Command & Conquer: Generäle – Stunde Null: ProGen Directors Cut

Dies ist der zweite Teil einer Reviewserie über „Command & Conquer: Generals“-Mods – der erste Teil befindet sich hier. Wer des Originalspiels müde geworden ist, kann mit Mods (von Modification = Veränderung) das Spiel aufpushen. Die meisten Command & Conquer Generals–Mods verändern die Einheiten und Gebäude und fügen neue hinzu, zusätzlich werden neue Fähigkeiten, Upgrades und Effekte eingepasst. So auch ProGen, das sich ebenfalls kostenlos – von den Onlinegebühren für den Download mal abgesehen – runterladen lässt.

ProGen war eine der ersten Mods für Generals und hat damit schon auf eine vergleichbar lange Geschichte. Die aktuelle Version hört auf den Namen: „ProGen Director’s Cut“, was darauf hinweisen könnte, das die Macher von DeeZire langsam was anderes zu tun haben, als weiter an ProGen herumzuschrauben. So oder so bringt ProGen einges Neues auf den Command & Conquer-schwangeren Mac.

Installation

Der Download ist mit 52 MB erstaunlich dünn geraten. Wer jedoch mit dem neuen (02.02.07) Modlauncher von Macologist installieren will, muss sich auf 307 MB gefasst machen, bekommt dafür aber auch Mideast Crisis (>>siehe Review) und Shockwave mitgeliefert.

Die Installtion von ProGen ist jedenfalls ohne Probleme zu bewerkstelligen. Per Hand ist es einem selbst überlassen, ob er die zu beseitigenden Original–Files zur späteren Wiederherstellung des Originalspiels in einen Backup–Ordner packt, oder vorher schlicht die komplette ZeroHour–Installation kopiert.

Das ProGen–Archiv enthält unter anderem auch einen HTML–Userguide in Englisch. Die „Anleitung“ ist merkwürdig aufgebaut und ihre Navigation empfinde ich als unzureichend. Man muss sich, um sich umfassend zu informieren, durch die entsprechenden Briefings klicken. Eine Auflistung neuer Einheiten/Upgrades fehlt, wenn man sich nicht durch das „Text file detailing alll changes“ durchkämpfen will. Ich habe das Dokument mehr als eine Selbstbeweihräucherung, als eine Hilfe für „Anfänger“ empfunden. Mal reinklicken sollte man jedoch schon mal.

Das Menü

Nach dem Start, der auch ohne eingelegte CD/DVD zu bewerkstelligen ist, fällt einem erstmal kein Unterschied auf. ProGen hat auf einen eigenen Anfangsbildschirm oder eine Menühintergrundanimation verzichtet. Nur die Schrift zeigt an, dass es sich nicht um das Originalspiel handelt. Wie so häufig, entdeckt man erst später, dass es bei ProGen mehr darum geht, was unter der Haube steckt, als vordergründige Effekthascherei zu betreiben.

Einziger neuer und leider komplett funktionsloser Menüpunkt ist der ›Worldbuilder‹, der in der Windowsversion ermöglicht, eigene Maps mit einem Editor zu erstellen.

Beim Singleplayer wird dann klar, warum ProGen in dieser Version „Director’s Cut“ heisst, den hier lassen sich nicht nur alle Command & Conquer Generals Missionen, also nicht nur die aus dem Hauptspiel oder aus der Erweiterung Zero Hour (Stunde Null) durchspielen, sondern es wurde pro Partei noch eine Extramission hinzugefügt. Angeblich wurden auch Missionen hinzugefügt, die im Original vorgesehen, aber am Ende doch nicht miteingebracht wurden.

Spannend wird es auch im Optionsmenu. Hier wurde anscheindend einiges an KnowHow reingesteckt, denn es lässt sich nun Antialiasing in verschiedenen Qualitätsstufen aktivieren. Ansonsten gibt ein paar Optionen bezüglich der Kamera beim Replay, dem Scrollen und einen Language–Filter für’s Onlinespiel.

Im Gefechts-Modus wartet ProGen auch mit ein paar netten kleinen Überraschungen auf. Neben überarbeiteten Maps, deren Tech-Buildings einige Erweiterungen erfahren haben, gibt es neue Optionen. So kann jetzt der Anfangsbetrag in 5000er Schritten gewählt werden, die Honors, sowie die FPS gelöscht werden.

Die Kontrahenten

An den Armeen und Generälen hat sich insoweit nichts geändert. Es bestehen nach wie vor die USA, GLA und China mit ihren drei Sondergenerälen. Neu ist allerdings, dass alle drei nun zusätzlich auf einen eigenen Challenge-General („Commander in Chief“) zurückgreifen können. Dieser Boss-General beinhaltet alle fortgeschrittenen Einheiten der anderen Spezialgeneräle. Diese Bossgeneräle sind sehr ausgefeilt und mit allem möglichen Upgrades versorgt, die man normalerweise „teuer“ dazukaufen muss. Leider unterstützt die KI den Einsatz nicht, d.h. der Computergegner bleibt tatenlos, wenn man für ihn einen der Boss-Generäle auswählt.

Einheiten

Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich hier nun jede Einheit aufführen würde. Ich werde daher nur die entsprechenden Klassen (Infanterie, etc.) erörtern.

Infanterie
Von Beginn an bekommen alle Standard–Infanteristen eine neue Fähigkeit mit auf den Weg: Das Auslachen. Ich habe ehrlich gesagt nicht verstanden, wozu sie gut ist, lustig ist sie allemal.
Die auffälligste Änderung bei der Infanterie aller Parteien ist, dass die Möglichkeit Gefangene zu machen, hinzugefügt wurde. So hat jede Armee ein Gebäude, in dem sich sowohl diese Fähigkeit, als auch den Gefangenentransporter entwickeln lässt. Die entsprechend eingestellten Standard-Troops hören daraufhin auf, alles Gegenerische zu beschiessen, sondern konzentrieren sich darauf, feindliche Infanterieeineiten zu bedrohen, die sich daraufhin ergeben. Das „Sich-Ergeben“ ist übrigens durchaus sehenswert umgesetzt worden. Die Jungs heben die Hände, Knien sich hin und legen ihre Waffe erst auf den Boden, um sie dann von sich wegzuschieben.

Wenn der POW–Truck es schafft, die Soldaten in der recht grosszügigen Zeit, in der sie auf dem Boden knien, zu erreichen, wird Bares auf’s Konto gespült. Braucht der Truck allerdings zu lange – schließlich kann man nur einen bauen und wer weiss, wo der wieder rumsteht?! – verschwinden die Einheiten einfach.
Ausserdem gibt es kleine Schmankerl je nach General. So kan z.B. der Hacker des Nuklear-Generals jetzt Mininukes platzieren, oder der Saboteur des Demolition-Generals Booby-Traps. Überhaupt hat der Saboteur ein ganzes Feld von neuen Fähigkeiten bekommen, um ihn interessanter zu machen. Das ist übrigens gelungen. Es wurden jedoch quasi alle Einheiten mit zusätzlichen Stimmen und viele auch mit zusätzlichen Animationen ausgestattet.

Fahrzeuge
Neben dem bereits erwähnten POW-Truck gibt es wenig wirklich neue Fahrzeuge. Je nach Parteiwahl haben allerdings die Fahrzeuge neue Updates. Im Fall des Superweaopon–Generals gibt es beispielsweise ein Engineer-Car, dass statt des Erste-Hilfe-Humvees nun Fahrzeuge statt Fußtruppen repariert. Bei Lasergeneral lässt sich nun der Jeep mit Laserkanonen ausrüsten, sowie die Sentry-Drohnen, was auch die Reparaturdrohnen umfasst. Der Stealth-General bietet den Quadkanon-Truck mit zusätzlichem Sniper an. General Kwai und Leang haben verbesserte Gattling-Panzer zu bieten.

Auch hier wurden umfangreiche Veränderungen bei den Geräuschen, Animationen und der Balance gemacht. Einige Fahrzeuge sind nun günstiger oder besser gepanzert. Viele kleine Bugs des Originalspiels wurden ausgebügelt.

Luftwaffe
Die Flieger sind noch die gleichen, auch wenn der Comanche-Helikopter ein wenig sein Aussehen verändert hat. Es gibt ein paar neue Updates, wie das Reichweitenupdate der chinesischesen MIG-Fighter.

Gebäude
Auch die Gebäude haben eher kleine, aber feine Verbesserungen erfahren. Es gibt zwar nur wenig neue Gebäude, aber das Aussehen und vor allem die Veränderungen, die sich bei Beschädigungen ergeben, wurden überarbeitet. In erster Linie haben die Generäle neue Gebäude hinzugewonnen. So gibt es Sicherheitszäune und Mauern, die dem Gegner die Offensive erschweren. Der Superweapon-General hat jetzt die Auswahl zwischen drei Superwaffen, die je nach Bauart einen Tomahawkregen, eine schwere Bombe oder den bekannten Plasmastrahl beherbergen.

Auf den Maps kann man jetzt neue Gebäude wie die Höhlen und die Radiostation finden, die entsprechende taktische Vorteile bieten.

Aufrüsten und Generalsfähigkeiten

Bei den Aufrüstungen und Generalsfähigkeiten findet man im Grossen und Ganzen das vor, was man aus dem Originalspiel kennt. Es gibt bei den Generälen kleine Veränderungen, einen neuen Napalmstrike oder die Fähigkeit von der Ferne ein fremdes Fahrzeug zu übernehmen.

Performance und KI

Wie bereits mehrfach angedeutet, liegen die Vorteile von ProGen in dem, was unter der Haube steckt. Besonders begeistert der durch die Mod erreichte Performancegewinn. Es entsteht der Eindruck, dass das Spiel durch die Mod sogar eine bessere Performance zu bieten hat, als das Originalspiel. Es läuft nicht nur flüssig, es läuft schnell und flüssig auch bei höchsten Qualitätseintellungen.

Die Bezeichnungen der KI-Stärke haben sich verändert (›medium‹ fällt weg, stattdessen wird ›brutal‹ als höchste Stärke angegeben), und das hat seinen Grund. Die KI hat zum einen nicht mehr soviele Bugs wie noch in Zero Hour und kämpft außerdem etwas ausgefeilter als die des Originalspiels. So werden vom Rechner Ressourcen gesichert und Häuser besetzt, auch seine Nachschubproduktion lässt nicht zu wünschen übrig. Zwar kann sie keinen Boss–General befehligen, aber sie ist durchaus fähig, gegen ihn Paroli zu bieten.

Grafik, Sound, Effekte

Hier kommen die größten Vorteile von ProGen zum tragen. Hunderte neue Sounds und Stimmen erhöhen den Spielspaß um einiges. Auch grafisch bringen diverse Verbesserungen ein dickes Plus an Spaß mit sich. So wurden einige Effekte überarbeitet und auch die Animationen wurden größtenteils ersetzt. Vor allem die Heldenanimationen sind jetzt sehr viel detailierter. Auch die neuen Animationen, z.B. wie sich gefangene Soldaten ergeben, sind richtig gut gemacht.

Gameplay

Es macht einfach Spaß ProGen zu spielen. Es ist schnell, es sieht gut aus, es gibt einfach mehr Abwechslung und diverse Neuerungen, die Pfiff ins alte Spiel bringen. Viele Maps wurden überarbeitet, vor allem im Challenge–Modus. Auch neue Tastaturkürzel, wie z.B. CTRL-H, um den Helden anzuwählen, wo immer er sich auch befindet, erweitern das Spiel sinnvoll. Die Feedbacks sind abwechslunsreicher und z.T. sind fehlende ersetzt worden, um einen besseren Informationsstand zu haben.

Fazit:

ProGen ist der König des Finetunings. Es ist sehr offensichtlich, dass hier Leute am Werk waren, die sehr gute Arbeit im Detail einem mies umgesetzten Ideenfeuerwerk vorziehen. Das Spiel wurde rundum verbessert und mit unzähligen Bugfixes versehen. Kleine Ungereimtheiten des Originalspiels wurden ausgemerzt. Die Boss-Generäle ermöglichen ganz neue Taktiken und vereinigen die Neuerungen der anderen Generäle eindrucksvoll. Wer C&C Zero Hour mochte, wird ProGen lieben. Besonders für Leute, die mal wieder ein paar Einzelmissionen spielen wollen, ist ProGen-Directors Cut ein Muss. Nicht umsonst wurde ProGen von einigen C&C–Fansites als bester Mod ausgezeichnet.

Verfügbarkeit

Zu haben ist das für die Mod benötigte Spiel samt Erweiterung im macinplay-Shop.
Die Mod selber gibt es bei deezire.net.

Bilder (klicken für mehr)

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