Guitar Hero III

Von Michael Mendler

Lass Papi mal rocken

Dieses Spiel ist für all jene Menschen, die in Ihrem linken Hoden mehr Rock haben als alle Mitglieder von Tokio Hotel zusammen. Für die Leute die in Ihrem Leben schon mehr Stunden Luftgitarre gespielt haben als Rasen gemäht. Für die kleinen und heimlichen Rockhelden unter uns.

Um das Fazit schon einmal vorweg zu nehmen; dieses Spiel ist der absolute Oberhammer. Ganz großes Kino bzw. ganz großer Rock. Aber wollen wir erst mal erklären worum es geht.

Jeder hat schon einmal diese Gitarrenkontroller gesehen. Das Spielprinzip ist auch recht simpel und gerade deswegen so genial. Im Hintergrund läuft ein Song und man selbst übernimmt die Gitarre bzw. auf Wunsch auch den Bass. Dann ist es die Aufgabe des Aushilfsrockers die Töne im genau richtigen Moment zu treffen. Hört sich leicht an, kann aber richtig schwer werden. Viele Töne müssen auch länger gehalten werden. Hier kann man mit dem Tremolo noch mal ein paar extra Pünktchen rausholen. Für die Unwissenden, ein Tremolo ist dieser kleine Hebel an dem die Rocker immer rumfuchteln wie verrückt um einen Ton länger zu halten.

Ich kann es nur jedem ans Herz legen erst einmal die Tutorials zu spielen. Dort wird einem erklärt wann man wie richtig anschlägt usw. Aber alles auf die wunderbar Klischeehafte Art und Weise die dieses Spiel so sympathisch macht. Wer einmal den Film „Kings of Rock“ gesehen hat, weiß wovon ich rede. Hier wird mit wirklich jedem Rockklischee gespielt. Ohne jemals albern oder abgehalftert zu wirken. Und so kommt es, das einem der God of Rock gleich zu Anfang die Basics erklärt. Solltet Ihr machen, lohnt sich. Nach ca. 30 Minuten sollte wirklich jeder Nichtskönner in der Lage sein, die ersten Songs zu bestreiten. Na ja, mal abgesehen von den Leuten die in Ihrer Jugend lieber Scooter oder N‘Sync gehört haben. Diese Menschen werden es leider nie können. Sorry, ihr könnt hier aufhören weiter zu lesen und Euch lieber eine Tanzmatte oder ähnliches für Eure Playstation kaufen.

Gerade frisch aus der Rockakademie kommend und noch Grün hinter den Ohren, startet man am besten gleich mit der Karriere. Wir wollen ja keine Zeit verlieren und so schnell wie möglich den Rockolymp besteigen. Als erstes sucht man sich einen der vielen sympathischen Alter Egos aus. Sogar weibliche Gitarristen gibt es. Wobei natürlich jeder weiß, das das weibliche Geschlecht aufgrund Ihrer Chromosomenanordnung nur dazu geeignet ist, den Bass zu spielen. Aber diesen kleinen Inhaltlichen Fehltritt wollen wir den Machern verziehen.

Jeder fängt mal klein an

Man beginnt also ganz klein im Proberaum mit den ersten Stücken. Wichtig ist immer das man auf dem „Rockmeter“ im Grünen Bereich ist. Dann sind die Massen zufrieden und begeistert. Verspielt man sich oft, kommt man schnell in den Roten Bereich und wird bei weiterer Unfähigkeit auch mal schnell mitten im Spiel abgesägt. Und so arbeitet man sich aus der eigenen Garage hoch auf die großen Bühnen dieser Welt. Jede Station einer Karriere hat in der Regel 4 Punkte bzw. Songs. Doch ab und an gibt es dann ein richtig coole Überraschung. Entweder kommt eine Zugabe, weil die Massen mehr von Deinen genialen Fähigkeiten sehen wollen, oder es kommt so richtig cool und Tom Morello oder Slash fordern Dich zu einem Duell. Und das ist ja wohl nun mal echt die fetteste Sache überhaupt, um es mal ganz einfach zu sagen.


Im Duell gibt es zwei Gitarrenhälse. Der linke ist der eigene, der rechte der vom Herausforderer. Hier spiel man abwechselnd unterschiedliche Stücke vom Song. Vorzugsweise Songs der Herausforderer. Ab und an wandern Extras den Gitarrenhals hinunter. Trifft man den Ton, bekommen man ein Extra das man dem anderen überbraten kann indem man die Gitarre nach oben reißt. Mal sieht er die Töne nicht richtig kommen, ein anderes mal spinnt sein Tremolo oder eine Gitarrenseite reißt. Platziert man die Extras zum richtigen Zeitpunkt, bringt es den Gegenüber kräftig aus dem Rhythmus und dementsprechend auch Richtung Roter Bereich im Rockmeter. Wer hier am Ende des Songs besser da steht, hat gewonnen und mit etwas Glück und Spucke das eigene Idol besiegt. Und das an einer Plastikgitarre. Könnte die Welt noch schöner sein?

Tja, was hat das Spiel sonst noch zu bieten? Einen ziemlich coolen Online-Modus in dem man gegen Freunde bzw. Feinde antreten kann. Recht lustig, aber ganz ehrlich, Ihr seid für mich eh nur Futter. Cool ist auch das Feature sich vom verdienten Geld neue Songs zu kaufen oder ein neues Outfit. Und wenn der richtige Gitarrist von Heute etwas trängt, dann definitiv Stacheln auf den Schultern und einen Wikingerhelm. Unter den kaufbaren Songs findet sich die ein oder andere Perle. Aber was sich die Macher dabei gedacht haben, „Revolverheld“ mit einzubauen, wird sich mir nie ergründen. Grausam, einfach grausam.

Grafisch ist Guitar Hero absolut stimmig und auch was die Performance angeht recht großzügig. Ältere bzw. schwächere Rechner (Intel only) sollten also auch mitkommen. Die Musikstücke sind sehr gut ausgewählt. Sogar die Queens Of The Stone Age haben es ins Game geschafft. Was eindeutig den guten Geschmack der Macher bestätigt.

Fazit
Selten hat mich ein Spiel so begeistert. Nicht weil ich unbedingt alle Songs freispielen wollte, oder im Duell gegen Slash der Bessere sein wollte. Nein, es bringt einfach tierisch viel Spaß wenn man einen Song richtig gut spielt und das auch merkt. Und schon erwischt man sich, wie man im eigenen Zimmer fast eine kleine Choreografie aufführt. Und wenn ein Spiel das mit einem schafft, hat es sein Ziel mehr als erreicht. Für Guitar Hero 3 spreche ich somit einen ganz klaren und eindeutigen Kaufbefehl aus. Ihr werdet es nicht bereuen. Die Schwierigkeitsgrade bieten auch genug Anreize für die richtig Hardcore Gitarristen. Online demütigt es sich zudem auch wirklich fabelhaft. Gibt es auch negatives zu berichten? Nach ca. 5 Std. ununterbrochenem jammen, merkt man doch schon den einen oder anderen Muskel. Und wirklich verblüffend ist, das man schon nach einer kleinen Menge Alkohol wesentlich besser spielt. Aber hey, wem sag ich das. Rock ohne Alkohol ist ungefähr so cool wie Pfandflaschen ausspülen bevor man sie zurück gibt.

Publisher
Aspyr
Produktseite
http://www.aspyr.de/guitarhero3/
Deutscher Vertrieb
Application Systems Heidelberg
Mind. Systemanforderungen
Mac OS X 10.4.12, Intel Core 2 Duo 2 GHz, 1 GB Ram, Radeon X1600 oder Geforce 7300

Testsystem
Mac OS X 10.5.1, Intel Core 2 Duo 2,16 GHz, 2 GB Ram, Geforce 7600

Pro
– Grenzenloser Spaß
– Coole Songs
– Toller Humor

Contra
Leider nur für IntelMacs

Dieser Testbericht erschien ursprünglich auf crackintosh.de und wird mit freundlicher Genehmigung von Olaf Kasper und seiner Autoren hier für die Nachwelt erhalten.

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