Findet Nemo

Nemo ist ein Clownfisch, der an seinem ersten Schultag von einem Taucher gefangen wird. Sein Vater Marlin sucht nun zusammen mit Dorie, einem ziemlich vergesslichen Fisch, nach seinem Sohn, um ihn vor dem sicheren Tod zu retten. In diesem Abenteuer müssen Nemo und Marlin einige Rätsel lösen und kleine Minispiele gewinnen. Klar, am Ende findet Marlin Nemo.

Kennst du den Film „Findet Nemo“? Nein? Schade. Pixar Animations hat hier wieder ein Glanzstück abgeliefert – den Film kann ich uneingeschränkt empfehlen. Aber hier geht es leider um das Spiel „Findet Nemo“. Nach dem ewigen Erfolgsrezept („Kopiere die Geschichte, nimm ein paar Filmausschnitte, etwas Interaktion und verdiene Geld“) muss wohl auch diese Spiel entstanden sein.

Die Geschichte des Films ist bekanntlich schnell erzählt. Also gilt es einige Hürden einzubauen, damit das Abenteuer nicht ganz so schnell vorbei ist.

Die „Schwimmanleitung“ beschreibt recht ausführlich die einzelnen Hindernisse, ähem, ich meine natürlich die tollen Rätsel und Minispiele. Ohne diese Beschreibung ist es auch nicht immer einfach. Meine Testperson, Cedric, gerade 6 Jahre alt und damit drei Jahre älter als das empfohlene Einstiegsalter, hatte anfangs seine Probleme aus dem gesunkenen U-Boot zu entrinnen. Nachdem er eine halbe Stunde geduldig probiert hatte, lautete sein treffender Kommentar: „Papa, das Spiel ist bescheuert.“

Ok, ok, ich muss dringend etwas gegen diesen Umgangston unternehmen, aber eigentlich hat er doch recht. Beim Seeteufel, das ist der Fisch mit der Lampe, musste ich ihm noch etwas helfen, weil er dann doch Schwierigkeiten hatte die Aufgabe alleine zu lösen. Der Fisch soll Dorie leuchten, damit sie den Schriftzug (die Adresse in Sydney) auf einer vom Entführer verlorenen Taucherbrille lesen kann. Also schwimmt man wie besoffen um Dorie herum und irgendwann klappt es eben.

Anschließend konnte ich meinen Kleinen kaum bremsen. Das Hüpfen über die Quallen und die anschließende Sause durch den OAS (Ostaustralischen Strom) waren dann doch eher kleine Geschicklichkeitsaufgaben. Mein Sohn ritt also auf einer Euphoriewelle: „Papa, das Spiel ist cool.“

Neben Marlin und Dories Reiseaktivitäten darf auch Nemo im Aquarium einige Aufgaben lösen. Hier ist es ähnlich: Ist der Anfang erstmal geschafft, so kommt man ziemlich schnell zum Abflussrohr (bitte erklärt euren Kindern bzw. kleinen Geschwistern, dass in Deutschland kein einziges Abflussrohr ins Meer führt – in den Staaten sollen so schon etliche Clownfische ihr Leben in der Kanalisation gelassen haben).

Hatte ich schon erzählt? Zwischen den Interaktionen gibt es immer wieder Filmausschnitte, oder war es umgekehrt? Na, egal. Meine Lieblingsszene im Film ist übrigens die im Hafen von Sydney. Dorie und Marlin liegen auf dem Steg, und überall schwirren Möwen umher und kreischen „meins, meins, meins …“.

Die Grafik des Spiels ist nicht besonders, vor allem die Filmausschnitte sehen übel aus, die Farben nett in harten, kantigen Abstufungen.

Ich frage mich ernsthaft, warum das Spiel erst knapp 600 MB auf die Platte kopiert – die Installation dauert ewig, also lenkt Eure Kids einen Moment ab, sonst gibt es Stunk – und dann doch ständig auf die CD zugreift.

Fazit:

Sehen wir es einmal positiv: Das Spiel ist nicht sehr teuer und es ist allemal besser als einen echten Clownfisch zu Weihnachten zu verschenken. Was tut man nicht sonst alles für einen Blödsinn für seine kleinen Racker. Und es garantiert zumindestens, dass man seine Kids für zwei Stunden nicht sieht – nicht mehr und nicht weniger.

„Findet Nemo“ ist nicht anspruchsvoll, eben eine kurzweilige Unterhaltung. Garantiert ist sicher eins: Recht schnell wird es in der Ecke verstauben. Es ist etwas ambitioniert, es bereits für Dreijährige zu empfehlen.

Die Steuerung ist im Prinzip einfach, man sollte aber dringend Exposé in den Systemeinstellungen ab Mac OS X 10.3 „Panther“ ausschalten, das könnte den Nachwuchs sonst irritieren, wenn plötzlich das Spiel entschwindet, nur weil der Mauspfeil in irgendeiner Ecke ruht oder der falsche Knopf gedrückt wird.

Ulf Hauf

Verfügbarkeit

Zu haben ist Findet Nemo im macinplay-Shop oder bei Amazon.

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