Max Payne

Von Olaf Kasper

Stop

Noch vor seiner Erscheinung für den Mac ist Max Payne in seiner PC-Variante indiziert worden. Mit ihrer Entscheidung hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien also bewirkt, dass das Spiel Jugendlichen unter 18 Jahren nicht zugänglich gemacht werden darf. Dies wirkt sich auch auf dieses Review aus. Wenn Du also auf „Weiter“ klickst, bestätigst Du, über 18 Jahre alt zu sein und somit berechtigt bist, dieses Review zu lesen. Andernfalls klickehier.

Payne, Max Payne

MAX PAYNE bringt eine ziemlich tolle Neuerung ins Spiel – die sogenannte „Bullet Time“, die es dem Spieler ermöglicht, mit einem Tastendruck in eine Art Zeitlupenmodus zu wechseln, der bekannten Bildern aus dem Film Matrix gleicht. Untermalt von den Herzschlägen des Protagonisten und den Dumpfen, gedämpften Schlägen in Zeitlupe umherfliegender Projektile hechtet man langsam um Ecken, um fiesen Mafiagangstern oder mordlustigen Junkiies den Gar auszumachen.

 

Zur Story: Max Payne ist ein Cop – ein guter Cop – mit Frau, Kind und einem Haus im Grünen. Als er an einem gewöhnlichen Feierabend nach Hause kommt, findet er seine Famile und seine heile Welt in Blut getränkt vor… von hier ab ist nichts mehr so wie es war. Eine neue Designerdroge überschwemmt die Stadt, und Max, nichts mehr zu verlieren, lässt sich als Undercoveragent in den schlimmsten Teil der Stadt versetzen, um das Drogenkartell lahmzulegen. Als aber sein Vorgesetzter und einziger kontakt zur Aussenwelt kaltblütig erschossen wird, nimmt das Unheil seinen Lauf: Max wird von nun an von den Gangsterbossen und der Polizei gejagt, für die er der Mörder seines Vorgesetzen ist…

Das Game verwendet eine eigens entwickelte Grafik-Engine, die es dem Spieler erlaubt, in der sogenannten Bullet-Time in Zeitlupe Kugeln auszuweichen und aus Hechtsprüngen und Rollen die Gegner zu erledigen. Die Effekte entsprechen dabei in Etwa bekannten Szenen aus dem Film „Matrix“. Dabei läuft die Grafik selbst auf älteren Rechnern noch recht flüssig, wobei ich die von MacSoft angegebenen Mindestvoraussetzungen nicht nachvollziehen kann. Der alte G3 kommt des öfteren ins Stottern, dass man den Eindruck hat, mit einem selbstgezeichneten Daumenkino zu spielen. Ab einem G4/733 mit Geforce2-Karte aber fängt es an, Spass zu machen und auf dem G4/867 mit Radeon 8500 kann man beruhigt alle Effektregler nach oben schieben und die prachtvolle Grafikengine bei der Arbeit geniessen. Schnee und Eisregen lassen mich im sommerlich warmen Büro frösteln, und die dunkle Stimmung des Spiels zieht mich in ihren Bann.

Die Story

Die Story wird in Comic-artigen zwischensequenzen fortgeführt und untermalt eindrucksvoll die bedrückende Atmosphäre der Handlung. Hier und da kommen ein paar einfache Rätsel auf den Spieler zu, die aber in der Regel nicht über das „finde-den-schlüssel-für-die-Tür“-Niveau hinausgehen. Hier wäre eine ein wenig deftigere Rätselkost sicher nicht schlecht gewesen. Was dem Spiel aber nichts ausmacht, denn Max Payne setzt nicht auf Puzzlespiel, sondern genau richtig auf ein perfekt ausgewogenen Mass an Action und Stimmung.

Nach und nach gerät man weiter in den Bann einer sich immer weiter verstrickenden Story, die durch geschicktes Manipulieren der Möglichkeiten der Engine in unbekannte Dimensionen getrieben wird. Da steuert man einmal den betäubten Max durch einen surrealistischen Alptraum seiner Ängste und seiner Vergangenheit, kurz danach wieder in der kalten, harten Welt durch Mob-verseuchte Strassenschluchten, um ihm danach sicher durch ein vermintes Gebäude zu lenken, in dem hinter jeder neuen Tür eine neue Bombe hochgeht. Und jedesmal zeigt sich die gesunde Mischung aus Grafikpracht und schlichter Einfachheit; eben immer wo es angebracht ist.

Wenn man einigermassen an der Story (die den Vergleich mit manchen Hollywood-Thrillern nicht im Mindesten scheuen brauch) dranbleibt, wird dem Spieler schnell klar, dass es hier nicht nur um ein paar Gangster geht, die die Drogengeschäfte in der Stadt unter sich aufteilen wollen. Mit nahezu mystischer Anlehnung an Wikingersagen werden hier im Spielverlauf Komplotte und Verschwörungen aufgedeckt, die sich weit in Staats- und Geheimdienskreise erstrecken…

Bullet Time

Wenns mal ein wenig eng wird, kann man in Max Payne auf die sogenannte „Bullet Time“ zurückgreifen – das Spiel wird auf Testendruck so langsam, dass man Max im Zeitlupentempo gegenerischen Geschossen ausweichen lassen kann, die wunderbar animiert und gut sichtbar an der Verfolgerkamera vorbeizischen. Max lässt seine beiden Uzi´s knattern und die Zeitlupengeschosse zischen durch den Raum; überall klirren quälend langsam leere Patronenhülsen durchs Bild, von denen man fast den Eindruck bekommen kann, man könne den Herstellerschriftzug lesen. Besonders faszinierend ist der Effekt beim Scharfschützengewehr; hier reitet man nach betätigen des Abzuges förmlich auf dem Geschoss mit, dass sich auf sein Opfer zubewegt.

Auch hier zeigt sich die Qualität der Portierung – in vollen Räumen mit vielen Gegnern, die im Zeitlupentempo Munition und leere Geschosshülsen im Raum verteilen, gehts selbst auf dem alten G3 noch annähernd spielbar zu – aber wenns ein bisschen mehr sein darf, na gut…;) Mit einem entsprechend starken Prozessor und einer Geforce3 oder Radeon 8500 geht es mit so starkem Detail voran, dass man garnicht weiss, wo man hinschauen soll.

Gewalt

Max Payne ist sicher nichts für Minderjährige oder Leute mit schwchen Nerven – hier wird Gewalt fast zelebriert, die Hollywoodstreifen wie „Natural Born Killers“ oder diversen Tarantino-Streifen in nichts nachsteht. Mittlerweile ist Max Payne in Deutschland indiziert, was vor allem ASH zu spüren bekommen dürfte, die für die Distribution der Macversion in DACH verantwortlich gewesen wären. Eigentlich zeichent sich die Bpjs normalerweise durch inkompetente, undurchdachte Entscheidungen aus, die von Unkenntnis der Materie zeugen; hier haben sie wohl einen Glückstreffer gelandet…

Fazit

Wenn nichts im Fernsehen läuft, in der Videothek kein guter Krimi zu haben ist und auch eigentlich sonst ist Max Payne ein Spiel, dass man nicht versäumen sollte. Selten ist es so, dass man leichtfertig aufgibt weil eine Stelle im Spiel zu schwer ist; die Motivation steigt beständig weiter. Sei es nun, ein paar weitere Gangster zu erledigen oder einen Weg aus einem Bombengespickten Haus zu finden. Max Payne ist abwechslungsreich und Spannung Pur, Action mit explodierenden Autos in Tiefgaragen und abstürzenden Helikoptern inklusive. Das Leveldesign ist einfach, aber gut, die Grafik kein Überflieger aber immer schnell und übersichtlich. Durchzockte Nächte und Gänsehaut garantiert.

  • Olaf
  • 17.08.2006 12:08 Uhr
Publisher
Remedy Entertainment
Produktseite
http://www.maxpayne.com/
Deutscher Vertrieb
Testsystem
G4/867
1,5 GB Ram
ATI Radeon 8500
OS 9.2.2 /OS X 10.1.5G3/450
512 MB Ram
ATI Radeon
OS 9.2.2

G4/733
512 MB Ram
nVidia Geforce 2 MX
OS 9.2.2

Pro
Genial Umsetzung
Spannende Geschichte
Gute  Grafik und Steuerung
Contra
 Dieser Testbericht erschien ursprünglich auf crackintosh.de und wird mit freundlicher Genehmigung von Olaf Kasper und seiner Autoren hier für die Nachwelt erhalten.

Advertisements

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Advertisements