Caesar III

Du bist Bürger des Römischen Imperiums – naja, momentan ist es noch kein Imperium, sondern besteht nur aus einigen wenigen Städten. Dein Job ist es, das Imperium durch den erfolgreichen Aufbau einer Siedlung zu vergrößern und zu stabilisieren. Wenn du das geschafft hast, befördert dich Caesar, und du bekommst eine neue, schwerere Aufgabe. Obwohl du Militär zur Verfügung haben wirst, ist dies kein Kriegsspiel.

Hübsche Grafik, denke ich mir, als ich mir die erste Siedlung anlege. Und außerdem überaus komplexes Gameplay. Wenn ich dies tue, hat das Konsequenzen. Wenn ich das lasse, hat es andere Konsequenzen. Ich spiele also munter vor mich hin und denke mir nichts Böses, schlage gelegentliche Mahnungen des Kaisers in den Wind, doch gefälligst sorgfältiger mit meinem Geld zu sein, und plötzlich steht da unverhofft eine komplette Legion des Imperators vor den Toren meiner Stadt, die erst mein Werk verwüsten und mich dann verhaften. Hätte ich mal bloß auf den Imperator gehört…

Nächster Versuch. Alles geht glatt. Ich leiste Caesar stets Tribut und sende ihm gelegentlich Geschenke. Der Kaiser ist stolz auf mich! Plötzlich drehen die Götter durch: Ceres vernichtet meine Ernte, Aufständische, von Mars angestachelt, verwüsten einen Vorort, Neptun zürnt mir und versenkt alle Hndelsschiffe, Merkur ist eingeschnappt und zerstört meine Vorräte. Und Venus, die Holde, sorgt dafür, dass mein Volk fort zieht. Plötzlich fehlt es an allen Ecken und Enden – kein Geld, kein Tribut an den Kaiser, Ende siehe oben. Irgendwas mache ich falsch…

Schließlich begreife ich: Es geht nicht darum, es einem einzigen Kaiser oder Gott Recht zu machen, sondern ALLEN. Und das Volk, der fiese Pöbel, will auch noch was zu lachen haben. Jetzt endlich komme ich langsam voran.

Du hast zwei Möglichkeiten, dieses Spiel anzugehen: Entweder entscheidest du dich für eine Karriere unter der Fittiche des Imperators, dann bewegst du dich von Auftrag zu Auftrag. Jedes Mal musst du eine neue Stadt mit neuen Zielvorgaben errichten. Doch stets bleibt dir die Wahl, ob du eine friedliche Provinz besiedeln oder ob du dich mit den einheimischen Barbaren abgeben willst. Oder aber du entscheidest dich für das Aufbauspiel, in dem es nur darauf ankommt, eine Stadt zu bauen.

Es macht eine höllische Laune, eine antike Stadt zu errichten und dafür zu sorgen, dass es allen Bürgern der Stadt gut geht. Auch die gelegentlichen kaiserlichen Truppenaussendungen kann ich nun abwehren – zu meiner Überraschung sorgt ein Sieg über Caesars Legionen dafür, dass sein Respekt vor mir steigt. Überraschende Wendungen wie diese, aber auch das schön gestaltete Ambiente, die Vielzahl an Sounds und Sprache sorgen für einen lang anhaltenden Spielspaß.

Dieses Spiel kann für Aufbaustrategiefans wie mich eine halbe Ewigkeit dauern. Jeder Auftrag kann im Eiltempo durchwandert werden (die ersten beiden Jobs des Karrierespiels schaffe ich mittlerweile in weniger als einer halben Stunde), doch stundenlange Auseinandersetzungen mit Barbaren und römischen Legionen können das Wachstum der Stadt und die Erreichung meiner Ziele ziemlich nach hinten verlängern.

Wenn du dann irgendwann alle Aufgaben des Karrierespiels durchgedaddelt hast, selber Caesar geworden bist, und auch das Städteaufbauspiel keinen Reiz mehr bietet, dann mache doch einfach deine eigenen Aufgaben mit dem beiliegenden umfangreichen Leveleditor.

Bei Spielen dieser Art schaue ich häufig vorab mal ins Handbuch. Dieses hier ist ordentlich geschrieben und oftmals für Einsteiger sehr hilfreich. Vorne auf dem Cover prangt das Mac OS-Logo. Der erste Satz des Kapitels „Installation von Caesar III“ lautet: „Starten Sie Windows und legen Sie die Caesar III-CD ein“… Die Erleichterung folgt auf dem Fuße: Der Inhalt des Buches ist für beide Plattformen geeignet: „Für die meisten Gouverneure bedeutet dies einen Klick mit der rechten Maustaste, Gouverneure der Macintosh-Fraktion dagegen müssen die Apfel-Taste gedrückt halten, während sie mit der Maus klicken.“ Na immerhin.

Das Spiel steuert sich relativ gut, auch wenn die isometrische Ansicht nicht unbedingt der Übersichtlichkeit beim Platzieren eines neuen Gebäudes dient. Schön wäre es, wenn man eine Art „Draufsicht“ aus der Vogelperspektive hätte. Informationen zu deinen Taten erhältst du über das zentrale Steuerelement deiner „Berater“. Hier kannst du z. B. Anweisungen zum Handel und zur Industrie geben, kannst deine Arbeitskräfte priorisieren, kannst schauen, was Caesar gerade so über dich denkt, und die Priester nach dem Befinden der Götter befragen.

Das Spiel läuft sicher und stabil, ich konnte keine Absonderlichkeiten während der vielen Stunden des Testens feststellen. Selbst für ein 1998er Spiel sind die Anforderungen moderat. Ein halbwegs moderner PowerPC kommt locker damit klar.

Fazit:

Klasse! Einzige Einschränkung besteht in der Übersichtlichkeit des Ganzen. Das Interface ist nicht leicht zu durchschauen.

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop.

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