Die Siedler II: Veni, Vidi, Vici,

Auf der Überfahrt zu den Provinzen jenseits des Meers der Stürme überfällt Octavius, Kapitän der Tortius, ein mächtiger Sturm, der das stolze Schiff von seiner Route abkommen lässt. Im finsteren Unwetter erkennt der Ausguck die Gefahr erst, als es schon zu spät ist: Ein Blitz erhellt die Klippen, auf die die Tortius mit voller Fahrt aufläuft – der Rumpf wird aufgeschlitzt, das Schiff sinkt. Doch die Mannschaft kann sich an das nahe Ufer einer Insel retten, die zwar unbekannt, aber immerhin fruchtbar zu sein scheint. Ob Menschen auf der Insel leben, weiß Octavius auch nicht.

Um den Weg nach Hause zu finden, muss sich die gerettete Mannschaft erst einmal häuslich einrichten und für das Nötigste sorgen. Unterkünfte wollen gebaut und die Leute beschäftigt werden. Du beginnst mit einem Zelt in der Mitte einer Wiese.

Und dieses Zelt ist dein Hauptquartier. In ihm ist alles drin, was du zu Beginn des Spiels brauchst – ein paar gerettete Bretter von der Tortius genügen erst einmal als Baumaterial für die ersten Hütten. Es gibt insgesamt 32 verschiedene Gebäudearten und mehr als 30 verschiedene Berufe – auch sechs verschiedene Militär-Dienstgrade-, und daraus wächst nach und nach ein komplexes Wirtschaftssystem. Baust du hier was, wird das Produkt woanders hin getragen und dort weiterverarbeitet. Von da geht es weiter an einen dritten Ort, an dem das Stück gerade gebraucht wird.

Das Spiel, das komplett in deutscher Sprache vorliegt, ist niedlich, ich kann es nicht anders sagen. Zuerst einmal beeindruckt der vollständig computeranimierte, comicartige Film des Intros. Dann folgt ein recht dürftiges Hauptmenü, dessen Untermenüs teilweise nach ein wenig mehr Erklärung dürsten, doch der moderat erfahrene Macinplayer wurschtelt sich da schon durch.

Wer sich nicht gleich an die komplexe Wirtschaftssimulation der neu zu besiedelnden Insel herantraut und erst einmal die Zusammenhänge im Groben erfahren will, der findet Schützenhilfe im kurzweilig geschriebenen Handbuch – allen Ernstes macht hier schon das Lesen des Handbuchs Spaß. Doch das Spiel schlägt die Kurzweil des Manuals um Längen.

Die winzigen Figuren des Spiels sind allerliebst animiert (wenn auch etwas ruckelig) und scheinen irgendwie alle einen eigenen Charakter zu haben. Wenn sich der eine langweilt, springt er Seil, der Nächste kaut Kaugummi, und wieder einer tappt ungeduldig mit dem Fuß. Wenn der Müller seine Mühle das Korn zu Mehl reiben lässt, legt er sich faul vor die Tür seiner Arbeitsstätte und ratzt ’ne Runde. Auch die Sound-Effekte sprühen vor Witz. Wenn der Förster einen Setzling pflanzt, macht es kurz ‚plopp‘. Nervig bei den Effekten allerdings ist das schrille Zwitschern der Vögel. Die Effekte kann man immerhin komplett abschalten.

Die Landschaft der Inselwelt kann nicht abwechslungsreicher sein – neben den grünen Tälern und unfruchtbaren Berghängen des Anfangslevels gibt es noch Wüsten, Lavaseen, Sümpfe, Wälder und vieles mehr.

Wenn du das Spiel zügig durchspielst, dann dürftest du so etwa 24 bis 30 Stunden daran sitzen. Ansonsten macht es ohne zu hetzen noch viel mehr Spaß.

Die unübersichtliche Menüführung, die das Hauptmenü bietet, setzt sich leider im Spiel fort. Um an wichtige Informationen, z. B. den Lagerbestand an Nahrungsmitteln zu gelangen, musst du permanent irgendwelche Fenster öffnen, die dann aber dein Blickfeld versperren, so dass du sie wahrscheinlich wieder zuklappen wirst.

Sonst ist alles ziemlich eindeutig: Die Maus wird als Allerweltswerkzeug benutzt, um Straßen anzulegen, Gebäude zu bauen, Forscher und Erkunder auszusenden und Feinde anzugreifen.

Das Spiel läuft schon auf 68k-Rechnern der neueren Generation, setzt aber ein CD-ROM voraus. Auch ist es sehr speicherhungrig für 68k-Verhältnisse, so dass wir nicht guten Gewissens einen nicht-PowerPC-Mac empfehlen können. Außerdem sollte noch Erwähnung finden, dass man mit Die Siedler II nicht unter Mac OS X wuseln kann.

Fazit:

Die Siedler II haben mich gefesselt – ich habe in den letzten zwei Jahren bestimmt 200 Stunden daran gespielt und ich hole es immer wieder heraus. Es ist nicht so komplex wie etwa Civilization, aber eben auch nicht so simpel wie Imperialismus. Ein echter Dauerbrenner! Hersteller Bluebyte hat leider darauf verzichtet, die weiteren „Siedler“-Teile auf den Macintosh zu portieren. Dadurch verliert „Die Siedler II“ jedoch nichts von seinem Knuddel-Charme.

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop.

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