4×4 Evolution

Nun halte ich sie also in den Händen: Die DVD-Box von 4×4 Evolution. Ich öffne sie, schiebe die CD in mein Slot-In-Laufwerk, installiere das Spiel und los geht’s. Wie bei der Public Beta lese ich mich zuerst durch die Lizenzvereinbarung, lege die Grafikeinstellungen fest (bei jedem Programmstart erneut!), und das eigentliche Spiel beginnt. Ein Film in einer viel zu niedrigen Auflösung flimmert über meinen Bildschirm, in dem riesige Autos zu sehen sind, die durch unberührte Waldlandschaften brausen. Ein kurzer Ladevorgang, und ich befinde mich im Hauptmenü.

Als erstes muss ich ein neues Profil erstellen, dann kann ich auswählen, welchen Spielmodus ich spielen will. Zur Auswahl stehen vier verschiedene. „Schnelles Rennen“, in dem man auf einer beliebigen Strecke mit einem beliebigen Wagen bis zu 20 Runden gegen maximal sieben Computer-Bots fahren kann. Ein weiterer Singleplayer-Modus ist die „Rekordjagd“. In der „Rekordjagd“ kann man versuchen, den bestehenden Streckenrekord einer beliebigen Strecke zu brechen. Es bietet sich zudem die Option, einen „Ghost Truck“ zu aktivieren, was zur Folge hat, dass ein halbtransparentes Auto mitfährt, welches exakt die Route des Streckenrekords fährt.

Der „Karriere“-Modus ist der Anspruchsvollste von allen. Man startet mit einem Startkapital von 30.000 $, aber ohne Wagen. Mit dem knappen Anfangskapital muss man sich also ein Auto kaufen. Nun ist man bereit, um an den Start zu gehen. Man kann wahlweise an Wettbewerbsserien teilnehmen oder Spezialrennen fahren. In den Karten sind gelegentlich auch Schätze versteckt – wenn man sie findet, bekommt man gleich einen Haufen Geld dazu. Das gewonnene Preisgeld kann man dann entweder in Tuning-Teile investieren, oder aufsparen, um später einen neuen Wagen zu kaufen. Die Vielfalt an Tuning-Teilen ist enorm, und auch an Fahrzeugen mangelt es nicht. Acht große Automarken sind vertreten, vornehmlich allerdings amerikanische und japanische Hersteller tummeln sich in der Liste. Die Computerbots sind anfangs anspruchsvolle Gegner, doch mit der Zeit sind sie berechenbar, und man kann ihr Handeln voraussehen. Wenn man einen von ihnen von der Piste drängeln will, bleibt es meistens dabei, dass man selber rausfällt, denn die sturen Bots fahren einfach ihre Route weiter und lassen sich überhaupt nicht auf einen kleinen Zweikampf ein.

Der letzte Modus ist der „Netzwerk“-Modus. Wenn man ihn öffnet, kann man entweder gegen Leute im Internet fahren, oder über das lokale Netzwerk, wobei man das Büro-Netzwerk unsicher machen und mit seinen Kollegen um den besten Rang kämpfen kann. In beiden Fällen wird allerdings eine TCP/IP-Verbindung vorausgesetzt. Im Netzwerkmodus kann man jedes beliebige Fahrzeug auswählen oder sogar mit dem Fahrzeug des Karriere-Modus spielen. Leider lassen sich in den Chats vor dem Spiel keine Umlaute wie ü, ä oder ö schreiben, was die Kommunikation erschwert. Außerdem ist das Interface des Online-Treffpunkts ziemlich unübersichtlich geraten – vermutlich liegt dies aber daran, dass sich hier Mac und Windows mit der Sega Dreamcast auf einen gemeinsamen kleinsten Nenner einigen mussten – denn man kann mit allen drei Plattformen online gegeneinander fahren.

Das Leveldesign ist sehr gut geraten, ob in der Wüste, in der Antarktis oder in den Alpen. Alle Strecken machen riesig Spaß, was vielleicht auch mit ihrer schier unglaublichen Größe zu tun hat. Man muss sich immer auf die Suche nach neuen Abkürzungen machen, sonst hat man keine Chance, schließlich ist ja 4×4 Evolution auch ein Off-Road-Game, bei dem man nicht einfach einer vorgegebenen Strecke nachfahren muss. Es gilt, kreuz und quer durch die Landschaft zu brettern, um von Checkpoint zu Checkpoint zu gelangen. An der Umsetzung der Fahrzeuge ist auch nicht viel zu bemängeln. Nur schade ist, dass die Fahrzeuge auch bei der größten Massenkarambolage keinen einzigen Kratzer abbekommen, ein Schadensmodell fehlt vollkommen. Auch ist die Kollisionsabfrage sehr schlecht umgesetzt worden. Wenn man in einen Gegner reinfährt, kommt es des öfteren vor, dass man einfach zehn Meter in die Luft katapultiert wird, ansonsten aber nichts geschieht. Ebenfalls unrealistisch ist die Möglichkeit, auch die steilsten Berghänge hochkrabbeln und unter Wasser noch minutenlang fahren zu können.

Die Grafik allgemein ist sehr detailreich und sauber, auch wenn man eine niedrige Auflösung und niedrige Details eingeschalten hat. Leider sind viele Objekte, wie zum Beispiel Bäume, nur 2D Objekte. Unlogisch ist, dass man zwar durch viele Gebüsche einfach hindurchfahren kann, aber wenn man mit Tempo 180 in eine der filigranen Kakteen brettert dieser keinen Wank macht.

Der Soundtrack ist insgesamt zwar sehr stimmungsvoll, doch mit der Zeit verleidet er es einem ziemlich, weil er ewig gleich bleibt und mit nur zehn Titeln nicht gerade viel Abwechslung bietet. Die Motorengeräusche haben sich leider gegenüber der Public Beta leider nicht verbessert. Sie sind überhaupt einer der größten Schwachpunkte, da jedes Fahrzeug gleich klingt – und das auch noch langweilig – und ansonsten einfach von der lauten Musik übertönt wird.

Da man durch das Einstellen der Rundenzahl selber bestimmen kann, wie lange man spielen möchte, kann es sein, dass man schnell ein dreiminütiges Rennen macht und sich dann wieder Wichtigerem widmet, oder zwei Stunden ununterbrochen im Karriere-Modus spielt, um sich endlich ein neues Auto leisten zu können. Dank der vielen Fahrzeuge, den vielen Strecken und den vielen Spielmodi macht 4×4 Evolution über längere Zeit Spaß. Fahrzeuge und neue Strecken gibt es bereits zu Hauf im Netz zu finden.

Die Menüs sind einigermaßen übersichtlich gegliedert, obwohl sicherlich nicht wirklich gut durcdacht. Auch hier wird wahrscheinlich der Dreamcast Tribut gezollt. Im Optionsmenü findet man sich sehr schnell zurecht, so dass man bei ruckelnder Grafik schnell die Sichtweite runterschrauben kann, damit 4×4 Evo wieder genug schnell läuft. Das Handbuch, das man der DVD-Box entnehmen kann, ist in deutsch und französisch geschrieben. Darin ist alles Nötige, wie zum Beispiel die Tastaturbelegung oder wie man Hilfe von Take 2 bekommt, beschrieben. Allerdings ist es schwarzweiß gedruckt, weshalb die Screenshots im Heftinneren nicht so ganz zur Geltung kommen.

Als ich 4×4 Evo zum ersten Mal spielte, wunderte ich mich, wieso es beim Ladevorgang immer abstürtzt. Ich dachte schon, dass das Problem bei meinem iMac liegt, doch als ich hörte, dass auch andere Mac-User dieses Problem haben, war ich mir dessen nicht mehr so sicher. Der Bug lässt sich beheben, indem man etwa 30 MB RAM frei lässt und unter Optionen->Sound das „Musik-Format“ auf „Wave“ umstellt. Seit ich dies gemacht habe, läuft 4×4 Evo ohne Probleme. Auch die angeschlossene Hardware wie Gamepads und Lenkräder wurden sofort erkannt.

Fazit:

4×4 Evolution ist sein Geld durchaus wert. Es ist lange Zeit spannend, 4×4 Evo zu spielen, und wer an den 16 mitgelieferten Strecken nicht genug hat, kann sich im Internet mit neuen Tracks und Autos versorgen. Dank 4×4 Evolution lassen sich auf meinem iMac endlich wieder zeitgemäße, spannende Rennen fahren, wenn auch mit kleinen Mängeln.

Luca Urech

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop.

Screenshots (klicken für mehr)

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