Battlestations: Pacific

Dass der zweite Weltkrieg nicht nur in Europa stattfand, ist den meisten noch bekannt, aber wie dieser Konflikt sich wirklich abgespielt hat, ist uns aufgrund unserer Eurozentrischen Sicht nicht immer klar.
Begonnen hat der Konflikt eigentlich schon 1937 mit dem Einmarsch der Japanischen Armee in China und dem daraus folgenden Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg. Zum Teil des 2. Weltkriegs wurde der Großostasiatische Krieg durch den Überfall der Japaner auf Pearl Harbour am 7.12.1941 und dem daraus folgenden Kriegseintritt der USA und Ihrer Verbündeten. Beendet wurde er erst nach den zwei verheerenden Atombombendetonationen über Hiroschima und Nagasaki am 2.9.1945.

Aber genug mit dem Ausflug in die Geschichte. Wer mehr wissen will, dem sei als erster Einstieg der ausführliche Wikipedia-Eintrag zum Thema empfohlen. Wir beschäftigen uns im folgenden mit einem Spiel, das sich diesen schrecklichen Krieg als Hintergrund ausgesucht hat.

Tora Tora Tora

Es ist der frühe Morgen des 7. Dezembers, als junger Pilot der kaiserliche Luftwaffe habe ich das Training erfolgreich abgeschlossen und darf jetzt endlich meinen ersten Einsatz fliegen. Und es geht gleich ums Ganze. Der Auftrag lautet nämlich die Flotte der Amerikaner im Hafen von Pearl Habour zu versenken. Und so verlasse ich mein Heim und steige in den Flieger. Später am Tag, die Maschinen kommen tief über die umliegenden Berge rein, und da liegt sie vor mir: die amerikanische Flotte. Aber bevor wir ums um die Schiffe kümmern, gilt es, sich erstmal um die am Boden stehenden Flieger zu kümmern…
So beginnt sie, die japanische Kampagne. Dabei führt ein kurzes Video in die Zeit und die Geschehnisse ein, bevor man im Flieger sitzt und sich plötzlich im Anflug auf den Stützpunkt der Amerikaner befindet. Gesteuert werden kann wahlweise mit Maus und Tastatur oder besser mit einem Gamepad. Dieses lässt sich zwar leider nicht konfigurieren, aber es fliegt sich allemal besser damit als mit Nagetier und Tastenbrett. Hardcorepiloten können auch einen Joystick anschliessen und sich so stilecht ins Getümmel stürzen. Jetzt kann es natürlich einmal vorkommen, dass auch der beste Pilot vom Himmel geholt wird. Das ist hier nicht so schlimm, man nimmt einfach die nächste Maschine und fliegt mit der dann weiter. Das sorgt zum einen natürlich dafür, dass Frustmomente ausbleiben, andererseits verhindert es aber auch den Einsatz auf einen echten Spielcharakter, aber auch die Identifikation mit dem alter Ego im Spiel und sorgt damit für ein gutes Stück Distanz.
Wie dem auch sei, mit der Zeit und den gewonnen Missionen kommen neue Einheiten hinzu, und man muss sich dran gewöhnen, verschiedene Truppenteile zu führen. Dabei gilt es naturgemäß, hauptsächlich Luft- und Seestreitkräfte zu lenken. Auch kombiniert, so gibt es zum Beispiel auch Landeoperationen ähnlich dem berühmten D-Day nur unter Palmen und etwas kleiner.
Dabei verlassen wir im Laufe des Spieles langsam aber sicher den festen Boden der historischen Begebenheiten, das Orakel vom Berge lässt grüßen.

We’ll fight back

Die amerikanische Kampagne beginnt etwa ein halbes Jahr später als die japanische, nämlich im Juni 1942 während der Schlacht um Midway, also genau da wo auch der Vorgänger Battlestation Midway spielt. Ansonsten ist es ganz ähnlich wie die japanische Kampagne gestrickt, nur dass die Einheiten natürlich anders heissen und aussehen. Und man diesmal auf vertrautem Terrain bleibt, während man sich langsam Richtung japanisches Mutterland kämpft.
Dabei gibt es, wie auch auf der japanischen Seite, als Flottenkommandant wesentlich mehr zu tun als ein einfacher Pilot. So gilt es, Reparaturtrupps durch das Schiff zu schicken, um die größten Gefechtsschäden zu beheben und ein Sinken mit Mann und Maus zu verhindern.

All together now

Einen Multiplayerpart gibt es auch, theoretisch jedenfalls.
Wenn man nicht gerade eine LAN-Party organisieren möchte, dann kann man das Spiel auch übers Internet spielen. Battlestations Pacific setzt dabei auf Gameranger. Einer Plattform die es seit vielen, vielen Jahren gibt und die mittlerweile über 600 Spiele unterstützt. Das ist ja eigentlich nichts Schlimmes, aber trotzdem gibt es zwei Punkte, die ich hier unbedingt ansprechen muss, einer ist eher technischer Natur, der andere betrifft des Spiel.
Erstens: Liebe Programmierer, Mac OS X ist ein Multiuser System. Das heisst es gibt einen Chef, das ist der Admin, der Obermotz der (fast) alles darf. Und es gibt die einfachen Benutzer, solche die gerne einmal eine Runde Battlestations Pacific spielen möchten. Jeder, der sich ein wenig Gedanken um die Sicherheit seines Systems macht, der richtet auf seinem Mac mindestens 2 User ein: den Admin, falls es mal etwas tiefer ins System gehen muss, und einen Alltagsuser, mit dem er täglich unterwegs ist. Das bietet zwar nicht Schutz gegen alle Unbilden dieser bösen Welt da draussen, aber es ist ein erster Schritt. Und jetzt kommt also Gameranger und hängt sich nach der Installation einfach auf, wenn sich der Client mit dem Heimatserver verbinden möchte. Es kommt keine Fehlermeldung, das Programm hängt einfach. Komplett… Klasse… Nach diversen Versuchen fiel mir dann ein, es einfach mal als Admin zu versuchen und siehe da, alles ward gut. Nun ja, liebe Leute, zum einen ist es unverständlich, wozu Gameranger jetzt Adminrechte braucht und zum zweiten wäre ein Hinweis darauf das mindeste, was ich als Benutzer erwarte.
Zweitens: „All together now“ ist nicht. Der Multiplayerpart von Battlestations Pacific ist leider nicht mit der Windows-Version kompatibel, und so war ich mangels Mitspieler nicht in der Lage das Multiplayerspiel wirklich zu testen.
Allerdings kann man die Multiplayerkarten auch als Einzelspieler spielen. Es gibt fünf verschiedene Spielmodi. Zum Beispiel gilt es beim Geleitschutz, ein bestimmtes Ziel zu zerstören, etwa einen Flugzeugträger im Geleitzug, während der Gegenspieler dies verhindern muss, oder bei der Inseleroberung muss man, wie der Name schon andeutet, alle Inseln auf der Karte erobern. Natürlich versucht der Gegner das Gleiche. Die Gefechte machen Spaß, auch wenn die KI nicht unbedingt die Schlaueste ist, wenn man einmal einen menschlichen Gegner findet, dann steckt da sicherlich eine Menge Potential in den Gefechten. Bis zu acht Menschen können sich auf so einer Karte tummeln, und dann wäre es vermutlich richtig bunt.

The look of Love

Das Spiel sieht nicht schlecht aus, auch wenn die Schiffe und Flugzeuge ein wenig wie frisch aus dem Revell-Baukasten aussehen und die Besatzungen auch unter schwersten Beschuss weiterhin gemütlich übers Deck schlendern. Die Umgebung ist detailreich, sofern man genug Power unter der Haube hat. Auf einem 3,06 Ghz DualCore iMac mit 256 MB Radeon 4670 Grafik hat man genau zwei Möglichkeiten: entweder man geniesst die ganze Pracht oder man schaltet ein bis drei Detailstufen runter damit die Diashow spielbar wird. Na ja, ganz so schlimm ist es zwar nicht, aber meine Grafikkarte ist schon etwas über Gebühr belastet wenn ich die ganze Pracht genießen möchte. Die Systemvorraussetzungen stehen nicht umsonst auf der Packung. Als besonderes Gimmick kann man die Darstellung mit einem Filter belegen, so dass das Bild an alte Filmaufnahmen erinnert, was aber natürlich auch wieder ordentlich Grafikpower zieht.
Und es hört sich auch ganz gut an. Die virtuellen Mitstreiter funken fröhlich vor sich hin, auf Wunsch sogar in der jeweiligen Originalsprache. Wer dem Japanischen nicht ganz so mächtig ist, der kann entweder Untertitel einblenden oder eben doch wieder auf die Landessprache zurückschalten.
Das ist normalerweise ein Extrainhalt, der zum Download angeboten wird. Dankenswerterweise sind gleich sechs dieser Downloads auf der DVD enthalten und werden gleich mitinstalliert, neben der Originalsprache gibt es noch neue Flugzeugdesigns und neue Multiplayerkarten.

Fazit

Insgesamt hinterlässt Battlestations Pacific einen etwas gemischten Eindruck. Obwohl sowohl Action- als auch Strategiefans bedient werden, sind die Actionsegmente auf Dauer doch relativ gleichförmig und der Strategieteil für ausgewiesene Hobbygeneräle etwas zu einfach gehalten. Besonders schwierig ist in meinen Augen der Verzicht auf einen „Helden“, verliert man ein Bildschirmleben, dann geht’s einfach mit dem nächsten weiter. Gerade das gewählte Szenario schreit eigentlich geradezu nach einer Spielfigur, mit der man die ganze Geschichte erleben kann. So reiht sich auch in der Kampagne einfach ein Gefecht an das andere, ohne dass es einen großen Zusammenhang gibt. Dadurch wird für mich eine Menge Potential verschenkt. Auf der Habenseite steht die Präsentation des Titels, die nötige Hardware vorausgesetzt. Aber das ist wohl der Preis, den wir Computerspieler zu zahlen haben, Windowsnutzer kennen diese Spirale ja schon länger, jetzt erwischt es auch uns Mac-User. Auch die ausführlichen Tutorials zu allen Spielfacetten wissen zu gefallen. Und wenn man ein Gamepad hat, ist auch die Steuerung im Gefecht kein Problem, mit der Maus ist es naturgemäß nicht ganz so einfach.
Also was tun? Ich würde trotz der Einschränkungen sagen: Kaufen! Oder erst mal die Demo von der Feralseite laden, schauen wie das Spielauf dem eigenen Mac läuft und dann kaufen.
Das Spiel gibt es unter anderem bei Amazon* und bei Arktis* und ist frei ab 12 Jahren.

Seit März 2011 ist das Spiel auch im Mac App Store zu haben.

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Screenshots (klicken für mehr)

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