Toy Sight

Wer von euch hat eine iSight-Kamera? Huch? Na, das sind ja nicht so viele. Woran liegt’s? Daran, dass Apples Firewire-Kamera mit integriertem Mikrofon so sagenhaft teuer ist? Oder daran, dass es so sagenhaft wenige Anwendungen dafür gibt? Wohl eher am letzteren Grund. Außer iChat AV und neuerdings auch iMovie 4 sowie ein bisschen Shareware unterstützt so gut wie keine Anwendung die iSight von Haus aus.

Freeverse Software schickt sich an, dieses Problem wenigstens für die Gelegenheitsspieler zu beheben. Mit ToySight kommt eine Applikation auf den Markt, die nicht nur dem Namen nach genau das macht, was EyeToy für die Playstation 2 ist – die Luxusyacht unter den Webcams wird zum Eingabegerät für etliche nette Mini-Spiele. Ich habe mir die Demoversion angeschaut, um euch diese Vorschau auf die Spielesammlung machen zu können.

Ich stöpsele also meine iSight an (sie sollte mittig auf oder vor dem Monitor aufgebaut sein) und starte ToySight. Nach einem farbenfrohen Sternchen-Vorspann (der sich nicht beschleunigen lässt), gelangt man ins Intro. Dort läuft dann erst einmal eine Kalibrationsroutine. Das geschieht, indem man nach gesprochener Aufforderung aus dem Bild tritt, damit – wie die freundliche Frauenstimme verrät – nach versteckten Affen oder Tacos im Bild gesucht werden kann. In Wahrheit wird natürlich die Szenerie hinter dem Spieler aufgenommen, um eine Grundlage für die Steuerimpulse des Körpers zu haben. Annschließend muss man im Blickfeld der Kamera stehen und mit der Hand über bestimmte Punkte wedeln, was ebenfalls der Justierung dient.

Nun muss ich mich erst einmal zurecht finden. Die Kamera nimmt mich auf und projiziert ein Bild von mir ins Hauptmenü. Nun kann ich durch Bewegung meiner Arme das Menü steuern – wenn ich die Hand hebe, bewegt sie sich analog dazu auch auf dem Monitor. Dort finden sich Hotspots, etwa Eingabefelder, Bestätigungstasten und ähnliches. Zu Anfang fällt die Orientierung ziemlich schwer: Das Menü scrollt horizontal am oberen Bildrand herum, indem man es mit den Händen rechts oder links der oberen Bildschirmmitte anstupst. Will man eine Auswahl treffen, muss man die Mitte dazwischen treffen.

Das Ganze sieht vermutlich reichlich albern aus und ich hoffe, dass gerade niemand meiner Nachbarn durch mein hell erleuchtetes Fenster schaut, wie ich da meine virtuelle Gymnastik verrichte.

Die Menüleiste oben anzubringen ist ziemlich schlau von Entwickler Strange Flavour, denn an einer anderen Position auf dem Bildschirm ist stets irgend ein anderes Körperteil im Weg, das ungewollt Befehle auslösen würde. Schnell stelle ich fest, dass der Körper in der Mitte ziemlich ruhig gehalten werden muss. Der Nachteil: Ständig die Hände erhoben zu haben geht ganz schön in die Muskulatur und ermüdet die Arme ziemlich schnell. Und mit den Armen steuert man dann auch die zehn in der Vollversion von ToySight enthaltenen Mini-Spiele und die kleinen Gimmicks, die sich unter der Rubrik “Toys” versteckt haben – etwa eine lustige “Laserharfe”, über deren Saiten man mit den Fingern streichen kann, was erstens wohlklingende Töne und zweitens einen Wasserfall aus den Notenbezeichnungen “G”, “C”, “H” und so weiter hervorruft. Weitere Spielzeuge sind in der Demo nicht freigeschaltet, je ein Screenshot der weiteren Toys machen jedoch Lust auf mehr.

Schließlich, auch durch den Spaß mit der Laserharfe, komme ich ganz gut mit den lustig animierten und bonbonfarbenen Menüs klar und mache mich daran, das Spiel an sich zu entdecken. Mit der Demo von ToySight kommt ein einziges Mini-Spiel, nämlich “FreeFall”. In ihm geht es darum, einen aus großer Höhe abgeworfenen Fallschirmspringer während des Falls in der Luft so zu steuern, dass er Formationen mit anderen Springern bildet oder Ballons einfängt, um so Punkte zu sammeln. Schließlich muss man ihn so präzis wie möglich an einem Landepunkt auf einer einsamen Insel absetzen, auf die man die ganze Zeit zustürzt.

Gesteuert wird mit den beiden Armen: Rechts und links am Rande des Bildschirms befinden sich zwei Regler, die mittels mehr oder minder wild in der Luft umherwinkenden Händen nach oben bzw. unten befördert werden. Hebt man die rechte Hand und senkt die linke, so legt sich der Springer rasant in die Kurve. Wichtig ist hier, das Gleichgewicht zu behalten. Wie das Ganze aussieht, kann man sich auf der ToySight-Website in einem Film ansehen. Dort wird auch noch ein weiteres Mini-Spiel in Aktion gezeigt: Es heißt “The Plank”, und es handelt sich offenbar um eine Art Tetris mit kullernden Bällen auf einer beweglich aufgehängten Planke. Auf der ToySight-Seite finden sich des weiteren noch Screenshots anderer Mini-Spiele. Am Ende von “FreeFall” kann man sich jedenfalls mit einem Bild in der Highscore-Liste verewigen.

Die Spiele, die mit ToySight kommen, sind alles andere als komplex, scheinen aber sehr unterhaltsam zu werden. Das in Deutschland ausschließlich über Internet zu beziehende und – weil ohne USK-Einstufung – erst ab 18 freigegebene Produkt ist grafisch und auch in der dezenten musikalischen Untermalung sehr gut gelungen, die Geräusche sind ebenfalls fein, soweit ich das in dem einen freigeschalteten Spiel beurteilen kann.

Ob die Applikation modular aufgebaut ist, so dass im Laufe der Zeit weitere Mini-Spiele eingebaut werden können, war bislang nicht zu erfahren. Es steht jedoch zu hoffen, dass weitere Games für ToySight herauskommen.

Leider kann ich euch nicht meine eigenen Faxen zeigen, die ich beim Spielen gemacht habe, denn sowohl die Mac OS X-eigene Screenshot-Funktion als auch SnapzPro von Ambrosia versagen ihren Dienst und liefern lediglich komischen Datenmüll. So kann ich lediglich auf die Screenshots von Apples Feature und Trailer zum Spielpaket verweisen.

Fazit:

ToySight ist das erste richtige Spiel für den Mac, das auf die Kamera als Eingabegerät setzt. Sicherlich ist es nicht dazu geeignet, stundenlang vor den Monitor zu fesseln, aber dafür ist es auch nicht gedacht, sondern für das schnelle Spielchen zwischendurch. Wer bereits eine iSight- oder vergleichbare FireWire-Kamera besitzt, sollte sich unbedingt die Demo des Spiels saugen und es einfach mal ausprobieren.

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop.

Screenshots (klicken für mehr)

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