Giants: Citizen Kabuto

Mit der Ankündigung von Giants löste MacPlay einige Aufregung in der Mac-Gemeinde aus. Auf dem PC ist Giants als spannendes, aber auch witziges und schwieriges Action-Adventure bekannt. Dies bedeutet, dass es hohe Anforderungen zu erfüllen hat, wenn es die Versprechungen wahr machen will. MacPlay kündigte auch an, dass man sich in Zukunft zu Mac OS X hinorientieren wolle und somit Giants nur für Mac OS X veröffentlichen werde. Da Giants sowieso nur auf Computern läuft, auf denen auch Mac OS X funktioniert, ist dies kein größeres Problem, vorausgesetzt man ist schon glücklicher Besitzer des neuen Betriebssystems von Apple.

Die Grafik des Spiels ist besser als alles, was es bisher auf dem Mac gab. Allerdings ist das bei weitem nicht das einzige, was Giants auszeichnet. Vor allem die Story und das Gameplay sollen nach Angaben des Herstellers einmalig sein.

Giants beginnt mit einer Videosequenz, in der zwei Männer zu sehen sind, die in einem Raumschiff sitzen. Wie schnell deutlich wird, sind sie auf der Suche nach einem ihrer Freunde. Einer der beiden soll auf der Insel suchen, während der andere mit dem Raumschiff etwas herumfliegt. Als Spieler schlüpft man in die Rolle des auf der Insel suchenden Baz. Als erstes findet er den soeben verunglückten Piloten des Raumschiffs. Nun begeben sie sich gemeinsam auf die Suche nach ihrem Freund.

Eine unglaubliche Story
Mit der Entwicklung von Giants wurde versucht, sich von durchschnittlichen Ego-Shootern abzugrenzen. Erstmals wollte man einen wirklichen Plot in solch ein Spiel einbringen. Dies ist den Entwicklern unheimlich gut gelungen. Die Story wird nie langweilig, denn sie verändert sich ständig und man bekommt das Gefühl vermittelt, wirklich an der Geschichte teil zu haben. Allerdings gibt es nicht nur spannende Elemente, sondern vor allem auch witzige. Ein Beispiel wäre das Aussehen der Smarties. Auf den kleinen Körpern sitzen riesige Köpfe, auf denen sich riesige Augen befinden.

Verschiedene Völker
Dass man drei verschiedene Völker spielen kann, ist einer der Punkte, die Giants am meisten auszeichnen. Zu Anfang spielt man den Mecc Baz. Die Meccs unterscheiden sich unter anderem von den anderen auch durch das Detail, Jetpacks zu besitzen, mit denen sich die Umgebung sehr komfortabel erkunden lässt. Sind knapp 30 Prozent des Spiels vorüber, wechselt die Rolle des Spielers zu Delphi, der Tochter der bösen Königin Sapphos. An diesem Punkt verändern sich nicht nur die Gegner und die Level, sondern vor allem das Gameplay. Plötzlich stehen einem nicht mehr gewöhnliche Waffen, wie Maschinengewehre oder Raketenwerfer zur Verfügung, sondern magische Kräfte. Gegner lassen sich dann einfach mit Feuerwällen ausschalten, oder mit verschiedensten Typen von Pfeilen, die Delphi zur Verfügung stehen. Der Jetpack der Mecchs wird durch eine Art Turbo ersetzt, der sie zwischen den Inseln ganze Ozeane überwinden lässt.

Hat Delphi ihre Aufgabe vollendet, gibt es einen erneuten Wechsel in eine riesig anmutende Kreatur namens Kabuto. Mit dieser lassen sich Gegner, die bisher nur schwer zu überwinden waren, einfach zertrampeln, herumwerfen oder auffressen. Kabuto ist rein grafisch gesehen ein Kunstwerk, denn bei der Entwicklung wurde auf zahlreiche Details Wert gelegt, so dass er wirklich Angst einflößend aussieht.

Insgesamt hört sich das zwar sehr gut an, negativ ist aber, dass man nicht selbst bestimmen kann, mit welchem Volk man anfängt. Wäre dies möglich, hätten die Entwickler das Spiel zwar komplett anders strukturieren müssen, allerdings wäre es komfortabler gewesen.

Wundervolle Grafik
Grafisch gesehen ist Giants ein Meisterwerk. Die Figuren sind sehr detailliert animiert und am Himmel gibt es wunderschöne Lense-Flare-Effekte zu betrachten. Die gesamte Umgebung wurde durch teils überflüssige, aber schön anzusehende Details verziert. So gibt es Dutzende von Palmen, das Wasser wurde animiert, und es gibt Behausungen, sogar ganze Dörfer, zu sehen. Die Palmen wiegen sich im Wind, im Wasser sieht man die Wellen und am Himmel fliegen Flugdinosauriern ähnelnde Lebewesen herum.

Schießt man aus Versehen auf den Boden, wird Staub aufgewirbelt. Als Mecc trägt man zu Beginn der Geschichte einen Smartie namens Timmy auf seinem Rücken. Dieser bewegt sich immer mal wieder auf dem Rücken herum und macht verschiedene der Situation angepasste Bewegungen.

Nicht nur Shooter
Giants ist kein klassischer Shooter, dazu hat es zu viele Adventure-Anteile. Allerdings geht Giants noch viel weiter. Mitten im Spiel verändert es sich zu einem Aufbaustrategiespiel. So muss in der letzten Story der Meccs eine Basis errichtet werden. Als Spieler hat man die Aufgabe, für genügend Arbeiter und genügend Nahrung zu sorgen. Als Arbeiter werden die Smarties, die auf der Insel verteilt sind, genutzt. Als Nahrung gibt es Vimp-Fleisch, was sich ebenfalls ziemlich einfach besorgen lässt. Giants geht schon in diesem Teil über andere Strategiespiele hinaus, denn man kann sich frei durch seine Basis bewegen und sogar die Geschütze lassen sich vom Spieler bedienen.

Delphi kann ebenfalls eine Basis errichten, hierzu sammelt sie die Seelen von Vimps und Smarties. Im Endeffekt funktioniert es aber genauso, die Smarties fungieren wiederum als Arbeiter und die Vimps als Nahrung.

Kabuto dagegen kann keine Basis aufbauen. Er frisst sowohl die Smarties wie auch die Vimps einfach auf und bekommt so Lebensenergie.

Der Preis
Eine tolle Grafik, eine komplexe Story, ein außergewöhnliches Gameplay, so etwas hat seinen Preis. Dieser schlägt sich in den hohen Systemanforderungen nieder. Nicht nur für die Grafikkarte, sondern auch für den Computer ist Giants eine wirkliche Herausforderung. Ein G3 400 mit ATi Rage 128 mit 16 MB VRAM ist Minimum. Will man das Spiel wirklich genießen, sollte eine Radeon- oder Geforce-Karte vorhanden sein.

Die OmniGroup hat versucht, Giants so gut wie möglich zu optimieren. Sie schrieben Giants sogar teilweise um, so dass es nun Geschwindigkeitsvorteile aus mehreren Prozessoren ziehen kann. Wenige Spieler werden solch ein Gerät zur Verfügung haben, ist dies aber der Fall, wird ein deutlicher Geschwindigkeitszuwachs zu verspüren sein.

Fazit:

Giants ist meiner Meinung nach das coolste Action-Adventure auf dem Markt. Vor dem Kauf sollten allerdings die hohen Systemvoraussetzungen beachtet werden. Dass Giants nur auf Mac OS X läuft, klingt zwar anfänglich etwas revolutionär, ist allerdings aus Sicht des Publishers nicht unsinnig. Schließlich verkürzte sich die Entwicklungszeit und damit sinken auch die Entwicklungskosten. Anzumerken ist noch, dass Giants bei der Installation unter Mac OS X 10.1.1 Schwierigkeiten hat. Es werden nicht alle Dateien von den CDs auf die Festplatte kopiert. Hier gibt es ein entsprechendes Skript, welches bei diesem Problem weiterhilft.

Ingmar Wenz

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel mit etwas Glück gelegentlich noch im macinplay-Shop.

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