wird in der „Deluxe“-Version ausgeliefert, was bedeutet, dass das Add-On „The Road to Rome“ gleich mit dabei ist.

Fazit:

Battlefield 1942 zeichnet sich nicht dadurch aus, dass es ein im zweiter Weltkrieg spielender Ego-Shooter ist. Ganz konkret lässt sich auf nichts deuten, was Battlefield außergewöhnlich macht. Letztendlich ist es die Perfektion: Das Klassen-System ist nicht neu, wurde aber nur selten so gut umgesetzt wie hier. Fahrzeuge und ihre einfache Benutzung kennt man von anderen Spielen, doch nur selten gibt es so viele und nur selten kann man zu Wasser, zu Land und in der Luft spielen. Auch die Grafik ist nicht außergewöhnlich, passt aber gut zum Spiel. Insgesamt gesehen gibt es kaum einen Shooter, der an diesen Spielspaß herankommt. Auf die Mac-Version kann man sich deswegen ganz besonders freuen.

Ingmar Wenz

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Produkt im macinplay-Shop.

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