Star Trek Voyager: Elite Force

Voyager in Not: Dank Aspyr und Application Systems Heidelberg dürfen auch die Mac-Trekkies in feinster Ego-Shooter-Manier spannende Abenteuer im weit von der Erde entfernten Delta-Quadranten erleben. Für alle, die mit Star Trek nichts am Hut haben, hier eine kleine Zusammenfassung der Vorgeschichte:

Während einer normalen Suchaktion, die in den Badlands stattfinden sollte, wird das Raumschiff Voyager von einer polarisierten magnetischen Verschiebungswelle erfasst. Die Voyager wird daraufhin 70.000 Lichtjahre weit von ihrem ursprünglichen Ausgangspunkt in die Tiefen des Alls geschleudert. Während ihrer zirka 70-jährigen Heimreise reagieren Captain Janeway & Co. auf das Notsignal eines gestrandeten Schiffes und werden prompt attackiert. Als es schließlich gelingt, das feindliche Schiff zu zerstören, wird die Voyager durch die Explosion in eine Zone katapultiert, die sich bald als Raumschifffriedhof herausstellt. Manövrierunfähige Schiffe anderer Rassen scheinen in diesem Gebiet schon länger vor sich hin zu „dümpeln“. Von dem Zwischenfall arg lädiert, kann auch die Voyager den ihren vorerst nicht fortsetzen. Und zu allem Überfluss stellt sich heraus, dass das Föderationsraumschiff durch ein Gravitationsfeld in diesem unbekannten Bereich festgehalten wird.

Da die Voyager auf ihrem langen Weg nach Hause immer wieder in brenzlige Situationen gerät, hat Sicherheitschef Tuvok ein Eliteteam gegründet, das speziell für gefährliche Einsätze ausgebildet wurde: das Hazard-Team. Der Spieler verkörpert Fähnrich Munro (Wahl des Geschlechts bleibt demselbigen überlassen) und greift nun in bester Ego-Shooter-Tradition als Mitglied dieser Elitetruppe in die Geschehnisse ein. So werden mit den CPU-gesteuerten Teamkollegen (zwei bis vier Kameraden stehen einem zur Seite) diverse Alien-Raumschiffe erkundet, Rettungsaktionen im Inneren eines Borg-Kubus durchgeführt oder die feindliche Übernahme auf der Voyager verhindert. Zwischen den Missionen hält man sich im Raumschiff auf. Neben reden und dem Belauschen anderer Besatzungsmitglieder kann auch ab und zu mal eine neue Waffe auf dem Schießtand getestet werden. Vor jeder Mission geht’s übrigens in die Waffenkammer, um die passende Ausrüstung auszuwählen. Im Normalfall nimmt man aber sowieso alle Waffen, die zur Auswahl stehen. Alle Waffen besitzen einen alternativen Feuermodus.

Der Föderationsphaser gehört zur Grundaustattung, ist aber bei Gefechten mit mehreren Widersachern nur wenig effektiv. Das Kompressionsgewehr dürfte mit seinem durchschlagskräftigen zweiten Feuermodus in Kombination mit der Zoomfunktion insbesondere den Neigungen von Scharfschützen entgegen kommen. Für Borg mit Ihrem Körperschutzschild eignet sich am besten der von Seven of Nine eigens hierzu entwickelte „Unendlichkeits-Modulator“ Hinter dem „Photonenstoß“ verbirgt sich dagegen nichts anderes als das Elite Force-Double des aus herkömmlichen Shootern bekannten Raketenwerfers, und die „Granatkanone“ entspricht einem traditionellen Granatwerfer. Das Sortiment wird durch diverse Alien-Schießprügel wie Scavengergewehr, Stasiswaffe, Tetryon-Pulsdisruptor und den Bogenschweißer vervollständigt, die man unter anderem während Missionen durch fremde Raumschiffe entdeckt. Als Munition dient den Strahlenwaffen Energie, die – ebenso wie Gesundheit – durch entsprechende Terminals oder durch spezielle Kristalle wieder aufgefrischt wird.

EliteForce ist kein reines Singleplayer-Game. Da das Spiel auf der bekannten Quake3-Grafikengine läuft, lag es natürlich nahe, auch noch eine Deathmatch-Variante einzubauen. Dieser Spielmodi kann sich aber nicht mit den Genregrößen wie UT oder Q3A messen. Zwar gibt es schöne Mehrspielermaps, jedoch sind die Waffen mit dem Singleplayergame identisch, will sagen, für Deathmatch nicht besonders geeignet. Es wirkt fast ein wenig unausgereift.

Das Handbuch (auch komplett in Deutsch) gibt nochmal eine ausführliche Beschreibung zu Spiel und Story sowie eine kleine Vorstellung zu jedem mitwirkenden Charakter, aller Waffen und sonstigen Ausrüstungsgegenstände. Das Handbuch können sich aber richtige Trekkies getrost sparen. Wer weiß denn zum Beispiel nicht, dass die Borg über ein körpereigenes Schutzschild verfügen, dessen Frequenz sich nach jedem Treffer neu moduliert… 😉

EliteForce ist im Allgemeinen, mit durchschnittlich hohen Grafikdetail, auf einem G4 350 MHz AGP gut spielbar. Allerdings sollte man nicht die Texturen auf „sehr hohes“ Detail stellen. Die Erkundungsgänge verkraftet der Computer so zwar noch ganz gut, kommen jedoch noch ein paar Feinde ins Bild, verwandelt sich das eigentlich immer recht flüssige Spiel in eine Diashow. Noch ein Kritikpunkt sind die Ladezeiten, die wirklich überdurchschnittlich lang sind. Die Levels sind immer in unterschiedliche Abschnitte untergliedert, wo bei jedem Übergang auch wieder kräftig nachgeladen werden muss.

Zwar ist die Spieldauer mit nur sechs bis acht Stunden bis zum Abspann schon sehr kurz, dafür ist der Spielverlauf keine Sekunde langweilig. Ständig widerfahren einem in Echtzeit gerenderte Videosequenzen oder Funksprüche von Tuvok, in denen er neue Einsatzziele vorgibt. Noch ein Wermutstropfen ist, dass alles streng linear verläuft. Wir hätten uns öfters gewünscht, dass gewisse Aktionen in der Handlung auch zu verschiedenen Konsequenzen führen. Dies würde auch motivieren, das Spiel öfters durchzuspielen.

Auch bei der Gegnerintelligenz muss man motzen. Das Verhalten der Aliens ist alles andere als überzeugend. Vor allem jene unglücklichen Aliens und Kampfroboter, die nicht schießen können, lassen sich simpel austricksen. Man steige einfach auf eine erhöhte Position, dann erreichen einen die Klauen oder Zangen der Gegner nicht mehr – jetzt lassen sich alle Widersacher bequem abballern, da sie auch zu doof sind, die herum stehenden Kameraden anzugreifen. Im höchsten Schwierigkeitsgrad wird das nicht anders; der einzige Unterschied ist, dass der Spieler weniger Lebenspunkte hat. Schade, da hätte man mehr machen können…

Fazit:

Was haben wir denn hier… Ein Egoshooter im Star Trek-Universum? Regelt man hier alles diplomatisch und diskutiert erstmal die verschiedenen Weltanschauungen? Nix da! Mit Fähnrich Munro zeigt man den Borg wo der Phaser hängt! Elite Force ist wirklich ein astreines Ballerspiel. Zwar gibt es auch Missionen, in denen man feindliche Schiffe möglichst unauffällig infiltrieren sollte, aber im Großen und Ganzen kommt es doch darauf an, schneller und vor allem genauer als der Gegner zu schießen. Sehr beeeindruckt hat uns wirklich das Leveldesign. Es ist alles so detailgetreu nachempfunden, dass uns in den ersten Minuten echt die Spucke wegblieb. Gleich am Anfang findet man sich in einer Rettungsmission mitten in einem Borg-Würfel wieder…..und….. argh… ES SIEHT AUS WIE IM FILM! Die Borg selbst … total verkabelt … und dieser Laserpunkt aus dem einen Auge … oder der Würfel, mit den ganzen Leitungen an den Wänden! Es wurde an alles gedacht. Kommt noch hinzu, dass das Spiel erstens komplett ins Deutsche übersetzt wurde und zweitens für die Sprachausgabe sogar die original deutschen Synchronsprecher der Fernsehserie ins Tonstudio gebeten wurden. Zwischendurch kommt aus Star Trek bekannte Musik, die ins jeweilige Level passt, und doch tritt sie in den Hintergrund. Da kommt wirklich ein tolles Feeling auf… In der Basis der Scavengers, einer Art Verbund diverser gestrandeter Rassen wie Malonen und Klingonen, verschlägt es einen gar in einen Bereich eines alten Föderationsraumschiffes, das einer Star Trek-Classic-Episode entliehen sein könnte, inklusive der markanten Sounds und dem Design aus der Serie mit Captain Kirk. Achja, wir sind übrigens auch privat totale StarTrek Fans. Überrascht? Für Trekkies: absoluter Pflichtkauf. Für Nicht-Trekkies: die wahrscheinlich beste Gelegenheit, einer zu werden…

Ingmar Wenz

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop.

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