Ford Racing 2

Nachdem nun schon der dritte Teil der Raserei rund um die Marke Ford für PCs erschienen ist, kommen jetzt auch wir Macianer in der Genuss des optisch und akustisch prachtvollen Rennspiels Ford Racing, wenn auch erst in der zweiten Version.

Doch leider gibt es ein Problem mit den auf der Packung angegebenen Mindestanforderungen. Mein iBook erfüllt bzw. übertrifft die Mindestanforderungen in allen Punkten; leider reicht das nicht, um die Wagen ordentlich über die Kurse zu fahren. 900 MHz statt 800 MHz, 640 MB RAM statt 256 MB und eine Grafikkarte, die genau die geforderten 32 MB bereit stellt, reichen nicht aus. Das legt die Vermutung nah, dass die Grafikkarte der Flaschenhals ist. Anstatt lapidar eine 32 MB-Grafikkarte zu fordern, hätte der Hersteller besser daran getan, gleich eine bestimmte Grafikkarte als Minimum zu definieren. Klar, die ATi Radeon 7500 ist nicht mehr aktuell, aber sie hat immerhin 32 MB RAM, und das Spiel sollte damit spielbar laufen. Selbst auf der kleinsten Auflösung (640×480) mit allen Details auf der niedrigsten Stufe bzw. ausgeschaltet (dynamische Schatten, Umgebungsspiegelung usw.) bleibt Ford Racing 2 insgesamt nur mit großem Frustpotenzial halbwegs spielbar, egal ob man es mit einem Lenkrad oder mit der Tastatur versucht. Man kann die Ruckler etwas verringern, indem man den Rückspiegel und die Streckenkarte in den Optionen ausschaltet, trotzdem wird das Spiel auf dem iBook nur in manchen der vielen Spielmodi halbwegs flüssig. Immerhin lassen sich so einige der Strecken fahren. Mit einem neuen 2.0 GHz iMac hingegen lässt es sich hervorragend spielen. Da kann man alle Grafikoptionen auf Maximum stellen, Antialiasing aktivieren und in der nativen Auflösung von 1440×900 absolut flüssig fahren.

Mit einem aktuellen Mac darf man sich auf ein sehr schönes Rennspiel freuen. Selbst in den niedrigsten Grafikeinstellungen sieht das Spiel schon gut aus. Einzig die Pop-ups der Objekte am Streckenrand oder bei weiter entfernten Bergketten und Gebäuden stören bei der niedrigen Sichtweite etwas. Auch in kleinen Auflösungen (640×480) macht das Spiel grafisch insgesamt einen ordentlichen Eindruck. Die eigentlich nebensächlichen Details wie Flugzeuge, Heißluftballons oder auch Vögel, die abseits der Strecke herum fliegen, sind selbst in den niedrigsten Einstellungen noch vorhanden. Grafische Ausrutscher wie die Lava (durch die man wie durch Wasser fahren kann) auf der Vulkanstrecke sind die Ausnahme. Die Rennen lassen sich in zwei Perspektiven bestreiten, als Fahrer oder als Verfolger. Auch wenn die richtigen Cockpits fehlen, gibt es zumindest unterschiedliche Tachos für die verschiedenen Fahrzeugklassen. Das ist besser als nichts. Die Verfolgerperspektive ist nur in einer Zoomstufe verfügbar.

Der Sound ist mit den richtigen Boxen gut (die iBook-Lautsprecher haben einfach nicht das nötige Volumen für einen V-8, wohl aber die iMac-Lautsprecher). Die Autos hören sich sehr unterschiedlich an und das V-8-Blubbern eines Mustang Mach 1, oder der Rasenmähersound eines getuneten Focus kommen prima rüber. Die Sprachausgabe im gesamten Spiel ist, wie auch in der PC-Version, Englisch. Alle Texte sind allerdings übersetzt.

Das Fahrmodell ist sehr arcadelastig, von Simulation ist hier nichts zu spüren. Auf ein Schadensmodell haben die Entwickler auch verzichtet. Mit den Hardwareanforderungen im Kopf war das wohl die richtige Entscheidung, vielleicht wollte aber auch Ford einfach kein Schadensmodell. Die Force-Feedback-Unterstützung für die „Fahrkräfte“ ist sehr gut und vor allem lassen sich Unterschiede zwischen den einzelnen Wagen ausmachen. Kurven, in denen ein alter 68er Mustang GT dem Fahrer einiges an Kraft abverlangt, um nicht aus der Kurve zu fliegen, lassen sich in einem neuen Focus ohne großes Zerren am Lenkrad passieren. Leider fehlen aber die Effekte für den Untergrund, so dass es kaum einen Unterschied macht, ob man auf der Strecke fährt, oder die Abkürzung über einen Grünstreifen nimmt. Auch Kollisionen mit der Streckenbegrenzung oder anderen Fahrzeugen sind kaum spürbar, wohl aber die meist darauf folgende Schleuderaktion. Auf meinem iBook kommt es immer wieder zu Steuerungsaussetzern, so dass die Tastatur nicht anspricht, auch wenn die Grafik gerade nicht ruckelt. Der folgende Kontakt mit der Leitplanke macht dann aber häufig sämtliche Siegchancen zunichte. Auch in diesem Punkt gibt es beim iMac keine Probleme. Allerdings sollte eine gute analoge Steuerung angeschlossen sein. Zwar lässt sich Ford Racing 2 auch mit der Tastatur ordentlich spielen, aber richtig Spass macht es erst mit einem Force Feedback-Lenkrad. Alternativ kann ich auch das Logitech Rumblepad empfehlen, obwohl die Steuerung über die Analogsticks sehr direkt ist.

Was den Umfang angeht, macht Ford Racing 2 eine gute Figur. 32 verschiedene Wagen (und drei weitere Versionen des Stock-Car) von 1949 bis 2004 sind im Spiel enthalten und warten darauf, im Challenge-Modus freigespielt zu werden. Für die 16 Strecken und acht Spielmodi gilt dasselbe. Alle freigespielten Objekte sind dann im Collection-Modus auf der entsprechenden Schwierigkeitsstufe verfügbar. Wenn man ein Rennen auf einer höheren Stufe meistert, sind auch die leichteren Stufen gleich mit abgehakt. Der Collection-Modus ist quasi das freie Spiel, in dem man sich aus freigespielten Autos, Strecken und Spielmodi ein Rennen zusammen basteln kann.

Unter den 16 Strecken sind sechs Straßenrennen in zwei Locations (amerikanische Großstadt von Hafen bis Umland), sechs Offroadstrecken in zwei Locations (zwischen Karibik und Wüste) und je zwei Ovalkurse und Rennkurse. Echte Rennstrecken bietet Ford Racing 2 nicht. Alle Strecken sind dabei als „Schläuche“ angelegt, so dass man leider nichts abseits der Rennstrecken erkunden kann, wie in 4×4 Evolution 2.

Die Spielmodi bringen ordentlich Abwechslung. Neben den Standardrennen gegen fünf Gegner, dem K.O.-Rennen und dem Zeitfahren, die es in vielen Rennspielen gibt, bietet Ford Racing 2 auch noch Varianten wie die Sekundenjagd, Fahrkönnen oder die Verfolgung an. Bei der Sekundenjagd sind auf er Strecke Sanduhren entlang der Ideallinie verteilt, die jeweils eine Zeitgutschrift bringen. Da das Zeitlimit für den Kurs sehr knapp gehalten ist, muss man die Sanduhren aufsammeln (überheizen…), um das Rennen zu gewinnen. Im Modus Fahrkönnen sind die Sanduhren gegen Tore, die nicht nur auf der Ideallinie stehen, ersetzt. Bei der Verfolgung muss man durch Fahren im Windschatten eine festgelegte Anzahl Gegner „eliminieren“. Das heißt, wenn man sich im Windschatten befindet, zählen die Sekunden runter, bis der Gegner von der Straße verschwindet und man sich den nächsten vorknöpfen kann. Im Duell-Modus müssen nacheinander erst ein, dann zwei und zum Schluss drei Gegner überholt werden, bevor das Zeitlimit abgelaufen ist. Der letzte Modus ist das Ideallinienrennen. Dort kommt es darauf an, einen Kurs unter Zeitdruck auf der Ideallinie zu fahren. Verlässt man die Ideallinie, die netterweise auf der Strecke aufgemalt ist, hagelt es Zeitstrafen, die es praktisch unmöglich machen, das Rennen zu gewinnen. Leider gibt es im Multiplayer-Modus nur die Möglichkeit im Split-Screen zu fahren. Einen Netzwerk-Modus sucht man vergeblich. Schade.

Trotz des Gebotenen an Autos, Strecken und Spielmodi ist die Spieldauer nicht überragend. Als geübter Computerrennfahrer hat man den leichten Modus in fünf bis sechs Stunden durch und damit alles gesehen… Es gibt zwar noch einige Boni, wie andere Autofarben für den Collection-Modus, aber wirklich aufregend ist das dann nicht mehr. Die Stunden mit Ford Racing 2 sind sehr trotzdem sehr unterhaltsames Arcade-Rennfahren.

Fazit:

Stimmt die Rechenpower, stimmt auch der Fahrspaß. Besitzer von G5s können ohne Bedenken zuschlagen. Besitzer älterer Hardware sei eine Probefahrt mit der Demo empfohlen. Dabei ist zu beachten, dass die Demostrecke eine der weniger ruckelnden auf meinem iBook ist. Im Klartext: Finger weg, wenn der heimische Mac die Hardwareanforderungen nicht deutlich übertrifft! Ansonsten ist Ford Racing 2 ein sehr gutes, arcadelastiges Rennvergnügen mit viel Abwechslung aus der Rubrik „Kurz aber knackig“.

Cajus Zi

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Produkt im macinplay-Shop oder bei Amazon.

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