Saitek Laser Maus

Der Sprung von der Kugel zum optischen Sensor bedeutete eine Revolution bei den Eingabegeräten: Die Abtastung der Oberfläche ist seitdem deutlich präziser geworden und die störende Reinigung der Kugel ist schlicht und ergreifend nicht mehr nötig. Saitek kündigte jetzt an, noch einen Schritt weiter zu gehen und anstatt des üblichen optischen Sensors einen Laser zur genaueren Abtastung der Oberfläche zu verbauen.

Saitek zufolge tastet der Laser-Sensor die Oberfläche deutlich genauer ab als ein gewöhnlicher optischer Sensor. Außerdem soll die lästige Eigenart bisheriger optischer Sensoren ausgeräumt worden sein, auf Glasplatten und auf anderen durchsichtigen Oberflächen nicht zu funktionieren.

Äußerlichkeiten

Von außen betrachtet sieht die Saitek-Maus nicht ungewöhnlich aus: Sie ist so geformt, dass die rechte Hand die Maus komplett umfassen kann und man schnell an alle Tasten kommt. Oben auf der Maus ist ein Scrollrad und die rechte und die linke Maustaste angebracht und an der linken Seite sind noch zwei weitere kleine Tasten zu finden. Auf der Oberseite neben dem Scrollrad befindet sich zudem eine Taste, die von Saitek “IE-Taste” genannt wird. Unter Windows lässt sich mit dieser Taste der Internet Explorer kontrollieren, am Mac funktioniert sie mangels Software nicht.

Wer ganz genau hinsieht, findet aber doch noch eine Besonderheit: Obwohl sich an der Unterseite ein Loch mit Sensor befindet, leuchtet dieser nicht – jedenfalls ist das Licht nicht sichtbar. Wer das Leuchten von Mäusen mit optischer Abtastung bisher als Nachteil empfunden hat, kommt jetzt also auf seine Kosten. Ich für meinen Teil habe es immer gemocht, wenn mich optische Mäuse mit ihrem coolen Glühen an Science-Fiction-Filme erinnernten…

Oberflächlichkeiten

Ein definitiver Unterschied zu Mäusen mit gewöhnlichen optischen Sensoren liegt in der verwendbaren Oberfläche. So gibt Saitek an, dass die neue Lasermaus auch auf spiegelnden Oberflächen wie Glasplatten funktioniert – anders als Mäuse mit optischem Sensor, die mit solchen Oberflächen zumeist Schwierigkeiten haben. Die Probe aufs Exempel zeigt, dass Saitek nicht zu viel verspricht: Die Lasermaus ist auf Glasoberflächen ohne Probleme zu bewegen.

Doch jetzt tritt eine andere Schwierigkeit zu Tage: Seit über einem Jahr bin ich im Besitz eines Gamer-Mauspads aus Plastik, das die nicht ganz ungewöhnliche Eigenschaft hat, transparent zu sein: Sobald die Lasermaus auf dem Pad verwendet wird, ist der Mauszeiger der Lasermaus ist vollkommen unkontrollierbar. Ironischerweise erinnert er dabei das Verhalten von Mäusen mit optischer Abtastung auf spiegelnden, gläsernen Oberflächen… Transparente Pads haben viele, aber welcher Gamer hat einen Tisch mit gläserner Tischplatte ohne Mauspad? Hier hat Saitek letztendlich wohl doch zu viel versprochen.

Abgetastet

Ein weiterer Vorteil dieser Maus soll die präzise optische Abtastung sein und da behält Saitek auch durchaus Recht: Egal ob Warcraft III, Unreal Tournament 2004 oder Photoshop – überall ist die Abtastung extrem präzise, sodass auch feine Mausbewegungen möglich sind. Deutlich schlägt die Lasermaus hier viele Mäuse mit optischer Abtastung, die bei sehr feinen Bewegungen manchmal Schwierigkeiten haben – obwohl etwa die Apple Pro Mouse oder die IntelliMouse Optical von Microsoft (sowie die meisten anderen aktuellen, hochwertigen Mäuse am Markt) mit der Lasermaus auch in dieser Disziplin problemlos mithalten können.

Angefasst

Ergonomisch gesehen wurde die Lasermaus vollkommen für Rechtshänder ausgelegt. Mit der linken Hand ist diese Maus nicht zu benutzen – Linkshänder müssen sie also ebenfalls mit der rechten Hand anfassen. Auch für mich als Rechtshänder war es aber nicht einfach, mich auf die ungewohnte Form einzustellen. Immer wieder versuchte meine Hand quasi von selbst, die Maus auf andere Weise anzufassen. Als ich die Maus einmal über längere Zeit – eine kurze Stunde UT 2004 – so anfasste, wie es die Maus durch ihre Form vorgibt, stellten sich Schmerzen im Handgelenk ein. Ich war mir nicht sicher, ob das vielleicht nur an mir liegen könnte und gab die Maus deshalb zu Freunden. Trotz völlig anderer Gewohnheiten kamen diese aber zum selben Ergebnis: Ergonomisch gesehen ist diese Maus einfach sehr gewöhnungsbedürftig.

Nur wer vollkommen überzeugt ist, in der Saitek Lasermaus seine Maus fürs Leben gefunden zu haben, wird es wohl auf sich nehmen, sich und seine Hand an die fremde Form zu gewöhnen. Wer an der Maus interessiert ist, sollte sie vor dem Kauf am besten erst einmal im Laden ausprobieren.

Besondere Eigenschaften

Die Lasermaus ähnelt in Form und Ausstattung anderen aktuellen Mäusen, denn sie ist ergonomisch gebaut und verfügt über insgesamt sechs Tasten und ein Scrollrad.

Da Saitek die Maus aber ohne Mac-Software liefert, sind einige Abstriche zu machen: Die sechste Taste – die “IE-Taste” – funktioniert am Mac überhaupt nicht und das horizontale Scrollen beim Scrollrad versagt seinen Dienst völlig. Zudem muss eine spezielle Software wie der USB Overdrive oder das Tool MouseZoom installiert sein, um die Mausgeschwindigkeit auf ein verwendbares Niveau zu senken.

Der Maus zu Gute zu halten ist die Lautstärke des Scrollrades: Selbst bei hochwertigen Mäusen von anderen Herstellern sind die Scrollräder oftmals nervtötend laut – bei dieser Maus hingegen ist das Rad kaum zu hören.

Zudem sind sowohl die übrigen Tasten – die rechte Maustaste, die Scrollrad-Taste und die beiden seitlich angebrachten Tasten – sowohl in Mac OS X als auch mit USB Overdrive frei belegbar.

Fazit:

Die neue Lasermaus von Saitek ist durchaus ihr Geld wert – sofern man bereit ist, auf das horizontale Scrollen, die sechste Taste und eine universelle Ergonomie zu verzichten. Wer bereit ist, sich einzugewöhnen, bekommt eine solide Maus mit vielen Tasten, einem guten Scrollrad und einem herausragenden Sensor. Für mich und für andere war die gewöhnungsbedürfte Ergonomie der größte Schwachpunkt, doch ansonsten punktet diese Maus in allen Kategorien.

Ingmar Wenz

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