Meistertrainer Saison 2000/2001

Ich mag ja eigentlich Fußballmanager. Wirklich. Anno 1989 habe ich schon Stunden mit wachsender Begeisterung am Amiga mit dem ersten Bundesligamanager verbracht, ganz zu schweigen von einem Fußballmanager auf dem 64er (den Titel habe ich leider vergessen). Und jetzt gibt es endlich auch einen Manager für den Mac, super.

Die Vorbereitung
Die auf der Packung abgedruckten Systemanforderungen sind auch recht moderat, das ist ein Fall für meinen PowerMac 5400/180 (es wird ja langsam schwer, neue Programme zu finden, die auf der Kiste noch laufen). Also, schnell installieren, schon mit 8 MB kann man loslegen. Für die Vollinstallation müssen hingegen rund 550 MB freigeschaufelt werden. Die Ladevorgänge bei der Vollinstallation sind allerdings auf dem Testrechner nicht spürbar schneller. Jeder Spielstand braucht übrigens noch einmal 17,7 MB (!!!) dazu, schluck Glücklich können sich die G4-Besitzer schätzen, da sich auf der CD noch eine Spezialversion für G4s befindet. Leider habe ich keinen G4…

Der Start
Doppelklick und Hmm, nette Hintergrundbilder, schön bunter Text. Ich will dann mal eine Saison starten. Optionen, Spielername usw. einstellen klappt recht unkompliziert und nach mehreren Menüs darf ich dann auch anfangen. Der Ladebalken für die erste Database bewegt sich recht schnell, dann kommt der zweite Ladebalken, der dritte und es werden immer noch neue Sachen geladen nach fast zehn Minuten kann ich dann anfangen zu spielen. Alle, die nicht mindestens 96 MB RAM in ihrem Mac haben, müssen den Virtuellen Speicher auf mindestens 96 MB setzen, sonst war der ganze Ladevorgang umsonst, da es nach einigen Minuten des Wartens einen Absturz mit einer kryptischen Fehlermeldung gibt. Auf dem Testmac brachte eine Erhöhung des Virtuellen Speichers auf 128 MB übrigens keine spürbare Beschleunigung gegenüber 96 MB. Und Vorsicht! Die Installation des Meistertrainers darf offensichtlich nicht auf eine andere Festplatte verschoben werden, da sich das Spiel danach nicht mehr starten lässt! Windows lässt grüßen… Um den vollen Umfang des Spiels zu genießen, das heißt alle verfügbaren Ligen in allen Ländern werden mitsimuliert, braucht man schon 512 MB RAM (und wahrscheinlich die G4-Version auf dem entsprechenden Supermac).

Das Spiel
Du kennst alle Spieler “deines” Vereins, die Stärken und die Schwächen? Nein? Dann solltest du anfangen, dir die Namen und Fähigkeiten der Spieler genau einzuprägen, damit die Aufstellung nicht in die Hose geht. Wer war noch der Rechtsfüßler, der nicht auf der linken Seite spielen sollte? Xy ist eigentlich defensiver Mittelfeldspieler, aber der Verteidigungswert ist viel höher als bei Verteidiger Yz An Einstellmöglichkeiten mangelt es nicht, auch wenn diese teilweise umständlich implementiert sind. Auch mit der recht guten Anleitung ist es nicht gerade einfach, die ganzen Menüs zu finden. Und wenn man sie einmal gefunden hat sie auch wieder zu finden. Hmm, wo stelle ich noch mal den Trainingsplan für Spieler Xyz auf? Und wo war doch gleich die Transferliste?

Ansonsten gibt es die Möglichkeit für jeden einzelnen Spieler das Training individuell festzulegen, Co-Trainer einzustellen und während des Spiels kann man in einen Pausenmodus wechseln, um Auswechslungen und Taktikänderungen vorzunehmen. Laut Packungstext soll man sogar gegen Schiedsrichterentscheidungen Beschwerde beim DFB einlegen können. Allerdings werden im Meistertrainer vom “Manager” nur Trainer- und Personalaufgaben verlangt. Auf nette Ausbauoptionen der Infrastruktur rund um das Stadion (wo stelle ich die nächste Frittenbude auf?) verzichtet das Programm.

Die Soundkulisse während der Spiele ist ganz ordentlich gemacht, und die Fangesänge bringen ein bisschen Atmosphäre in die Spieltage. Allerdings fehlt ein wenig Abwechslung, da sich die Sounds bei jedem Spiel wiederholen. Auch ein Kommentator während des Spiels wäre nett gewesen, da es doch ein wenig antiquiert wirkt, sich den ganzen Spielverlauf im Stil einer “Radioübertragung mit Untertiteln” durchlesen zu müssen.

Viel Zeit solltest Du für eine Karriere als Meistertrainer schon mitbringen. Gerade wenn du die Aufstellung noch nicht als Routine ansiehst und im Schlaf beherrschst, wirst du pro Spieltag durchaus eine halbe bis dreiviertel Stunde brauchen. Dazu kommt noch die Zeit, die du für die Erstellung der Trainingspläne benötigst, und die Zeit, die du brauchst, um nach neuen Verstärkungen für Ihre Mannschaft Ausschau zu halten. (Wo war jetzt noch mal die Transferliste?) Der Weg zum Meistertrainer ist schon nicht einfach, aber so beschwerlich hätte er nicht gemacht werden müssen.

Fazit:

Sitzt du samstags vor dem Radio und lauschst der Bundesliga-Konferenzschaltung? Wenn du dabei dann auch noch auf die Kommentatorenstimmen verzichten könntest und dir ein “xy gibt den Ball zu yz. Yz läuft auf das Tor. Abgewehrt von abc” genügt, könnte “Der Meistertrainer” dein Lieblingsprogramm werden. Falls du lieber etwas vom Spiel sehen willst, packende Torszenen zum Beispiel, wirst du mit dem Spiel nicht glücklich werden. Ich hätte nicht gedacht, dass es heutzutage noch derartige Programme gibt, die ganz ohne bewegte Bilder auskommen. Grafisch versprüht “Der Meistertrainer” ein wenig “You don’t know Jack”-in-billig-Stimmung, ohne dabei witzig zu sein Die Optionsvielfalt in dem Programm ist zwar groß, aber das Auge spielt auch mit. Und ohne Grafik ist das Spiel vom Unterhaltungswert her mit einer Excel-Tabelle zu vergleichen. Leider gibt es keinen anderen Fußballmanager für Macintosh, so dass “Der Meistertrainer” konkurrenzlos ist. Allerdings gibt es noch die Möglichkeit z.B. einen “Bundesligamanager Hattrick” für PC über Virtual PC oder Soft Windows laufen zu lassen. Unterm Strich bleibt der Meistertrainer ein “Hardcore”-Programm für Fans und Profis, das nicht für Otto Normalspieler geeignet ist.

Übrigens: Die Engländer sind die härteren Spieler, denn auf der Insel lag der Meistertrainer als “Championship Manager 00/01” im November 2000 auf Platz 2 der Verkaufscharts und im Dezember 2000 noch auf Platz 4.

Cajus Zi

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel gelegentlich im macinplay-Shop.

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