Star Wars: Jedi Knight – Jedi Academy

Zehn Jahre sind seit dem Kampf um Endor vergangen, bei dem die Rebellenallianz das böse Imperium vernichtend geschlagen hat. Doch noch immer kämpfen Anhänger des Imperators gegen die neue Republik. Und wir haben was dagegen – deshalb wollen wir selbst ein Jedi werden und befinden uns auf dem Weg zur Jedi-Akademie, um mit der Ausbildung zu beginnen.

Nach dem Klick auf das Programm-Icon gelangt man sofort in das Hauptmenü. Es ist sehr übersichtlich und angenehm, da man nur vier Optionen hat. In den einzelnen Bereichen wird man Schritt für Schritt weitergeführt. In den „Einstellungen“ wählt man links einen Übergriff, dessen näherer, und zu verstellender Inhalt dann rechts erscheint, und bei „Spiel-Neustart“ und „Laden“ wird man auf einfache Weise an sein Ziel gebracht.

Wie schon das CD-Cover verspricht, begegnet man im Laufe des Spiels Originalcharakteren der Star-Wars-Filme, etwa Luke Skywalker, aber auch anderen Personen des erweiterten Star-Wars-Universums, etwa Kyle Katarn, der aus dem Rollenspiel Star Wars: Knights of the Old Republic bekannt ist. Auch wird versprochen, dass man auf mehrere aus den Filmen bekannte Schauplätze trifft. Beispiele hierfür sind Coruscant und Tatooine.

Wenn man ein neues Spiel beginnt, fängt man mit der Wahl des Aussehens seines Charakters und dem des künftigen Lichtschwertes an, danach geht es mit einigen anderen Schülern los zur Academy, die sich zu diesem Zeitpunkt auf dem uns wohl bekannten Planeten Yavin 4 (wem der nicht wohl bekannt ist: Bei der Schlacht um Yavin wird der erste Todesstern vernichtet; siehe Star Wars Episode IV) befindet. Wie das so üblich ist, stürzt das Transportshuttle ab, bzw. wird abgeschossen, und man muss sich ohne jegliches Können zur Academy durchschlagen. Nach einem Übungskurs in einem Trainingsgelände bekommt man eine Liste von fünf Missionen, von denen die ersten vier ohne Reihenfolge durchführt werden müssen. Sie sind alle unabhängig und haben nichts miteinander zu tun. Die letzte Mission ist optional. Nach diesen Missionen kommt eine „Klassenaufgabe“, die erfüllt werden muss. Danach erhält man ein neues, besseres Laserschwert. Nach dem gleichen Schema wieder fünf Aufgaben, eine Klassenaufgabe, ein besseres Schwert (in diesem Fall die Wahl, ob man ein besonders gutes Einzelnes, zwei Einzelne, oder ein Doppelschwert führen möchte) und dann noch einmal den Durchgang. Einfacher gesagt, für jedes Schwert (also Anfangsschwert, Weiterentwicklung und End-Schwert) kommen fünf Missionen.

In den Missionen ist es immer Ziel, sich per Rätsel einen Weg zu eröffnen und diesen dann per Gewalt zu „reinigen“. Eine gute Kombination, die auch auf längere Dauer viel Spaß macht.

Anfangs kämpft man alleine, um sich noch ein wenig zu trainieren, dann wird man zum Jedi-Ritter geschlagen. Nun bekommt man in einer Mission seinen Meister (also früheren Lehrer) als Mitkämpfer. In der letzten Mission sogar eine ganze Horde von Jedi, die an deiner Seite kämpfen. Ab da macht das Spiel nicht nur Spaß, man wird auch bei der Ehre gepackt. Es tauchen sehr viele dunkle Jedi auf, auch schon mit zwei Schwertern, die richtig heftig sind.

Die Locations der Missionen sind immer andere. Mal auf der Tibanagas-Mine Bespin, einer intergalaktischen Gasstation mitten in der Luft (Siehe Star Wars: Episode V), in wildem Schneegestöber unter schlechten Sichtbedingungen auf dem Planeten Hoth (ebenda), bei schönem Wetter in den Bergen etc.

Die Grafik ist vollkommen in Ordnung. Größtenteils hat man eine beeindruckende Landschaft vor sich, die, wie wir es ja von Star-Wars-Spielen kennen, gut der Natur (bzw. dem Film) nachgeahmt ist. Beispielsweise das Schneegestöber – ich hatte den Eindruck, ich hätte exakt die gleiche Sichtweite, wäre der Schneesturm vor meinem Haus gewesen.

Die zwar etwas einfallslose Inneneinrichtung, die meist nur aus Metallkisten besteht, ist schön detailliert texturiert worden, selbstverständlich nicht mit Landschaftsbildern, sondern mit nichts sagenden Tastenfeldern, kleinen Bildschirmen und blinkenden Leuchten. Da diese Einrichtung ziemlich karg ist, hat man den Vorteil, dass man sich in einem Raum nicht immer alles voller Bewunderung angucken und nicht dauernd irgendwelchen Sachen aus dem Weg gehen muss.

Bewegen tut sich leider außer dir, anderen Lebewesen (wenn man Roboter als Lebewesen bezeichen kann) und Dingen wie Flüsse nicht viel. Das sind, meiner Meinung nach, zu wenig Animationen, die sich nebenbei auch zu oft wiederholen. Von Spielen dieses Erscheinungsdatums kann man hier etwas mehr erwarten; vermutlich handelt es sich um eine Limitierung der untergelegten und doch schon recht alten Quake-3-Engine.

Der Sound ist leider nicht das, was er sein könnte, jedenfalls teilweise. Die Effekte wie knirschende Schritte im Schnee, prasselnder Regen, rauschender Wind, zischende Türgeräusche oder einfach die Töne beim Auswählen einer Option im Hauptmenü wurden zweifellos sehr gut gemacht. Sie versetzen einen perfekt in die Galaxien-Welt. Mir gefällt dagegen nicht, dass im gesamten Spiel die ganze Zeit nur die Star Wars-Film Musik vor sich hin dudelt. Man könnte sicher noch viel mehr Atmosphäre und Spannung (oder selten auch mal Erleichterung) erzeugen, wenn eine passendere Hintergrundmusik laufen würde, wie auch außerhalb des Spiels in den Menüs. Selbstverständlich kann man nebenher iTunes laufen lassen, doch ob fetzige Rockmusik die Spannung unterstützt, wage ich zu bezweifeln. Ich weiß, dass mich einige jetzt steinigen wollen, aber *ich* mag nicht die ganze Zeit Filmmusik hören. Auch nicht diese.

Die Dialoge versteht man ausgezeichnet, da die Charaktere alle abwechslungsreiche Stimmen haben, die in sauberem, verständlichen Deutsch reden. Leider sind es nicht die Original-Film-Stimmen.

Der Multiplayer-Bereich des Spiels ist ausgezeichnet. Man hat die gleiche einfache und leichte Bedienung wie im Singleplayer-Modus, sowohl der Übersichtlichkeit wegen in den Menüs, als auch beim Erstellen und beitreten eines Servers. Man kann ebenfalls auf vielfältige Weise sein Aussehen ändern, hier sogar das Aussehen von Luke Skywalker oder Kyle Katarn übernehmen. Außerdem funktioniert das Internet- und Lokalspielen sowohl mit Macs als auch mit PCs hervorragend. Es lassen sich bis zu 32 Bots in das Spiel einfügen (deren Schwierigkeitsgrad einstellbar ist).

Schön sind auch die Spielmodi. Da gibt es Klassiker wie Capture the Flag, das so genannte Duell, bei dem von allen Mitspielenden zwei ausgesucht werden, die sich in einem Raum bis zum Tod bekämpfen. Danach werden zwei weitere nach Zufallsprinzip ausgesucht. Auch vorhanden ist das Macht-Duell, in dem lediglich mit der Macht gekämpft wird. Dann gibt es noch Team FFA und Belagerung, bei der man wählt, ob man Imperialer oder Rebell werden möchte. Die Imperialen müssen ein Gebäude der Rebellen einnehmen. Die Rebellen müssen dieses verteidigen.

Durch das beliebige Speichern und Wählen eines nicht so hohen Schwierigkeitsgrades kann man immer voll auf Risiko spielen, anfangs sogar ohne Rücksicht auf Verluste, da die Gegner erst zur Mitte hin richtig heftig werden, und man seine Energie oft aufladen kann. Speziell in der ersten Hälfte kann man mit seinem Lichtschwert richtig in die Menge kloppen.

Es macht vor allem Spaß, nicht gegen die etwas dummen imperialen Sturmtruppen zu kämpfen, sondern gegen einen dunklen Jedi. Er wehrt ab, macht richtig Druck. Bei späteren Duellen macht es nicht nur einfach Spaß, gegen einen Jedi zu kämpfen (die ab da sehr oft auftauchen), sondern man wird richtig bei seinem Ehrgeiz gepackt.

Fazit:

„Jedi Academy“ ist ein richtig gutes Spiel. Wer über die mangelnde Hintergrundmusik hinwegsehen kann (oder gar drauf steht) und Shooter mag, für den ist es ein Muss.

Daniel Betz

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Produkt im macinplay-Shop oder bei Amazon.de.

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