Marvel Heroes 2015

Titel: Marvel Heroes 2015
getestet für: Mac
Testversion: 1.15
Inhaltsverzeichnis
1 – Worum geht’s?
2 – Die Helden sind los
3 – Dirty sexy money
4– Die Technik
5 – Fazit
6 – Screenshots
7 – In-Game-Video
8 – Infobox
9 – Alternativen

Worum Geht’s?

„Diablo meets Superheroes“, so lässt sich das Konzept von Marvel Heroes 2015 zusammenfassen. Dabei setzten die Macher von Gazillion auf das Free to Play Modell und finanzieren das Spiel mittels In-App Käufen.

Wie das aussieht, wie es sich spielt und ob das Konzept funktioniert haben wir ausgiebig getestet.

Die Helden sind los

Es grüßen die Guardiens Of The Galaxy

Es grüßen die Guardiens Of The Galaxy

Hat man den Client, immerhin gut 15 GB schwer, erstmal auf die Festplatte gewuchtet und einen Account erstellt kann es losgehen. Zunächst gilt es sich einen Helden auszusuchen: Meine Wahl fiel auf Hawkeye, den Pfeile verschiessenden Avenger mit dem losen Mundwerk. Gut, sein Kostüm ist von der Farbwahl grenzwertig, aber ich mag den Kerl.

Nach dem Spielstart findet man sich im Avengers Tower wieder und bekommt gleich den ersten Auftrag: Es gilt einen Banküberfall mit Geiselnahme zu beenden. Also ab durchs Portal und hinein ins Getümmel.

Menschen, die schon einmal ein Action-RPG gespielt haben, werden sich gleich wie zuhause fühlen. Linksklick um zu laufen und für den Standart Angriff, Rechtsklick für die bevorzugte Spezialattacke und auf den Tasten A bis H kann man weniger oft gebrauchte Fähigkeiten ablegen. Dazu dann noch zwei Anzeigen für Lebensergie (rot) und Spezialkraft (blau), hier nicht Mana, sondern Motivation genannt. Und das war es dann.

Die erste Mission führt in das Spiel ein und bringt schnelle Erfolgserlebnisse, gleich die erste Beute eingesackt und schnell ist auch der erste Levelaufstieg geschafft.

Mit jedem neuen Level darf man zwei Punkte auf die drei Fertigkeitsbäume des Helden verteilen und die gefundenen Gegenstände kann man behalten und benutzen, beim nächsten Händler verkaufen oder spenden. Mit jeder Spende wird dann der Händler etwas besser und verkauft nach und nach bessere Waren. Eine nette Idee um die sonst so übliche Goldschwemme zu umgehen.

Ich kämpfe mich Hawkeye durch eine bunte Welt voller Schurken und anderen Helden mit denen man zusammenarbeiten kann, es ist ja schliesslich ein Online Multiplayer Action RPG das wir hier spielen. Man muss es aber nicht. Gerade am Anfang ist fast unmöglich zu sterben, selbst bei den Bossgegnern muss man sich schon Mühe geben um ein Leben zu verlieren. Wobei sterben hier nur bedeutet das man am letzten Spawnpunkt wieder erweckt wird, andere Konzequenzen hat es nicht. Der Schwierigkeitsgrad ändert sich aber im Laufe des Spieles – versprochen.

Die Story folgt dem übliche Marvel-Strickmuster: Dr. Doom versucht mal wieder die Weltherrschaft an sich zu reissen und die versammelte Heldenschar muss ihn daran hindern. Das Spiel fährt dabei alles auf was das Marvel-Universum zu bieten hat. Ob Avengers, x-Men oder Guardians of the Galaxy, es gibt momentan 38 Helden aus denen man wählen kann.

Wenn man nicht zu sehr trödelt hat man die Story in knapp 20 Stunden einmal durchgespielt und, wie aus anderen Genrevertretern bekannt, kann dann in einem höheren Schwierigkeitsgrad von vorne beginnen. Es gibt allerdings auch jeden Menge Nebenquests, kurze Abstecher um weitere Beute zu sammeln. Alternativ kann man sich, den nötigen Level vorausgesetzt, auch in spannende PvP Kämpfe stürzen.

Familie Hulk

Familie Hulk

Oder man kauft sich einen zweiten Helden aus dem reichhaltigen Fundus und geniesst das Spektakel ein weiteres Mal. Diesmal zum Beispiel als Hulk. Damit bleibt das Spiel zwar das Gleiche aber der Spielstil ändert sich gravierend. Als echter Nahkämpfer wird der Hulk nämlich mit jedem Treffer den er anbringt immer stärker. Wie im echten Leben zieht er seine Kraft aus der Wut, die in ihm aufsteigt. Also kein elegantes Ausweichen und Pfeile aus der Ferne schiessen, sondern brutaler, schwitziger Nahkampf ist angesagt.

Lustig ist das man sein Inventar behält, auch wenn man den Helden wechselt. Aber natürlich kann Hulk mit dem tollen Bogen, den Hawkeye gefunden hat, nichts anfangen. Der Loot ist im Multiplayer übrigens für jeden Spieler individuell, so das das sogenannte Ninjalooten wegfällt und man meist Sachen findet die der aktuelle Held auch benutzen kann.

Auch die durch Spenden freigeschalteten Händlerupgrades und Craftrezepte bleiben erhalten.

„Alle für einen, einer für alle“ ist eben das Heldenmotto.

Dirty sexy money

Ihr habt es sicherlich gelesen: „Oder man kauft sich einen zweiten Helden“. Jetzt schlucken einige leidgeprüfte Spieler sicher erst einmal und atmen einmal ganz tief ein. Denn das Free to play Modell hat, gerade durch einige Exzesse im Bereich des Mobile Gamings, nun wirklich nicht den besten Ruf. Auch wir haben die Abzocke durch teure In-App Käufe oft genug kritisiert.

Marvel Heroes 2015 erfreut uns mit sage und schreibe 11 verschiedenen In-Game Währungen die für alles mögliche benutzt werden können.

11 Währungen, wie vor dem Euro

11 Währungen, wie vor dem Euro

Man kann seinen Helden mit exklusiven Kostümen ausrüsten, sich spezielle Items kaufen oder sich einen automatisch mitkämpfenden Begleiter zuzulegen. Aber ich kann euch beruhigen, nichts von alledem ist wirklich Spielentscheidend. Und ausser den „G“s der Masterwährung sozusagen, kann man alles im Spiel finden. Und das tut man auch.

Nachdem ich die erste Runde durchgespielt hatte, was bei mir knapp 18 Stunden reine Spielzeit verschlang, hatte ich schon genügend „Ewigkeitssplitter“ zusammen um mir einen zweiten Helden oder wahlweise einen Begleiter zuzulegen.

Selbst das Einloggen wird jeden Tag mit einem kleinen oder auch größeren Geschenk belohnt. So das außer den Kostümen, die rein kosmetisch sind, und die auch, wenn auch sehr selten, droppen sollen, es eigentlich keinen Grund gibt sich für echtes Geld Spielwährung zu kaufen.

Ausser vielleicht den immer zu engen Platz im Beutelager, aber auch das kriegt man hin. Aber natürlich spricht auch nichts dagegen sich ein kleines Paket im Shop zu gönnnen, und sei es nur als „Spende“ an die Entwickler.

Ich hätte da von Anfang an kein Problem gehabt, da uns der Entwickler mit einem reichhaltigen Presse-Code ausgestattet hat. Auf dessen Einlösung ich aber natürlich zunächst verzichtet habe, um zu sehen wie es so spielt ohne viel Geld auszugeben.

Die Technik

Das Spiel basiert auf der Unreal Engine und macht wirklich ziemlich viel her. Selten waren Feuerbälle schöner oder zahlreicher auf meinem Mac.

Kleine Gegner

Kleine Gegner

Und es ist oft sehr viel los auf dem Bildschirm. Spezialangriffe der Helden und Bösewichte sind grafisch opulent in Szenen gesetzt und animiert. Die Welt ist bunt, es tummeln sich massenhaft Gegner und Zivilisten in den Strassen und wer will kann große Teile der Umgebung in Trümmer schiessen. Oder einfach nur Autos auf die Feinde werfen. Was sogar ziemlich effektiv ist, da die geworfenen Wagen natürlich effektvoll explodieren. Besiegte Gegner lassen Geld, Gegenstände und verschiedenfarbige Orbs fallen. Die etwa Lebensenergie zurückbringen wenn sie rot sind, oder einfach mehr Erfahrungspunkte geben wenn sie grün sind. Ratet was die blauen für eine Wirkung haben? Geld und Orbs werden durch einfaches drüber laufen eingesammelt. Items muss man aktiv anklicken um sie in sein Inventar zu beamen.

Das führt hin und wieder dazu das auf dem Bildschirm schon ein bisschen viel los ist und man leicht den Überblick verliert. Besonders wenn größerer Heldengruppen gemeinsam in die Schlacht ziehen.

Dabei läuft das Spiel fast immer flüssig, jedenfalls auf meinem, allerdings auch relativ üppigen, Testsystem. Nur gelegentlich gab es leichte Hänger, die vermutlich aber wohl mehr der Serververbindung geschuldet waren. Und hier und da funktioniert die Wegfindung der Begleiter nicht so richtig gut, Aber eigentlich nichts was man nicht auch von anderen Spielen kennt, die dem Beta-Stadium schon lange entwachsen sind.

Auch der Sound ist gut gemacht, neben den Kampfgeräuschen gibt es eine gelungene Hintergrundmusik und immer mal wieder einen flotten Spruch des Helden. Da ist der Pool allerdings begrenzt, und wenn man Pech hat hört man den gleichen auch schon mal drei Mal hintereinander.

Was leider nicht geht ist die Steuerung via Gamepad, man ist schon auf Maus und Tastatur angewiesen. Die Steuerung ist aber unkompliziert und so werden nur echte Padfreaks diese Eingabemöglichkeit vermissen.

Die Meldung des Grauens

Die Meldung des Grauens

Offiziell ist der Mac Client noch als Beta, also in der Entwicklung, geführt. Dafür läuft er schon ausgesprochen rund. Bis ich mich einmal nicht mehr einloggen konnte weil ein .ini File angeblich nicht gefunden werden konnte. Das ist in der jetzt gut zweiwöchigen Testphase zwei Mal passiert. Geholfen hat mir ein simpler Neustart des Macs. So einfach kann es manchmal sein.

Eingedeutscht ist das Spiel auch, jedenfalls teilweise. Leider ist es mehr ein Durcheinander deutscher und englischer Bildschirmtexte und Sprachausgaben als eine wirklich Synchronisation.

Aber die Updaterate ist hoch. Beinahe wöchentlich erscheint ein neuer Patch der Fehler behebt und neue Inhalte bringt. So das es auch an dieser Stelle Hoffnung auf Besserung gibt.

Fazit

Ihr sucht ein schnelles Action RPG und habt nichts gegen eine bunte Comic Welt? Es soll nicht allzu kompliziert sein und sich auch mal für einen kurzes zocken zwischendurch eignen? Dann seit ihr bei Marvel Heroes 2015 richtig.

Es ist nicht so das ich nicht auch mal ein paar Stunden am Stück gespielt habe. Ehrlich gesagt ist das sogar öfter als einmal passiert. Aber 15 Minuten mal kurz ein paar Schurken flachlegen geht mit dem Spiel auch sehr gut. Wer will kann einige Zeit als Handwerker mit dem Craft System verbringen (aber echte Crafter werden wohl schnell an die Grenzen stoßen), oder ab und an einmal einen neuen Helden ausprobieren. Wenn man mehrere Helden im Einsatz hat kann man sogar Synergien nutzen um sich zu verbessern. Es gibt also nicht nur einfache Action, sondern auch einiges zu tüfteln.

Dabei sieht es gut aus, und bietet ein faires Geschäftsmodell da man auch ohne echtes Geld in die Hand zu nehmen ohne Einschränkungen spielen kann.

Ich habe viele viele Stunden mit Diablo 2 verbracht und bin bei Torchlight tief in die Gewölbe vorgedrungen aber wenn ich jetzt ein Action RPG spielen möchte dann starte ich Marvel Heroes 2015.

Von meiner Seite also ein klarer Downloadtipp!

Screenshots

In-Game-Video

Infobox

Name: Marvel Heroes 2015

getestete Version: 1.15

Altersempfehlung: Keine Einstufung

Mindestvoraussetzungen: Intel Core 2 Duo, Grafikkarte mit 512 MB, 4 GB RAM, OSX 10.8, Breitband Internetverbindung

empfohlene Voraussetzungen: – Intel Quad Core (i5, i7), Grafikkarte mit 2 GB, 8 GB RAM, OSX 10.9

macinplay-Testsystem: iMac 27“, Intel i7 3,5 GHz, NVIDIA GeForce GTX 780M mit 4 GB, 24 GB RAM, OSX 10.9.5

Bugs: Programm startet manchmal nicht, kleine Probleme in der Wegfindung der Bots, seltene Hänger in der Serververbindung

Positiv: Faires Free to Play Model, schnelles Gameplay, gute Grafik, massenhaft Inhalt und Helden, häufige Updates

Negativ: Noch einige Bugs, hohe Hardwareanforderungen, Übersetzung unvollständig

Bezugsquellen: Marvel Heroes 2015 gibt es direkt bei Gazillion

oder über Steam:

Folgekosten: optionale In Game Käufe (IAPs)

Werbung: für die IAPs

Alternativen

Diablo 3 musste beim Erscheinen einiges an Kritik einstecken, aber trotzdem ist es wohl das beliebteste Spiel des Genres. Als Box-Version könnt ihr es zum Beispiel im macinplay Shop bei Amazon kaufen.

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