Warcraft III: The Frozen Throne

„The Frozen Throne“ ist das erste Add-On zum erfolgreichen Strategiehit „Warcraft III“ von Blizzard. Wie schon das eigentliche Spiel wird auch das Add-On auf einer Hybrid-CD für Windows und Mac ausgeliefert. Die Handlung von „Frozen Throne“ beginnt nach dem Ende der Kampagne von „Warcraft III“: Nach der Schlacht am Berg Hyjal ist die Bedrohung noch lange nicht vorbei. Illidian Stormrage, den die Nachtelfen zu ihrer Unterstützung befreit hatten, wendet sich nun gegen sie. Gemeinsam mit den Naga, einem Meervolk, beginnt ein neuer Konflikt, in dem die Nachtelfen meinen, auf der richtigen Seite zu stehen. Es wird jedoch schnell klar, das beide einen gemeinsamen Feind haben: nämlich die Untoten. Aber Hass und die starren Vorstellungen der Nachtelfen lassen nicht von Illidian ab.

Derweil kriselt es auch in der Allianz zwischen Elfen und Menschen, als Prinz Kael der Elfen von den Naga Unterstützung erhält und die Menschen ihn des Verrates anklagen. Durch ihr eigenes Intrigenspiel scheinen die Untoten zusehends an Macht zu gewinnen und ihren Plan nun doch nun verwirklichen zu können. Die einzige Möglichkeit, die Dämonenherrscher der Untoten noch aufzuhalten liegt darin, die Eiskrone zu erreichen und dort den Seelenstein des Lich-Königs zu finden und zu vernichten. Wird das Bündnis diese Kraftprobe bestehen?

Wie so üblich bei Add-Ons wird natürlich die Zahl der verfügbaren Einheiten und Gebäude aufgestockt: Insgesamt 14 neue Einheiten, neun neue Gebäude und ein Dutzend neue Upgrades finden sich in der Fortsetzung des Bestsellers. Und weil ja der Rollenspielteil in Warcraft III groß geschrieben wird, gibt es auch je einen neuen Helden pro Rasse und viele neue Gegenstände zu finden. Es gibt vor allem neue Lufteinheiten, die Orks schwingen sich auf Fledermäuse und die Menschen bilden Falkenreiter aus. Die Nachtelfen haben nun eine sehr massive Nahkampfeinheit, den Bergriesen, der auch schon Mal zu einem Baum greift und ihn als Keule benutzt. Diese neue Vielfalt machte es nötig, die Einheiten neu auszubalancieren, was dem Warcraft III-Team erfreulicherweise ausgezeichnet gelungen ist.

Neben diesen „großen“ Neuerungen gibt es aber auch viele Kleinigkeiten, die man zu schätzen lernt. Transportschiffe und Zeppeline haben nun eine Kapazitätsanzeige unter ihren Trefferpunkten, die Gebäude der Nachtelfen kämpfen nun auch, wenn sie eingepflanzt sind, Upgrades können in Warteschlangen gesetzt werden. Durch die Story kann man auch eine komplett neue Rasse steuern (leider aber nicht im Multiplayermodus), nämlich die Naga, und mit Söldnern Seeschlachten austragen. Auch passé ist die Levelbeschränkung auf Level 10, auf den Bildern ist schon zu sehen, dass auch Gegner mit Level 11 auf den Spieler warten.

Schon in Warcraft III waren die Helden unverzichtbarer Teil einer Streitmacht, das ist in „Frozen Throne“ nicht anders. Es gibt nicht nur neue Helden für die jeweiligen Rassen, sondern auch Söldnerlager, um sich Helden zu mieten. Hat man das entsprechende Gold, kann man die Schlagkraft einer Armee so sehr schnell vergrößern. In der Rollenspiel-Kampagne der Orks hat der Held Rexxar sogar eine Schatzkiste, um Gegenstände abzulegen – „Diablo 2“ lässt grüßen. Neben den Naga tauchen auch noch die Drenai auf, ein Volk aus Kalimdor, der Heimat der Orks. Wie die Naga steuert man diese auch nur kurze Zeit und kann sie danach nicht wieder spielen.

Der Schwierigkeitsgrad ist eigentlich durchweg ausgewogen; einige Missionen mit Zeitlimit oder Ähnlichem sind natürlich immer etwas kniffeliger als Aufbaumissionen. Die Kampagne führt mit Hilfe der Nachtelfen, Menschen und Untoten die Geschichte von Warcraft III weiter. Die orkischen Horden haben eine eigene Bonus-Kampagne bekommen, die rein auf die Rollenspielelemente abzielt. Alles in allem handelt es sich also um rund 26 neue Missionen plus Dutzende neuer Mulitplayerkarten. Dabei sind die Missionen sehr abwechslungsreich gestaltet, mal muss ein Stützpunkt aufgebaut werden, an anderer Stelle ist die Infrastruktur schon vorgegeben und man erstellt nur Einheiten. Außerdem ein Novum sind Missionen in Dungeons, bei denen man sich nur mit dem Helden und einer Handvoll Einheiten durchkämpfen muss.

Da die Rollenspielkampagne um den Ork Rexar etwas kurz ausgefallen ist, hat Blizzard versprochen, noch ein paar Missionen nachzureichen. Diese sollen dann kostenlos zum Download bereit gestellt werden.

Die Grafik ist für ein Strategiespiel immer noch State-of-the-Art und geizt nicht mit Effekten, besonders der Flammenschlag von Prinz Ka’el (Menschen-Kampagne) zaubert nette Feuereffekte auf den Bildschirm des geneigten Spieler. Für die neuen Schauplätze gibt es drei zusätzliche Grafik-Sets, die natürlich auch im Editor benutzbar sind. Die Figuren wirken zwar manchmal etwas Polygon-arm, die Landschaften können aber wieder überzeugen: Die Wälder sind wirklich idyllisch und die Dungeons könnten verwinkelter kaum sein und sind mit ihren hunderten Dekorationen an Detailliebe kaum zu übertreffen.

Die musikalische Untermalung ist wieder ist wieder auf oberstem Niveau anzusiedeln und die deutsche Übersetzung ist ebenfalls gut gelungen. Mit den neuen G5-Rechnern und einer Surround-Anlage wird Warcraft III noch einmal zulegen. Heute bemerkt man schon einen Effekt wenn man ans Geschehen heranzoomt, eventuell ist mit einem G5 dann ja echter 5.1 Sound möglich. Die Videosequenzen zu Beginn und am Ende kann ich nur als ‚episch‘ bezeichnen, es wird eine Spannung und Intensität erzeugt, wie ich sie von keinem anderen Spiel kenne. Besonders flotte Sprüche lassen die Orkhelden vom Stapel, aber auch ansonsten lohnt mehrmals anklicken wie gehabt.

Fazit

Wer Warcraft III in seiner Spielesammlung hat, der wird an „Frozen Throne“ nicht vorbeikommen, Blizzard hat es wieder einmal geschafft, ein bereits gutes Spiel noch besser zu machen. Die vielen Verbesserungen und die lange Kampagne rechtfertigen den Preis von 30 Euro auf jeden Fall, genau das richtige Spiel, um sich schonmal auf „World of Warcraft“ einzustimmen.

Felix Gelpke

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop oder bei Amazon.

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