"Familien gegen Killerspiele": Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden ruft zur Vernichtung auf

Wie die Website Cynamite unter Berufung auf die Website der Aktion berichtet, ruft das Aktionsbündis “Amoklauf Winnenden” Familien dazu auf, sogenannte Killerspiele, “die das Töten von Menschen simulieren”, öffentlich zu entsorgen. Zu diesem Zweck soll am 17. Oktober vor der Staatsoper in Stuttgart ein Container aufgestellt werden, in den die unerwünschten Spiele entsorgt werden können. Zu gewinnen gibt es für die Entsorger auch etwas, nämlich ein Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft mit den Unterschriften des aktuellen Kaders. Was hingegen mit den gesammelten Videospielen geschehen soll, ist jedoch noch nicht bekannt, so Cynamite süffisant.

Nach wie vor gibt es keine seriöse Studie, die einen Zusammenhang zwischen dem Spielen von gewalthaltigen Actionspielen und Mordhandlungen nachweist, zumal es Schulmassaker schon deutlich länger gibt als Computerspiele. Der momentane Stand der wissenschaftlichen Forschung sieht eher psychische und soziale Probleme der Täter als Ursache der Morde.

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0 thoughts on “"Familien gegen Killerspiele": Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden ruft zur Vernichtung auf”

  1. Gero Pflüger says:

    Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber mich erinnert die Aktion irgendwie fatal an den 10. Mai 1933. Da wurden auch unliebsame Medien öffentlich entsorgt, nachdem zuvor eine mediale Hetzjagd darauf stattgefunden hat.

  2. Ryk Thiem says:

    Ja, das kommt einem tatsächlich irgendwie bekannt vor. Es ist mir schleierhaft wieso immer wieder solche Rückschlüsse gezogen werden. Zumal die Amokläufer auch nicht mit dem Controller in der Hand durch Schulen rennen. Die Erschwerung zum Zugang zu Waffen sowie eine verstärkte soziale Verantwortung durch Erziehungsberechtigte sowie Pädagogen im Vorfeld würden sicher einen besseren Ansatz für das Engagement von vernichtungswilligen Eltern bieten. Hinschauen und Hinhören statt Spiele vernichten und verbieten ist in meinen Augen der bessere Weg einer Prävention.

  3. Nikolai Seel says:

    @Gero: Gell! War auch mein erster Gedanke.

    Es ist halt die übliche Hexenjagt. Man braucht einen Schuldigen und man würde dabei niemals sich selbst beschuldigen. Also muss jemand/etwas anderes her. Eigentlich erbärmlich.

    Ich hab auch schon so eine Szene vorm geistigen Auge: Die Eltern gehen in das Kinderzimmer. Nehmen sich alle Spiele die irgendwie was gruseliges drauf haben, wie das allseitsbekannte Killerspiel “WarCraft III”. Das eigene Kind wird dabei ignoriert als es es empört ist was mit seinem Besitz gemacht wird. Kurz darauf Streit bis die sich Balken biegen. Und am der Besitzer bekommt schnell mal Hausarrest oder ähnliches.

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