Saitek R 440 Trans World Racing Wheel

Saitek mochte ich eigentlich nie so richtig… Viel hartes Plastik und super-futuristisches Design – darf ein Lenkrad bitte auch einfach nach Lenkrad aussehen? Die Logitech-Lenkräder sehen da um einiges mehr nach Rennwagensteuerungen aus. Dummerweise sind beim preisgünstigen Formula Force GP die Force-Effekte kaum zu spüren. Und das um ein vielfaches teuere (und leider nicht mehr angebotene) MOMO Force hat zwar ein schickes Lederlenkrad und gute Effekte zu bieten, aber zu einem Preis, der eigentlich nicht tragbar ist – zumal es am Mac nicht wirklich viele Rennspiele mit Force Feedback gibt (für G3-Besitzer, wie mich, eigentlich nur F1 Championship 2000 von EA Sports und Total Immersion Racing von Feral). Nun kommt also Saitek mit seinem R 440 daher und verspricht Force Feedback zu einem vernünftigen Preis.

Aufbau des Lenkrads
Der Aufbau des Saitek-Wheels ist komplizierter als bei der Logitech-Konkurrenz (zwei Schrauben müssen festgedreht werden), da das zu befestigende Lenkradgestell auf dem Tisch positioniert wird, um dann mit einem separaten Plastikungetüm eingeklammert und anschließend per Schraube festgezurrt zu werden… Alles verstanden? Nun, es ist einfacher, als es sich anhört, aber ein paar Störpunkte gibt es dabei: Es ist sehr leicht, die teilweise zu kurzen Kabel beim Platzieren einzuklemmen, und die ganze Struktur ist vor dem Festzurren ziemlich wackelig. Hat die Montage erst geklappt, sitzt das Lenkrad richtig schön fest, vorausgesetzt, unter der Tischplatte ist genügend Freiraum, um die Schraube weit genug Richtung Tischmitte zu schieben. Durch diese Befestigungsart thront das Lenkrad auch recht hoch auf dem Tisch. Mein iBook musste ich auf einen Bücherstapel „aufbocken“, damit der Screen nicht vom Lenkrad verdeckt wird. Die Pedale sind moderat rutschfest auf Teppich und haben als einzige mir bekannte Steuereinheit hängende Pedale. Der Unterschied zwischen hängenden und stehenden Pedalen ist allerdings rein optisch, beim Fahren spielt es keine Rolle, wie die Pedalerie befestigt ist. Negativ aufgefallen sind mir eigentlich nur die teilweise etwas kurz geratenen Kabel. Beim Fahren musste ich aufpassen, beim plötzlichen Bremsen nicht mit dem Fuß in einem der Kabel hängen zu bleiben.

Start your engines!
Das erste, was einem bei der Ausfahrt aus der Boxengasse auffällt, sind die kräftigen (im Vergleich zum PC immer noch schwachen) Force Feedback-Effekte. Das zweite, was einem auffällt, ist die bunte Lichtorgel in der Mitte des Lenkrads, die durch wildes Geblinke immer wieder von der Strecke ablenkt (warum ist eigentlich kein schwarzes Klebeband im Lieferumfang?). Die Anzeige wird als Stärkeindikator für das Force Feedback beworben, leuchtet aber auch, wenn das Lenkrad nicht mit Strom versorgt wird und nicht angeschlossen ist. Je schneller man das Lenkrad bewegt, desto größer ist auch der „Leuchtausschlag“. Das Dritte, was zumindest bei Total Immersion Racing auf meinem iBook auffällt, sind die starken und recht hakeligen Effekte, die einem nicht ein Gefühl für die Straße geben, sondern eher stören. Ganz anders verhält es sich in F1 2000, dort unterstützen die Effekte das Fahren.

Kurz und schmerzlos, das Saitek R 440 hat die stärksten (und leider auch unkultiviertesten) Force Feedback-Effekte, die ich bisher am Mac erlebt habe. Endlich schafft es ein Lenkrad, Effekte annähernd so stark darzustellen, wie es bei den PC-Spielen schon seit Jahren selbstverständlich ist. Warum es aber noch kein Hersteller geschafft hat, eine Einstellungsmöglichkeit für die Effekte zu produzieren, ist mir hingegen ein Rätsel. Treiber werden unter Mac OS X natürlich wieder nicht benötigt. Für Total Immersion Racing würde ich die Effekte gerne etwas abschwächen, weil ein wildes Gezerre am Lenkrad nicht gerade realistisch daher kommt. Bei F1 2000 sind die Effekte allerdings genau richtig. Eigentlich dürfte ich gar keine Wertung vergeben, da das Spielerlebnis mit diesen beiden Spielen bei 2.0 bzw. 8.0 liegt, und der rechnerische Mittelwert 5.0 nicht wirklich weiter hilft. Dennoch gebe ich letztendlich 5 Punkte in der Gesamtwertung – nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht.

Fazit:

Das futuristische Design ist reine Geschmackssache, das dominierende Hartplastik ist in dieser Preisklasse normal. Den „Anfass-Test“ muss letztlich jeder für sich entscheiden und beim echten Autokauf entscheidet auch nicht nur die Farbe. Wer ein Lenkrad für F1 2000 braucht, ist mit dem Saitek gut beraten, wer lieber in Total Immersion Racing fahren will, sollte die Finger davon lassen.

Cajus Zi

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Produkt gelegentlich noch bei Amazon.de.

Bilder (klicken für mehr)

Habt Ihr eigene Bilder dazu? Schickt sie uns!

Advertisements

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Advertisements