Kensington Expert Mouse Pro Trackball

Vor langer Zeit besaß ich eine Kensington Orbit Maus, bei dem auch die Kugel oben drauf saß, allerdings war sie kleiner als bei den damaligen und heutigen Trackballs. So nahm ich dann mit einiger Spannung die Expert Mouse Pro aus der Verpackung und legte erstmal testweise meine Hand auf den Trackball. Die Folge war direkte Desorientierung meinerseits – welcher Finger soll denn bloß wohin?

Mit der Zeit löste ich das Rätsel, anscheinend soll man den Daumen auf die Taste links unten, den Zeigefinger auf die Taste links oben, den Mittelfinger auf das Scrollrad, den Ringfinger auf die Taste rechts oben und den kleinen Finger auf die Taste rechts unten legen. Das geht auch gut, theoretisch jedenfalls, praktisch ist das Ganze sehr verwirrend, da oben an der Maus auch noch sechs Tasten angebracht sind. Ähnlich wie bei neuen Internet-Keyboards kann man dort Websites oder auch Programme auf die verschiedenen Tasten legen. Allerdings ist das Ganze doch sehr unergonomisch, denn schließlich muss man die Kugel benutzen können, während man die Tasten bedient, das ist wohl immer so bei Trackballs, aber auch nach Tagen habe ich mich daran nicht gewöhnen können.

So, nun zur kompletten Beschreibung. Oben am Trackball gibt es wie gesagt sechs Tasten, auf die man Programme, Dokumente oder Websites legen kann, die sich dann per Druck auf die Taste öffnen. Darunter befindet sich ein kleines Scrollrad, das aussieht, als hätte man es aus einer normalen Maus herausgenommen und einfach in den Trackball reingesteckt: Es wirkt rein ästhetisch völlig deplatziert. Unter dem Rad ist die Kugel, um die vier Mausknöpfe gesetzt sind.

Wäre das Scrollrad nicht, könnte man die Kugel mit dem Zeigefinger bewegen, doch nun ist das Scrollrad aber da und man bewegt die Kugel mit dem Handteller. Allerdings fühlt man sich mit der Hand gefangen, denn man kann den Handteller nicht wirklich bewegen, weil man sich bemüht, stets vier Tasten und das Scrollrad mit den Fingern gleichzeitig zu bedienen. Ein Scrollen, während man den Mauszeiger – also die Kugel – bewegt ist somit so gut wie unmöglich, da man die Kugel letztendlich doch mit dem Zeigefinger bedient. Bei Trackballs von Konkurrenzherstellern gibt es andere Ideen, und selbst bei einem Trackball aus dem eigenen Haus wird das Rad direkt um die Maus platziert, das mann dann mit mehreren Fingern dreht, was sich als ziemlich praktisch erweist.

Aber auch so, wenn man das Scrollrad nicht benutzt, ist die Benutzung des Trackballs ein Problem. Versucht man z.B. eine Datei über den Desktop zu ziehen, muss man den Ball bewegen und eine Taste drücken, dabei verdreht man sich im Prinzip die Hand.

Was die Spieletauglichkeit dieses Trackballs angeht, bleiben eine Menge Fragezeichen. Für Shooter ist die Expert Mouse Pro nicht zu gebrauchen, schließlich muss man schnell reagieren können, man braucht das Scrollrad und mindestens zwei Tasten in erreichbarer Entfernung. Bei Strategiespielen und Empire Buildern ist der Trackball schon etwas nutzbarer, aber immer noch ist die zu große Kugel und die schlechte Verteilung der Tasten ein Problem.

Steckt man den Trackball unter Mac OS X in den USB Port, passiert nichts – der Trackball wird derzeit noch nicht erkannt. Kensington hat allerdings eine Software für ihre Mäuse ins Internet gestellt, die gut funktioniert.

Fazit:

Selbst wenn man das Scrollrad nicht benutzt, ist der hochpreisige Trackball nicht brauchbar. Er ist unergonomisch, man verdreht sich nur die Hand und er ist mit knapp 125 Euro einfach viel zu teuer. Dieser Trackball ist vermutlich etwas für Menschen mit Pranken, doch selbst die dürften sich damit nicht wirklich wohl fühlen.

Ingmar Wenz

Verfügbarkeit

Das Produkt ist mittlerweile vergriffen.

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