Monkey Island 1-4

Am Anfang stand das Textadventure (Zork, Return to Zork), dann kamen die Grafikadventures mit Texteingabe (Leisure Suit Larry) und dann erschien LucasFilm Games Division auf der Bildfläche. Geprägt von absurdem Humor wie beispielsweise Zak McKracken oder andere, bahnte sich die kleine Spieleschmiede den Weg nach oben. Bahnbrechend war dabei jedenfalls Monkey Island, und noch heute kommt die Rede immer auf dieses Adventure, wenn echte Gamer beisammen sitzen.

Angelehnt an die Abstrusität von Monty Python und immer schwarz im Humor, natürlich politisch nicht korrekt – aber stets jugendfrei, das umschreibt die Reihe der Monkey Island-Spiele, von denen bislang drei Teile erschienen sind. Das erste war noch (oh glückliche Zeiten) für den Amiga gemacht worden, Teil zwei erschien recht bald danach. Nach einer Pause kam das dritte Sequel, bereits nur mehr für Windows und uns Macianern damit nur über VirtualPC zugänglich. Die Teile 1 und 2 gibt es für den Macintosh mit Textausgabe, Teil 4 wird hoffentlich schon mit anständiger Sprachausgabe prunken können.

Charakteristisch war für Monkey Island das übersichtliche Inventar, die einfache Bedienung und eine tolle Story, die an komischen Wendungen nicht zu wünschen übrig ließ. Leider sank das Niveau vor allem bei Teil 2 gegen Ende ziemlich ab, aber was will man, da hieß die Softwarefirma auch schon „LucasArts“ und spielte mit billigem Hollywood-Humor. Das Ende des zweiten Teils ist elend – es sei hier offen gesagt. Doch die Spiele glänzen mit prachtvollen Insider-Witzen. Wenn der Anti-Held Guybrush Threepwood in der öffentlichen Bibliothek einer Pirateninsel steht und für den Bibliotheksausweis seine Wohnadresse angeben muß – dann gibt es auch die Wahl „1065 West Addison“ – that’s Wrigley Field, rufen hier alle Fans der Blues Brothers aus. Mitten im Spiel, man erhofft sich wichtige Informationen von einem Piraten, spricht ihn an, und was passiert? Er beginnt von einem neuen Adventure der Firma LucasArts ™ zu schwärmen, während eine Kopfzeile blinkend „Schleichwerbung“ verkündet. Ein Spiel, das sich so herrlich selbst verarscht wie Roger Moore als James Bond. Nicht einmal die grogsaufenden Piraten, die Guybrush zu seiner Karriere anleiten sollen, bleiben ernst. „Was ist in dem Grog drin?“ – „Ach, Monosodiumglutamat, Kerosin, Pfefferoni und eine Menge mehr…“

Im Vordergrund einiger Szenen erscheinen die Figuren „Sam & Max“, als Comic von Steve Purcell, dem Chefgrafiker von LucasArts geschaffen und später auch in ein Adventure verwandelt. Genug gepriesen, schließlich wollen wir dich ja dazu anregen, das Adventure noch einmal zu spielen oder es erstmals für dich zu entdecken.

Zurück zur Story: Wir geben dir nur kurze Inhaltsangaben, die du nicht lesen musst, aber wenn du Teil 4 spielen willst, wird es sinnvoll sein, sich dies hier anzusehen. Da sich die Karriere von Guybrush Threepwood durch alle Teile zieht, ist ein wenig Vorkenntnis wohl von Vorteil – zumal sich die Programmierer solcher Adventures gerne selbst zitieren…

The Secret of Monkey Island (1990)
Der junge Guybrush Threepwood, ein etwas naiver Dümmling, bildet sich ein, Pirat werden zu müssen. Der Weg ist gepflastert mit Aufgaben, Schwertkämpfen und Schimpfduellen mit Piraten, bis er schließlich der Gouverneurin Elaine begegnet und der romantische Teil beginnen kann. Dieser ist allerdings nicht sehr lang, denn der untote Geisterpirat LeChuck entführt Elaine, und Guybrush nimmt die Verfolgung auf. Durch das Meer an Lava, wo das Geisterschiff ankert, und vorbei an menschenfressenden Eingeborenen (die sich aber nicht sicher sind, schließlich lebt man als Vegetarier länger) führt Guybrushs Weg. Er wächst mit seinen Aufgaben und wird selbstbewusster, bis er dank einer Flasche Rootbeer den Geisterpiraten LeChuck in ein tolles Feuerwerk verwandelt.

Monkey Island 2 (1992)
Guybrush sitzt alleine auf Scabb Island herum. Er ist frustriert, weil ihm niemand die ruhmvolle Geschichte glaubt, wie er LeCuck besiegt hat und wendet sich deshalb neuen Herausforderungen zu. Er will den legendären Schatz „Big Whoop“ finden, muss aber zuerst den Tyrannen von Scabb Island besiegen, den widerlichen Largo LaGrande. („Wherever you go, on sea or on land, you can never escape from Largo LaGrande!“) Mit Hilfe der Voodoo-Lady aus dem ersten Teil bastelt er eine Voodoo-Puppe. („One, three, six, eight – who do we assassinate? Largo, Largo, YEAH!“) Als er Largo endlich klein gekriegt hat, zeigt er ihm dummerweise die Trophäe: den Bart des besiegten LeChuck, den er bei sich trägt, und der immer noch zappelt. Largo stiehlt ihn, und à la Frankenstein ersteht LeChuck neu und ekelhafter als je zuvor – the troubles have just begun…

The curse of Monkey Island (1997)
Hier veränderte sich die Spielsteuerung, sie ähnelt nun dem Gameplay von „Vollgas“ und ist ebenso einfach wie übersichtlich. Jonathan Ackley („Day of the Tentacle“, „Vollgas“) übernahm von Ron Gilbert und brachte mit dem dritten Teil den Kult wieder zum Leben. Guybrush gerät im Hafen von Plunder Island zwischen die Fronten, wo die Festung gerade von – guess who – dem Geisterpiraten LeChuck bombardiert wird. Nachdem er LeChuck entkommen kann, verlobt er sich mit Elaine – leider ist der Ring verflucht und seine Liebste bald eine Statue, die natürlich auch gleich wieder gestohlen wird. Guybrush hinterher, und wieder großer Showdown zu Hause auf Monkey Island. Viele Figuren aus den ersten beiden Teilen sorgen für gewohnten Spaß, auch wenn die detailreichere Grafik manche schöne Illusion zerstört. Der dritte Teil konnte von den Verkaufszahlen nicht mehr an die ersten beiden anschließen.

Escape from Monkey Island (2000)
Das Team von „Sam & Max“ ist wieder da, mit ihnen Steve Purcell, und das bürgt für eine ganze Menge. Guybrush und Elaine kehren nach Mêlée Island zurück, wo sie schon einmal den Posten der Governeurin bekleidet hat. Doch seltsamerweise wurde Elaine für tot erklärt und ihre Villa steht zum Abriss bereit, ein zwielichtiger Nachfolger will den Posten für sich beanspruchen. Sie bereitet eine Kampagne für ihre Wiederwahl vor, Guybrush indessen hat so einige Abenteuer zu bestehen und wir dürfen wohl raten, wer hier nicht nur eine Gastrolle bekommt…

Fazit:

Es gibt eine Menge toller Fansites zu Monkey Island, wir wollen hier nur eine hervorheben. Monkeyisland.de ist wahnsinnig umfangreich, für den absolute Spiele-Crack ein Muss, und lädt langsam. Wie man allerdings im Schwertkampf auf die Lichtschwerter aus „Star Wars“ umschalten kann, würden wir auch gerne wissen… Von denen, die sich nicht ehrlich bemühen, wollen wir aber kein Gemotze hören, dass Spiele zu teuer wären: Was habt ihr euch auch um stundenlangen Spielspaß gebracht?

Bertram Haller

Verfügbarkeit

Zu haben sind die Spiele gelegentlich im macinplay-Shop.

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