Castle Of Magic

Castle of MagicHokus, Pokus, Fidibus …
… dreimal schwarzer Kater. Oder eher: dreimal Spieleklassiker abgeguckt. Ich sehe es fast bildlich vor mir – die Gameloft-Entwickler sitzen an einem großen Tisch und wollen ein neues Spiel entwickeln. Eine Figur haben die schon. Doch wie und was soll sie machen? Nach langen Diskussionen werden die Spiele Super Mario, Sonic und Kirby in den Raum geworfen, schließlich waren das mal Erfolgstitel. Die besten Eigenschaften werden schnell mal zusammengemixt, und so entsteht „Castle Of Magic“. So weit, so Plagiat. Doch ist dieser Mix genau so gut wie die Originale?

Die Story
Die Rahmenhandlung ist dünn: Zwei Kinder finden eine Truhe mit einem Zauberhut, dieser bringt die Finder in ein Zauberschloss. Dort nimmt der böse Zauberer Nefastax das Mädchen gefangen und versteckt es im Schloss. Der Junge (der nach einem Gameloft-Wettbewerb den Namen „Wizzy“ erhalten hat), besitzt zum Glück noch den Zauberhut und macht sich damit auf, seine Freundin im Zauberschloss zu suchen. Dabei durchstreift er Portale zu verschiedensten Welten. Naja, und das war es im Prinzip schon.

So einfach wie Super Mario
Die Einfachheit der Story ist nicht schlimm. Es hat schließlich auch keiner damals groß die Hintergründe hinterfragt, warum ein italienischer Klempner eine Prinzessin vor einer dinosaurierähnlichen Schildkröte retten soll. Das Spielprinzip ist auch denkbar einfach – wie bei Mario. Laufen, auf Monster hüpfen, Bonuskisten aufbrechen, um PowerUps zu erhalten. Jedes PowerUp hat so seine Vorteile. Feuerbälle, Pfeile, Spitzhacke oder der Held wird zu einem Vielfraß, der alles und jeden verschlingt … Ohne PowerUps kann Wizzy die „Knuddel-Monster“ versteinern, muss sich aber dann denen gefährlich nah nähern.

Lebensdauer eines blauen Igels
Das „Überleben“ wurde geschickt von Sonic kopiert. Wizzy kann auf seinen Reisen viele – sehr viele – violette Edelsteine sammeln. Nach dem alten Prinzip bekommt man je 100 Edelsteine ein Extraleben. So weit so gut. Aber – wird man aber auf dem Weg dahin von einem Monster verletzt, verliert Wizzy einen gewissen Teil der Edelsteine. Bevor die Edelsteine im Nirvana verschwinden, kann aber der Held zumindest ein Teil dessen schnell wieder einsammeln. Sollte der kleine Zauberer keine Edelsteine mehr haben, die er verlieren kann, wird ein Leben abgezogen. Und hier wären wir schon bei Sonic, der damals anstatt Edelsteine goldene Ringe zu verlieren hatte.

So leicht wie Kirby
Na gut, viel Erkennungswert gibt es zwischen Kirby und Wizzy nicht. Doch hat Wizzy durch seinen Zauberhut ähnliche „Gleitfähigkeiten“ wie Kirby. Eigentlich merkt man schon, dass die Level eher für den bodenständigen Spieler gestaltet wurden. Man könnte im Prinzip viel zu oft auf das Gleiten verzichten und trotzdem durch den Level kommen. Diese Fähigkeit macht das Spiel fast schon zu einfach. Wäre da nicht …

Die Steuerung
Das ist wohl das größte Manko des Spiels. Die Steuerung kann sehr fummelig sein. Das virtuelle Steuerkreuz ist leider keine gute Alternative zu einem echten Controller. Genau dieser eignet sich nämlich ideal für diese Jump-’n‘-Run-Spiele. Doch durch das virtuelle Gegenstück kann es oft vorkommen, dass man entweder zu lange in der Luft segelt, zu schnell wieder fällt oder ganz falsch und zu weit springt. Der Grund ist ganz einfach: Man „verberührt“ sich.

Detailverliebtheit
Doch eins muss man den Entwicklern zugestehen: das sind absolute Detail-Fetischisten. Selten hab ich ein iPhone-Spiel erlebt, das so liebevoll gestaltet wurde. Die Hintergründe, die Level, der Held selber sind nicht einfach schnell hingekritzelt. Es macht alleine schon Spaß, sich durch die Level zu kämpfen, um das angenehme Ambiente zu genießen.

Musikalisches Geklimper …
… sucht man auch vergebens. Denn der Soundtrack ist sehr gut gewählt und unterstützt das Spiel stimmungsvoll. Hier gibt es auch keine Rüge. Höchstens: Es findet ab und zu eine Unterhaltung zwischen dem Held und dem bösen Zauberer statt. Würden die Sprechblasen durch ein hörbares Gespräch oder ein Gebrabbel ersetzt, hätte ich nichts dagegen.

Fazit
Ich muss sagen, ich hab mich nach kürzester Zeit in das Spiel verliebt. Castle of Magic ist ein fast ausgereiftes Game, wäre da nicht die sehr gewöhnungsbedürftige Steuerung. Zwar ist das Gameplay geklaut, trotzdem kann ich Castle Of Magic wirklich wärmstens empfehlen. Das Spiel beschränkt sich leider nur auf gut 20 Level zuzüglich der Endgegner. Ich hoffe deswegen sehr auf einen Nachfolger, da ist nämlich viel mehr rauszuholen. Übrigens: Für die ganz Unentschlossenen gibt es von Castle of Magic eine kostenlose Lite-Version.

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