Villagers

Titel: Villagers

getestet für: Mac OS X

Testversion: 1.004

Inhaltsverzeichnis

1 – Worum geht’s?

2 – Der kleine Baumeister

3 – Das Dorfleben

4 – Das Auge Gottes

5 – Fazit

6 – Screenshots

7 – In-Game-Video

8 – Infobox

9 – Alternativen

Worum Geht’s?

Wir bauen uns ein Traum von einer Stadt, ach nee einem Dorf, und lassen die Bewohner über den Bildschirm wuseln. Diese Art von Spiel kommt eigentlich immer gut an. Sofern die Umsetzung stimmt.

Schauen wir mal, ob Villagers alles richtig macht.

Der kleine Baumeister

Villagers führt uns mit einer Geschichte durch die Kampagne in der die Elemente des Spiels ein. Ihr bekommt zunächst die Aufgabe, ein kleines Dorf an einem idyllischen Fluss aufzubauen und für die Grundversorgung mit Rohstoffen und Nahrung zu sorgen. Dabei beschränkt sich das Spiel auf das Wesentliche. Es gibt drei Baustoffe: Holz, Stein und Erz. Als Nahrung dienen zunächst Wild und Fische, später kommen noch Bauernhöfe und Viehzuchten dazu.

Bildrechte bumblebee

Village bei Nacht

Du beginnst also, indem du einen Bauplatz für die Stadthalle als Zentrum deiner Siedlung aussuchst. Sobald das erledigt ist, strömen die Menschenmassen zum Bauplatz und errichten das Gebäude. Menschenmassen ist jetzt bei sechs bis zehn Siedlern übertrieben, aber schließlich geht ja auch um ein Dorf, das wir bauen.
Sobald die Stadthalle steht, gilt es die Rohstoffe zu beschaffen. Man fällt Bäume oder baut Felsen ab, um weitere Gebäude zu errichten. Dabei werden die Aufgaben im Laufe der Geschichte komplexer. Die Anzahl der zu errichtenden Gebäude erhöht sich und man kann auch kleine Warenkreisläufe aufbauen. Zum Beispiel erntet der Bauer Getreide, das man entweder zu Bier vergären oder zu Mehl mahlen kann, um daraus dann leckeres Brot zu backen. Komplizierter wird es aber nicht. Und nach gut sechs Stunden hat man die Geschichte durchgespielt und kann sich dem freien Spiel widmen.
Klingt nicht besonders aufregend? Nun ja, Villagers konzentriert sich ja auch eigentlich auf etwas anderes.

Das Dorfleben

Es ist das Zusammen- und Überleben einer kleinen Dorfgemeinschaft, das ihr in Villagers meistern müsst. Es geht nicht darum mit hunderten Soldaten die Grenze zu befestigen. Es geht darum 25 Seelen durch den Winter zu bringen ohne das jemand verhungert. Es geht darum das Erhardt undClara in ihr Haus ziehen, der Storch nach einiger Zeit ein kleines Bündel bringt und ihr jetzt 26 Mäuler zu stopfen habt. Und darum das Erhardt nach einem erfüllten Leben als Steinmetz alt wird und stirbt und das sein Sohn Lucas als Fischer dafür sorgt das seine Mitbewohner immer genug zu essen haben.

Bildrechte bumblebee

Dorfleben

Ihr müsst trotz der eigentlich geringen Komplexität der Gebäude und Warenketten eine Menge Mikromanagement betreiben. Schließlich habt ihr nur eine Handvoll Leute, um alle Bedürfnisse zu befriedigen. Und nur zufriedene Dörfler sind effektive Arbeiter.
Ein Beispiel, wie ein funktionierendes Dorf ganz schnell zu einem dahinsiechenden Marktflecken werden kann: Meine Bauernhöfe liefern genügend Nahrung, die Lager sind voll, die Arbeiter zufrieden, alles läuft bestens. Zeit sich selber einen Kaffee zu gönnen. Als ich zu meinem Mac zurückkehre, liegt das Dorf hernieder, die Lager sind leer und eine Hungersnot ist ausgebrochen. Alles nur, weil ich die Geschwindigkeit auf zehnfach gestellt hatte und dann nicht den bevorstehenden Winter bedacht hatte. Sobald meine Lager leer waren, mussten die Dörfler sehen, wie sie an Nahrung kommen. Der Jäger erlegte zwar noch etwas Wild, aber dieses lag dann in entlegenen Winkeln der Karte. Also machte sich der Bauer auf den Weg, um seinen Hunger an dem Wildbret zu stillen. Da er aber ziemlich weit laufen musste, blieb am Ende des Tages keine Zeit mehr, das Feld abzuernten. Auch am nächsten Tag ging er wieder los, um Nahrung zu finden. Und das Dilemma fing von vorne an, die Abwärtsspirale war in Gang gesetzt.
Gut, ein Anfängerfehler, aber einer der mir doch zu schaffen machte. Immerhin hatte ich meine Dorfbewohner doch sehr ins Herz geschlossen. Dabei hilft einem das Spiel, indem es zu jedem Villager ein detailliertes Infofenster liefert, so dass man seine Dorfbewohner über Generationen verfolgen kann.

Das Auge Gottes

Ich schwebe also als Baumeister über meinem Dorf und versuche, alles am Laufen zu halten. Dabei kann ich die Karte skalieren, um entweder den groben Überblick zu behalten oder ganz nah ranzugehen, um herauszufinden, mit wem Marion da abends hinter der Stadthalle tanzt. Ich kann meine Lager kontrollieren, Arbeitern neue Berufe zuweisen und mit herumreisenden Händlern schachern. Dabei muss ich immer die Nahrungsvorräte und Wasserversorgung im Blick behalten und zusehen, dass die Bewohner zufrieden sind. Vielleicht sollte ich jetzt doch eine Kirche bauen, obwohl ich die Steine lieber für den Ausbau meiner Wohnhäuser nutzen möchte. Schließlich kommt der Storch nur, wenn sich die Paare in ihre eigenen vier Wände zurück ziehen können. Und wenn ich nicht für Nachwuchs sorge, dann ist meine Dorfgemeinschaft bald überaltert und nicht mehr leistungsfähig genug um zu überleben.

Bildrechte bumblebee

Storch im Anflug

Ihr seht, man kann auch ohne Militär in der Dorfverwaltung gefordert werden. Denn wer taktische Kämpfe sucht, der ist hier falsch. Zwar kann man Bewohner zu Wachen erklären, die das Dorf gegen Räuber schützen, aber es reicht völlig, diese zu ernennen und einen Wachturm zu errichten. Mehr ist zu den Kämpfen nicht zu sagen.
Aber etwas zu sagen ist noch über das Beiwerk: Die Karte ist wie erwähnt zoom- und die Ansicht kippbar, so dass man sowohl von oben als auch schräg von der Seite schauen kann. Die Bewohner zeigen mittels kleiner Symbole über ihren Köpfen, womit sie gerade beschäftigt sind. Der Wechsel in die Detailansicht ist also nicht immer notwendig. Es gibt ein paar Wettereffekte und die Jahreszeiten werden entsprechend dargestellt. Dazu dudelt eine angenehme Hintergrundbeschallung vor sich hin.
Dabei ist ausgesprochen genügsam, auch ein 12”-MacBook mit dem vielgescholtenen Intel Core M und einer eher schmalbrüstigen Intel 5300 Onboard-Grafik reicht locker.

Fazit

Villagers ist kein auf Hochglanz polierter AAA-Titel und will es auch gar nicht sein. Das Spiel lädt zu einer gemütlichen Runde Dorfentwicklung ein und punktet eher durch Charme als durch ausufernde Komplexität. Aber dadurch macht es in meinen Augen eigentlich alles richtig. Die liebevollen Details laden zum Zuschauen ein, die Beschränkung auf eine kleine Dorfgemeinschaft und der Verzicht auf die militärische Komponente schärft den Blick auf das wesentliche: die Menschen.

Screenshots

Diese Diashow benötigt JavaScript.

In-Game-Video

Infobox

Name: Villagers

getestete Version: 1.004

Altersempfehlung: USK 12

Mindestvoraussetzungen: Intel-Prozessor mit 1,2 Ghz, OS X 10.8, 4 GB RAM, 512 MB freier Festplattenspeicher

macinplay-Testsystem: iMac 27”(2013) mit 3,5 GHz Core i7, 24 GB RAM, GTX 780M mit 4 GB und Macbook 12”(215) mit 1,1 >GHz Core M, 8GB RAM, Intel HD Grafik mit 1536 MB shared Memory

Bugs: Spiel startet nicht, wenn das Programm Duet Display läuft

Positiv: Einfache, aber doch fordernde Simulation; Fokussierung auf einzelne Bewohner

Negativ: Gebäude lassen sich nicht wieder abreissen, relativ kurze Kampagne

Bezugsquellen: Amazon* (DVD) oder Steam (Download): 

Villagers
Villagers
Entwickler: bumblebee.
Preis: 4,99 €

Folgekosten: keine

Werbung: keine

Alternativen

Städtebau mit Cities Skylines 

Oder dem klassischem Sim City: 

SimCity™ 4 Deluxe Edition
Entwickler: Aspyr Media, Inc.
Preis: 5,49 €

Ihr steht mehr aufs Mittelalter? Dann schaut euch auch Cultures an:  

Cultures Northland
Cultures Northland
Entwickler: Runesoft
Preis: 16,99 €

 

Advertisements
Advertisements