Total Immersion Racing

Total Immersion Racing hat sich viel vorgenommen, und es hat ja auch lange genug gedauert, bis das Spiel auf den Mac kam. Vor Jahren beeindruckte das Spiel schon als „World Sports Cars“ mit detailreichen Screenshots und versprach ungeheure Features, wie in Zonen aufgeteilte Reifen, um unterschiedlichen Reifenabrieb (z. B. bei Vollbremsung mit blockierenden Reifen) zu simulieren. Nun, von einer derartigen Simulation hat sich Total Immersion Racing weit entfernt und spielt sich deutlich actionlastiger. Mit dem richtigen (Force Feedback-) Lenkrad in der Hand macht es dennoch viel Spaß, denn die Rennstrecken sind abwechslungsreich und schön gestaltet, wenn auch nicht ganz aktuell. So ist der Hockenheim-Ring noch in der alten Version (vor dem letzten Umbau) vertreten. Die anderen Kurse sind ein Mix aus echten Rennstrecken und frei erfundenen.

Doch nun erst einmal zum Spiel… Leider ist die gesamte Aufmachung der Menüs sehr konsolig geraten, die Maus findet im Spiel gar keine Verwendung. Zwischen drei Schwierigkeitsgraden, die gut abgestuft sind, kann man wählen. Im ersten Schwierigkeitsgrad fahren die Gegner recht zahm, so dass es auch mit einigen Fahrfehlern möglich ist, das Rennen mit deutlichem Vorsprung zu gewinnen. Man kann entspannt fahren und gewinnen, sieht dadurch aber nichts von der viel gelobten künstlichen Intelligenz… logisch, wenn ich vor dem Feld her fahre, kann ich nicht rempeln – und die Gegner werden nicht sauer. Ab dem zweiten Schwierigkeitsgrad wird die Sache schon deutlich spannender: Die Siege fallen knapper aus und mit ein paar Fahrfehlern ist der Sieg kaum noch drin. Dafür kann man sich durch geschicktes Rempeln echte Feinde machen, die dann auch versuchen, zurück zu schlagen. Ohne sehr viel Übung wird man im höchsten Schwierigkeitsgrad den Gegnern nur hinterher fahren, da diese kaum noch Fehler machen und quasi auf der Ideallinie kleben… ganz klar nur für Vollprofis. Interessant ist übrigens, dass in jedem Rennen alle drei verfügbaren Klassen gleichzeitig ihre Runden drehen. Da muss man in der langsamen GT-Klasse schon mal die eine oder andere Überrundung hinnehmen, obwohl man das Rennen für die eigene Klasse anführt. Andererseits wird es auch spannend, wenn man in der höchsten Klasse führt und dann von den langsamen Wagen ausgebremst wird.

Am Anfang der Karriere darf ich mich zwischen zwei Rennställen entscheiden. Mit Audi oder Nobel darf ich dann die erste Saison bestreiten. Jeder Wagen hat ein eigenes Cockpit, durch das man zwar weniger sieht als mit der Stoßstangenkamera, was aber deutlich zur Atmosphäre beiträgt. Je nach Platzierung in der Saison kommen mehr oder weniger Angebote für die nächste Saison rein. Wer besonders gut abgeschnitten hat, darf auch die Rennklasse wechseln und fortan mit stärkeren Wagen noch schneller um die Rundkurse brettern. Die meisten besseren Angebote erfordern allerdings eine Testfahrt, in der eine bestimmte Zeit geschlagen werden muss. Neben den normalen Punkten, die nach Platzierung verteilt werden, gibt es noch einen Extrapunkt für die schnellste Runde. Merkwürdigerweise schaffen es die KI-Fahrer, obwohl sie insgesamt deutlich (zehn Sekunden und mehr) zurück liegen, sehr häufig die Rundenbestzeit in der letzten Runde zu ergattern, als wenn die KI in der letzten Runde noch einmal den virtuellen Super-Turbo einschaltet.

Neben dem Karrieremodus gibt es auch noch das Zeitfahren und die Herausforderung. Im Zeitfahren kann man mit allen bereits freigeschalteten Autos auf ebenfalls freigeschalteten Strecken versuchen, den persönlichen Rundenrekord zu brechen und dabei auch vom Mechaniker den Wagen auf den persönlichen Fahrstil anpassen lassen. Es gibt übrigens eigene Rekorde für jede Klasse (GT, GTS und Prototypen). Mit wenigen Ausnahmen lassen sich die Strecken und Autos nur im Herausforderungsmodus freischalten. Die Herausforderungen bestehen meist aus drei bis vier Rennen, die mit bestimmten Wagen ausgetragen werden müssen. Im deutsch-englischen Vergleich sind z. B. nur Autos aus diesen beiden Ländern erlaubt. Je mehr Autos freigeschaltet sind, desto mehr Auswahl hat man.

Zwischen den Rennen hat man ausgiebig Zeit, den Wagen für die nächste Strecke vorzubereiten. Im Training kann man unbegrenzt viele Runden drehen und dabei entweder selbst seinen Wagen einstellen oder die Hilfe des Mechanikers in Anspruch nehmen, der dann in jeder Runde irgendetwas einstellt. Zumindest im einfachen Modus ist das aber nicht erforderlich, da sich alle Rennen auch mit der Standardeinstellung gewinnen lassen.

Grafik
Während der Introfilm geradezu abschreckt – so etwas schlecht Komprimiertes und Verpixeltes gibt es nicht häufig zu sehen – und die darauf folgende Menüführung auch nicht wirklich besser ist, kann die In-Game-Grafik durchaus überzeugen. Die Strecken und Wagen sind ansprechend modelliert und texturiert und sehen auch mit heuntergeschalteten Details (insbesondere dynamische Lichtquellen und Schatten für die Performance) noch gut aus. Einen kleinen Schock gibt es noch einmal nach jedem Rennen, wenn der Teamchef seinen Kommentar zum Rennen abgibt – das hat bestenfalls Playstation 1-Niveau. Aber was soll’s, ich will schließlich fahren und das klappt prima und sieht ansprechend aus. Auf schwächeren Grafikkarten (Radeon 7500-Klasse mit 32MB) sollte man allerdings die dynamischen Lichter und die Schatten abschalten. Im Einstellungsmenü hätten auch gerne noch die Playstation-Controllerabbildungen ausgetauscht werden können, aber es ist halt eine Konsolenkonvertierung…

Soundcheck
Die nervige Dudelmusik lässt sich glücklicherweise abstellen, damit man im Spiel die Motoren heulen lassen kann (Drehzahlen müssen gehört und nicht abgelesen werden…). Zu den individuellen Cockpits der Wagen gesellt sich jeweils auch eine eigene Klangkulisse, die auf den iBook-Boxen zwar nicht so viel her macht, aber über Kopfhörer schon ganz ordentlich dröhnt.

Technik
Technische Probleme sind im Test nicht aufgetreten. Allerdings sind die minimalen Systemanforderungen des Herstellers doch ziemlich tief gestapelt. Wenn alle Details auf Minimum gesetzt werden, mag es funktionieren, doch gut aussehen tut das nicht mehr… Die Force-Feedback-Effekte sind angenehm dosiert (Logitech Formula Force GP) und geben ein gutes Gefühl für die Strecke. Mit der Tastatur sieht es leider ganz anders aus: Feinfühliges Lenken ist praktisch nicht möglich und auch mit Stotter-Tastendruck sind die Wagen nur mit Mühe auf der Strecke zu halten. Mit deutlich besseren Systemen, das heißt mit deutlich mehr Frames, als bei meinem iBook G3-900, dürfte die Tastatursteuerung auch besser funktionieren.

Fazit:

Total Immersion Racing ist ein Rennspiel nach meinem Geschmack! Ein schicker Karrieremodus, in dem auch die anderen Fahrer mal die Teams wechseln und sich merken, wenn man sie zu häufig gerammt oder behindert hat und sich dann auch noch revanchieren. Super! Leider wird die ganze Euphorie durch die Leistungsfähigkeit meines iBooks etwas gebremst. Die Grafik muss deutlich runtergeschraubt werden, um flüssig spielen zu können und die Menügrafik ist leider nicht die hübscheste. Aber das Fahren an sich macht mir (mit dem richtigen Force-Feedback-Lenkrad) richtig Spass. Und mit einem BMW M3 oder Audi TT über den Silverstone-Kurs zu brettern macht mir mehr Spaß als mit einem Formel 1-Renner zu fahren. Soviel Spaß die Rennen gegen die KI auch machen, ein zünftiger Multiplayer-Modus wäre das Sahnehäubchen gewesen, ist aber leider nicht vorhanden.

Cajus Zi

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Produkt im macinplay-Shop.

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