Sacrifice

Nachdem die Dämonen von Gologotha verbannt worden sind, könnte man meinen, es wäre friedlich, aber der Sieg hat einen großen Preis gefordert: Fyllid, der oberste Gott ist vernichtet worden und nun, nicht durch einen starken Gott zusammengehalten zerfällt das Bündnis zwischen den restlichen fünf Göttern. So geschah es, dass das Land aufs neue in Krieg und Gewalt versank, bis ein unbekannter Zaubere das Land betrat und seine Dienste den Göttern anbot.

Am ehesten kann man Sacrifice mit einem Strategiespiel vergleichen, aber es sind auch Elemente aus Rollenspiel und Shooter vorhanden. Im Gegensatz zu bisherigen Strategiespielen werden in Sacrifice keine Gebäude errichtet und Einheiten ausgebildet. In einer Welt voller Zauberei wäre das ja auch zu einfach, deswegen werden die wenigen Gebäude die es gibt und die Einheiten beschworen. Wo man sonst Erz, Kristalle oder Metalle sammelt, sammelt man in Sacrifice Mana und Seelen. Mana wird benötigt um Gebäude, Kreaturen und andere Zauber zu beschwören, Seelen sind nur für die Kreaturen von Nöten. Insgesamt ist die ganze Aufbauphase fast verschwunden und man beschäftigt sich mit dem wesentlichen eines solchen Spiels: Der Strategie.

Es gibt fünf Götter, für die man kämpfen kann, jeder mit anderen Schwerpunkten und Zaubern und damit man sich zu Beginn nicht gleich festlegen muss, kann man sich bei jeder Mission entscheiden, auf wessen Seite man kämpfen will. Dadurch hat Sacrifice eine enorme Spieltiefe und jedes Spiel ist anders. Das Handbuch gibt hier einige Tips, weil man schon vorher ersehen kann welchen Zauber man wann und von wem bekommt, welches übrigens eine weitere Stärke von Sacrifice ist: Zu beginn hat man nur drei recht schwache Kreaturen und wenige Zauber, aber bei jeder Mission lernt man etwas dazu.

Nun ein wenig zu den Details, die das Spiel erst interessant machen. Die Palette der Zauber ist wie schon gesagt sehr vielfältig. Allgemeine Dinge wie Heilzauber, Beschleunigungszauber und Schutzzauber dürfen natürlich nicht fehlen. Aber weil die Welt von Sacrifice recht feindselig ist, sind besonders die Kampfzauber gefragt: Feuerball, Erdbeben und ein Stachelwall sind nur ein paar der offensiven Zauber. Auch die Kreaturen sind ebenso vielfältig: Einige sehen fast menschlich aus, andere sind reine Fantasygeschöpfe aus dem Reich der Drachen und Trolle.

Die Grafik von Sacrifice ist sehr gut, aber man sollte auch einen entsprechenden Mac haben. Mit meinem Testrechner konnte ich nur die unterste Auflösung und wenige Details spielen. Mit Highendkarten wir der Radeon oder Geforce läuft Sacrifice aber zur Höchstform auf. Die Zauber und die große Umgebung laden dazu ja auch ein, so kann man meilenweit in die Ferne schauen und Zauber wie der Feuerball sehen sehr eindrucksvoll aus. Auch der Sound kann sich hören lassen, bei Beschwörungen wird allerdings eine Sprache gesprochen die ich nicht verstehe, was aber nur zu Atmosphäre beiträgt. Die Musik ist zwar ganz nett, aber irgendwie geht sie einem doch nach vier oder fünf Mission auf die Nerven, da sich die Stücke alle recht ähnlich anhören und selten temporeich sind.

Die Missionen sind ausgewogen und sind am Anfang noch nicht zu schwer, zumindest wenn man einige Punkte beachtet. Im Gegensatz zu anderen Strategiespielen ist „überrennen“ zu beginn des Spiels nicht möglich, deshalb sollte man eher defensiv spielen, und erst später in die Offensive gehen. Dadurch schwächt man den Gegner und sammelt viele Seelen um seine Streitmacht zu vergrößern. Das Missionsdesign ist gut und man kann der Geschichte gut folgen, sodass man sich am Ende tief verstrickt in den Geschicken der Götter wiederfindet.

Auftretende Probleme in der ersten Version wurden durch einen Patch weitestgehend behoben, jedoch sollte man den Download des Patches einkalkulieren, da ansonsten der Spielspaß durch unerklärliche Abstürze getrübt wird. Einzig ein Grafikbug im Spielmenü wurde nicht behoben. Schade ist, das die Performance durch eine bessere Grafikkarte nicht gesteigert wird. Ob nun ATI Rage Pro oder Geforce2 MX, die Framerate bleibt konstant um die 25 Bilder pro Sekunde.

Fazit:

Bedingungslos kann man Sacrifice nicht empfehlen. mein Eindruck ist zwar sehr positiv, aber ich habe mich an einigen Stellen doch sehr geärgert. Eigentlich hat man die volle Freiheit der Götterwahl, aber durch die Fehler ist man wieder eingeschränkt. Auch der Schwierigkeitsgrad hat sich gewaschen. Wenn man sich nicht strikt defensiv verhält wird man kaum über die ersten Mission hinauskommen. Für waschechte Generäle unter uns Spielern ist Sacrifice aber einen Blick wert. Am besten erstmal die Demo testen und dann kaufen.

Felix Gelpke

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop.

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