Commandos: Battle Pack

Mit dem „Commandos: Battle Pack“ von Feral kauft der geneigte Strategiefan gleich zwei Spiele aus der Commandos-Reihe. Los geht es mit dem eigentlich zweiten Teil der Reihe, „Men of Courage„. Der dritte Teil mit dem Namen „Destination Berlin“ folgt sogleich, nur auf den ersten und eigentlich besten Teil müssen wir weiterhin verzichten. Alle Spiele der Commandos-Reihe richten sich in erster Linie an Spieler die gerne taktisch vorgehen, Routen planen und im richtigen Moment zuschlagen.

Die Commandos sind eine bunt zusammengewürfelte Truppe von Elitesoldaten, jeder hat sein Spezialgebiet. Anführer der Einheit ist der Green Beret, ein exzellenter Nahkämpfer mit Faust, Messer oder Gewehr. Noch besser mit dem Gewehr umgehen kann natürlich der Scharfschütze. Der Taucher fühlt sich besonders im Wasser wohl und kann mit einer Harpune kämpfen oder Schiffsminen entschärfen. Ähnliche Aufgaben hat der Pionier, der Landminen entschärfen kann oder Stolperfallen für Patrouillen aufstellt. Der Dieb und der Spion dagegen wollen vor allem unentdeckt bleiben und sind Meister der Tarnung, Ablenkung und dem Verschwinden lassen von Gegenständen direkt vor des Gegners Nase. Damit wäre das Team auch schon fast komplett, fehlen nur die einzigen zwei Protagonisten mit Namen: Natasha, ebenfalls eine Spionin und Whisky, ein Hund.

Commandos 2

Die Schauplätze der Missionen des zweiten Teils sind sehr vielfältig, unter anderem spielt man in Indien, auf Pazifikinseln, in Paris und im kalten Norden. Die Aufträge sind dabei ganz verschieden, so muss man beispielsweise die Enigma von einem U-Boot stehlen, dass gerade in einer Werft liegt. Andernorts gilt es Widerstandsgruppen zu befreien und ihnen bei ihrem Kampf behilflich zu sein. Letztendlich soll man so viele Informationen beschaffen und die Deutschen an wichtigen Positionen schwächen, sodass sie den Krieg verlieren. Dabei agieren die Commandos aber immer alleine oder in kleinen Teams hinter feindlichen Linien. Wer einfach los läuft und der Meinung ist die Mission einzig und alleine mit Waffengewalt lösen zu können, wird enttäuscht werden.

Geschicktes Vorgehen und Einsatz aller Spezialfähigkeiten ist gefragt, so beobachtet man die Wachen und deren Gesichtsfeld einige Minuten lang um dann im richtigen Moment los zu laufen oder kriechen. Dann kann sich der Green Beret zum Beispiel eingraben und im nächsten günstigen Moment den Rest der Distanz zurück legen. Steht man erst einmal hinter dem Gegner kann man ihn bewusstlos schlagen, knebeln und in eine dunkle Ecke tragen. Aber wehe, wenn beim knebeln eine andere Wache zu nahe kommt und das Geschehen sieht, zum Glück kann ich jederzeit speichern und laden. Von Schnell-laden und -speichern wird man ausgiebig gebrauch machen müssen, einige Situationen lassen sich nur mit zahlreichen Versuchen meistern.

Insgesamt spielt sich der zweite Teil der Reihe sehr schön, man hat in jeder Mission soviel Zeit wie man will. Gibt es Missionen in denen beispielsweise größere Truppenverbände auftauchen sollen, so ruft man diese erst nach allen Vorbereitungen über einen speziellen Knopf im Interface. Es herrscht also keine Hektik, man kann jede Mission in einer Stunde oder aber auch in 4 Stunden lösen, dass macht nur bei der Endwertung einen Unterschied. Der Schwierigkeitsgrad ist recht knackig, aber hat man sich an das Spielprinzip gewöhnt, geht es recht gut von der Hand. Größere Probleme bereitet da die Steuerung, um das Auswendiglernen der vielen Tastaturkommandos bin ich nicht herum gekommen. Da fällt das fehlende gedruckte Handbuch dann doch negativ auf, zumindest ein gedrucktes Tastaturlayout wäre für den Preis drin gewesen.

Spielen tut man das Ganze aus einer isometrischen Ansicht, die man in 90 Grad Schritten drehen kann. Die Hintergründe sind allesamt vorgerendert und sehr schön anzuschauen. Auch wenn sie bei näherer Betrachtung dann doch recht pixelig wirken. Insgesamt zaubert die Engine ein glaubwürdiges und in sich schlüssiges Bild auf den Monitor, die Hardwareanforderungen sind zudem sehr moderat gehalten, sodass auch ältere Rechner Commandos 2 spielen können. Betritt man ein Gebäude wechselt das Spiel in eine Pseudo 3D-Ansicht die frei drehbar ist und leider extrem pixelig geraten ist. Hier fällt das Spielen deutlich schwerer, vor allem weil man Details schlecht erkennen kann und oft genug auch gar nicht sieht wo man hingeht.

Aus den Lautsprechern kommt leider etwas zu wenig für meinen Geschmack, ab und an hörte ich mal ein Vogelgezwitscher oder andere Geräusche des Waldes oder der Stadt. Aber insgesamt bleibt es eben sehr sehr still, was irgendwo zu einem Spiel um verdeckte Operationen auch passt, aber nach dem Spielen weiß nicht einmal ich, ob die Autos jetzt Fahrgeräusche hatten oder nicht. Die Synchronisation der Commandos ist auf dem üblichen Niveau deutscher Sprecher, den Dieb versteht man aber beispielsweise gar nicht, weil viel zu leise aufgenommen oder abgespielt wurde.

Commandos 3

Viele Dinge sind beim dritten Teil gleich geblieben, zum Beispiel die Commandos als Spielpersonen. Vieles wollte man verbessern und am Ende kamen leider auch viele Verschlimmbesserungen dabei heraus. Als allererstes wären da die Fähigkeiten der Commandos zu nennen. Nicht alles was im zweiten Teil noch ging, geht auch im dritten Teil, so ist der Spieler deutlich stärker auf den Pfad gezwungen, denn sich die Programmier ausgedacht haben.

Auch das Missionsdesign ist stark verändert worden, so gibt es nun drei Kampagnen die ich in beliebiger Reihenfolge spielen kann. Um deutlich mehr Action in die Missionen zu bringen gibt es jetzt sehr viele Zeitlimits, welche die Missionen unnötig schwer machen oder sehr stark verkürzen. In der ersten Stalingrad Mission beispielsweise muss man einen Scharfschützen töten, der Film „Enemy at the Gates“ lässt grüßen. Die gesamte Missionen konnte ich in zwei oder drei Minuten lösen. Insgesamt gibt es zwölf Missionen, im zweiten Teil waren es noch 10 Missionen plus weitere Bonusmissionen, an denen ich aber deutlich länger gespielt habe.

Saß ich im zweiten Teil einmal fest, konnte ich mich auch durchaus in die Freiheit schießen. Das wurde zwar am Ende einer Mission nicht belohnt, aber bevor ich eine an sich gut gelaufene Missionen noch mal neu spielen musste, war es die bessere Option. Beim dritten Teil geht das nicht mehr, so bald der erste Schuss fällt laufen alle Wachen zusammen und schießen die Commandos zusammen, keine Chance für mich da wieder rauszukommen. Auch ansonsten wurde der Schwierigkeitsgrad noch einmal angehoben oder die Missionen künstlich erschwert, so sehe ich beispielsweise nicht mehr wie laut meine Schritte zu hören sind.

Grafisch hat man auch einen Rückschritt gemacht und die Auflösung auf 800×600 reduziert und wie es scheint wurden auch sämtliche Farbpaletten aus dem Spiel entfernt. Die Spielumgebung erscheint meistens ausschließlich in grauen und braunen Farben, die Spielermodelle gleichen sich wie ein Ei dem Anderen und auch das Interface wurde komplett neugestaltet. Zusammen mit einem größeren Interface und einer kleineren Auflösung ergibt sich auch ein wesentlich kleineres Spielfenster, unter dem vor allem die Übersicht leidet. Innenräume haben jetzt eine echte 3D-Engine verpasst bekommen, die ganz gut aussieht aber eben auch durch gleiche Modelle und langweilige Farben kaum Stimmung aufkommen lässt. Zum Ton bleibt auch beim dritten Teil nicht viel mehr zu sagen.

Fazit:

Das „Commandos Battle Pack“ lohnt sich für Spieler, die gerne Knobeln und nicht so schnell aufgeben, hat man erst einmal Zugang zum Spiel gefunden, kommt man so schnell nicht mehr davon los. Wie im Fluge verging die Zeit bei einigen Missionen aus dem zweiten Teil, während der dritte Teil oft frustrierend ist. Für langen Spielspaß ist also gesorgt, aber Commandos ist kein Spiel für Zwischendurch. In diesem Sinne möchte ich abschließend sagen: Der zweite Teil war wirklich sehr spannend und motivierend, warum konnte der dritte Teil nicht auch so sein?

Felix Gelpke

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Produkt im macinplay-Shop.

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