Logitech MX 510

Die Mäuse der MX-Reihe von Logitech erfreuten sich im vergangen Jahr sehr hoher Beliebtheit. Vor allem die hohe Geschwindigkeit und Präzision wurde gelobt und viele Spieler bestätigten die Vorzüge dieser Maus zum Computerspielen gegenüber anderen Mäusen. Mit der neuen MX 510 legt Logitech nun nach.

Vom Äußeren her wirkt die Logitech MX 510 sehr elegant: Die Seiten sind schwarz gummiert, während die obere Abdeckung in Blau metallic schimmert. Davon abgesetzt das Logo, welches geprägt und nicht bloß aufgedruckt ist. Auf den ersten Blick vermisst man die Tasten – Logitech orientiert sich hier am Apple-Design und integriert die Tasten in die Oberschale, weswegen man keine Schnittkanten mehr erkennen kann. Die dunkle Maus passt vielleicht nicht ganz so gut zu den weißen Tastaturen aus dem Hause Apple, dennoch ist der Holographie-Effekt in Blau allemal ein Hingucker.

Etwas schade ist, dass die MX 510 nur für Rechtshänder geeignet ist, da die Form der Maus an die rechte Hand angepasst wurde. Linkshänder müssen sich also nach einer anderen Alternative umsehen, Rechtshänder aber fühlen sich mit der Maus sicherlich schnell wohl. Die Form wirkt sehr natürlich und die Hand liegt gut auf. Der Daumen findet in der seitlichen Mulde Halt und kann zwei Tasten bedienen, während die restlichen Finger auf der Maus liegen und der kleine Finger das Bild auf der rechten Seite abrundet. Auch nach längerem Arbeiten liegt die Maus noch gut und ohne Ermüdungserscheinungen in der Hand.

Acht Tasten

Die acht programmierbaren Tasten sind für Benutzer der Standard-Apple-Maus mit lediglich einer Taste schon fast zu viel des Guten, doch lassen sich zumindest ein paar dieser Tasten im Alltag durchaus sinnvoll nutzen. Im Folgenden werden die Tasten in der Standardkonfiguration beschrieben. Mit der mitgelieferten Software “Logitech Control Center” lassen sich den Tasten aber auch individuelle Funktionen zuweisen.

Neben den zwei üblichen Tasten für Linksklick und Rechts- bzw. Control-Klick bietet die Maus ein Rad, um zeilengenau durch Texte und Webseiten zu blättern. Die Steuerung mittels Rad funktioniert präzise, mechanische Geräusche sind nicht zu vernehmen. Gleichzeitig fungiert das Rad als mittlere Maustaste. Die dieser Taste zugewiesene Funktion wird beim Druck auf das Rad abgerufen.

Ober- und unterhalb des Rades befinden sich zwei sehr kleine Tasten, die entgegen der zeilengenauen Steuerung des Rades einen kontinuierlichen Bildlauf nach oben und unten ermöglichen. Schon fast unter der Hand befindet sich der Programmumschalter, also die Funktion der Tastenkombination “Apfel-Tab”. Leider ist sie sehr klein und dadurch gewöhnungsbedürftig – man muss schon sehr genau treffen, um zwischen verschiedenen Programmen wechseln zu können. An der Seite und durch den Daumen zu bedienen befinden sich zwei Knöpfe, mit denen die Vor- und Zurück-Funktion des Internet-Browsers genutzt werden kann.

Logitech Control Center

Im Gegensatz zu der bei den älteren Logitech-Mäusen mitgelieferten Software MouseWare ist das neue Logitech Control Center (kurz LCC) optisch neu aufbereitet und auch technisch deutlich verbessert worden. Die individuelle Konfiguration der acht Tasten gestaltet sich problemlos. Diverse weitere Hardware aus dem Hause Logitech kann ebenfalls vom LCC verwaltet werden.

Neben dem LCC wurde die MX 510 auch mit der alternativen, herstellerunabhängigen Software USB Overdrive getestet. Hierbei fiel auf, dass der komplette Funktionsumfang der MX 510 unter USB Overdrive nicht ausgeschöpft werden konnte. Einige der acht Tasten (insbesondere die seitlichen) ließen sich in USB Overdrive nicht ansprechen. Von einem direkten Parallelbetrieb beider Programme sei an dieser Stelle abgeraten, da dies zur Vertauschung oder Nichtverfügbarkeit verschiedener Funktionen führen kann.

Etwas schwierig gestaltete sich die Belegung der mittleren Maustaste, ergo des Mausrades. Es mag recht angenehm sein, mit der mittleren Taste eine Funktion aus Exposé zu nutzen, doch irgendwie wollten im Test weder LCC noch USB Overdrive diese Taste erkennen, geschweige denn konfigurieren. Die Lösung des Problems erfolgte über einen Umweg: Unter den Systemeinstellungen in Exposé die Taste der gewünschten Funktion kurzzeitig ändern (z.B. von F9 in F15). Dann im LCC (oder in USB Overdrive) auf die mittlere Maustaste die eben geänderte Taste (in diesem Beispiel F9) legen und die in Exposé vorgenommene Änderung zurücknehmen. Voilà – jetzt klappt’s.

Einen kleinen Abstecher machen wir noch in die Technik: Wie man erkennen kann, hängt die MX 510 am Kabel und gehört somit nicht zu den freilaufenden Mäusen. Mit einer Abtastrate von 800 dpi kommt sie nicht ganz an die Razer Boomslang 2100 heran, ist aber vollkommen ausreichend ausgestattet. Ausgelesen wird der Fotosensor mit außerordentlichen 5,8 Megapixeln pro Sekunde, sodass die Maus auch sehr schnellen Bewegungen optimal folgen kann. Besonders bei älteren optischen Mäusen konnte man oft das Phänomen beobachten, dass bei schnellen Bewegungen der Mauspfeil plötzlich senkrecht nach oben geht und dann verharrt. Mit der MX 510 gehört dieses Problem der Vergangenheit an.

Nach ein paar Runden in UT2004 und der Demo von XIII bin ich vor allem von der Gleitfähigkeit beeindruckt. Sehr präzise landet man bei jedem Punkt, den man ansteuerte. Dank der hohen Auflösung bleiben die Mauswege angenehm klein. Die MX 510 ist nicht zu leicht und vermittelt ein griffiges Gefühl, ohne dabei nach mehren Stunden schwer in der Hand zu liegen.

Im Alltag sind die kleinen Bildlauftasten und der Programmumschalter nur schlecht zu nutzen. Man muss die Finger zu sehr verbiegen, um überhaupt an die Tasten zu kommen. Es empfiehlt sich daher, auf diese Tasten keinen besonderen Wert zu legen. Sehr praktisch sind hingegen die seitlichen Vor- und Zurück-Tasten beim Surfen im Internet.

Fazit:

Egal ob Spieler oder normaler Anwender, egal ob man alle Tasten braucht oder nur einen Ersatz für die Apple-Maus sucht: Die Logitech MX 510 ist eine empfehlenswerte Maus, die man mit Sicherheit nach wenigen Stunden nicht mehr missen möchte. Für Spieler spricht vor allem die hohe Auflösung und die Leichtigkeit, mit der sie über fast jede Oberfläche gleitet.

Felix Gelpke

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