Halo: Combat Evolved (Preview)

Halo ist seit langem für den Mac angekündigt und wird früher oder später wohl auch veröffentlicht werden. Um einen Blick darauf werfen zu können, wurde uns von Microsoft eine Xbox zusammen mit Halo zur Verfügung gestellt, so dass wir jetzt einen guten Eindruck von dem Spiel haben. Jaja, die Mächte des Bösen sind sehr verführerisch… 😉

Zu einem der epischsten Spiele, das wohl je erschaffen wurde, hat sich der Hersteller Bungie einiges einfallen lassen. Gleich zu Beginn ein paar Worte zur Hintergrundstory: Nachdem die Menschheit einen großen Teil des Weltraums erschlossen und ein riesiges Imperium errichtet hat, formt sich eine Allianz außerirdischer Wesen. Deren Armee schafft es, Planet für Planet zurückzuerobern und ist fast an der Erde angelangt. Die Besatzung eines Raumschiffes hat aber die rettende Idee: Durch einen weit ausholenden Sprung in den Hyperraum schaffen sie es, die Außerirdischen von der Erde wegzulocken. Leider geht es nicht sehr positiv weiter. In dem System, in dem das Raumschiff angelangt ist, gibt es einen Planeten namens Halo. Dieser hat einen merkwürdigen Ring um sich, dessen Sinn bisher noch niemand erkannt hat. Die „Pillar of Autumn“, welches das oben genannte Raumschiff ist, wird bei Halo wiederum von der Allianz angegriffen, weswegen es auf den Planeten abstürzt. Die erste Mission ist es somit, im All gegen die Allianz, die das Schiff entert, zu kämpfen. Nachdem verschiedene Notfallkapseln auf dem Planeten gelandet sind, müssen dann Mannschaftskameraden gesucht werden.

Was mir als erstes beim Spielen von Halo aufgefallen ist, ist die schwierige Steuerung mit dem Controller. Normalerweise werden Ego-Shooter per Maus gesteuert, doch da Halo ein Konsolenspiel ist, ist man hier auf das beiliegende Gamepad angewiesen. Mit den analogen Steuerungen bewegt sich der Spieler, mit den verschiedenen Tasten können die Waffen abgefeuert, die Taschenlampe aktiviert oder andere Funktionen benutzt werden. Nur bei den fliegenden Fahrzeugen scheint das Gamepad richtig am Platze zu sein, ansonsten macht es die Bedienung des Spieles sehr unkomfortabel. Bei der Mac-Version wird dieses Problem zum Glück durch die Maus-Steuerung beseitigt sein.

Als zweites fällt die Optik ins Auge. Insgesamt sieht das Spiel recht gut aus, leider gibt es einige Ecken und Kanten, an denen man noch länger hätte feilen sollen. Viele Ebenen sehen oft sehr einseitig und vollkommen unnatürlich aus. Die Spieler-Modelle dagegen sind sehr detailliert und lassen nichts zu wünschen übrig.

Insgesamt ist Halo zwar schön anzusehen, jedoch nicht wirklich umwerfend. Gerade zu grafisch schon sehr detaillierten Spielen wie Medal of Honor ist der Unterschied recht klein. Wenn man dann das vor der Tür stehende UT 2003 mit Halo vergleicht, dürfte es keinen Unterschied mehr geben, vor allem wenn man die sehr weit fortgeschrittene Licht-Technologie von Unreal Tournament 2003 ansieht, wird Halo bereits in den Schatten gestellt. Da anzunehmen ist, dass UT 2003 vor Halo für den Mac veröffentlicht wird – wobei selbst das unklar ist, wie ich weiter unten beschreibe – wird Halo einfach nicht mehr das Maß aller Dinge sein.

Um die Mannschaftskameraden möglichst schnell aufzufinden, wird dem Spieler ein Warthog zur Verfügung gestellt – der Sagen umwobene Halo-Jeep. Damit wären wir auch schon beim nächsten Highlight von Halo – den Fahrzeugen.

Fahrzeuge
Wie die Modelle der Spieler auch ist der Warthog sehr detailliert gestaltet worden. Insgesamt kann er drei Leute aufnehmen. Einen Fahrer, einen Beifahrer, der beim Fahren aus dem Jeep auf in der Umgebung befindliche Objekte oder Subjekte feuern kann, und einen Schützen, der am aufgebauten MG steht. Dieser kann ebenfalls beim Fahren auf alles schießen, was ihm vor das Fadenkreuz gelangt.

Der Jeep wird anders gesteuert als der Spieler selbst. Mit dem einen Controller wird die Kamera bewegt, mit dem anderen Controller wird die Geschwindigkeit reguliert. Sobald man die Kamera einmal bewegt hat, wird der Jeep in die Richtung des Blickes fahren. Diese Steuerung ist theoretisch genial, praktisch ist sie nicht genug durchdacht, denn es dauert sehr lange, bis man einigermaßen gut lenken kann, und auch dann gibt es noch unverzeihliche Patzer. So gab es beim Spielen öfter die Situation, dass es so aussah, als würde der Warthog perfekt zwischen zwei Steinen hindurchpassen. Leider war das nicht der Fall, so dass er sich schief stellt und alle Teamkameraden vom Jeep abspringen. Durch Drücken einer Taste ist es dann möglich, den Jeep wieder umzudrehen. Da sich der Jeep allerdings nicht wirklich umdrehen kann – wohin denn auch? – bewegt er sich nur etwas. Meist steht allerdings gerade bei dem Jeep ein Teamkamerad, der dann, technisch gesehen, überfahren wird. Falls man aber wieder einsteigen will, muss man den Jeep so lange drehen, bis er wieder auf dem Boden steht. Im Endeffekt bleibt dann kein Kamerad mehr übrig.

Ein weiteres Gefährt ist der Panzer. Dieser kann bis zu sechs Personen aufnehmen. Der Fahrer hat die Möglichkeit, über die mächtige Bordkanone im Prinzip alle anderen Gegner auseinanderzunehmen. Insgesamt passen weitere Kameraden auf den Panzer, die dann, wie die Beifahrer beim Jeep, einfach aus dem Fahrzeug heraus auf feindliche Wesen feuern können.

Der Ghost ist das dritte Fahrzeug. Er gleitet über der Oberfläche und kann nur einen einzigen Fahrer aufnehmen. Die Bordwaffe ist sehr schwach, jedoch ist der Ghost so wendig, dass das fast alle Nachteile wettmacht.

Das letzte und meiner Meinung nach am besten gelungene Fahrzeug ist der Banshee. Dieser ist dem Ghost sehr ähnlich, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass er nicht über dem Erdboden gleitet, sondern von diesem abheben kann. Trotzdem ist er ebenso wendig und die Bordkanone ist vergleichbar stark. Der Controller eignet sich für dieses Gefährt auch sehr gut, so dass die Steuerung des Banshe zu den absoluten Highlights von Halo gehört.

Hat man die anderen Team-Mitglieder einmal gerettet, wird man weiter geschickt und besucht u.a. verschiedene Gebäude oder Raumschiffe, die einen weiteren Themenbereich von Halo ansprechen – das Level-Design.

Level-Design
Die Gestaltung der Missionen eines Spiels gehört zu den wichtigsten Teilen überhaupt. Durch diese wird definiert, wie sehr der Spieler in die Story eingebunden wird, wie realistisch das Spiel ist, und noch viele andere Details. In Halo gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Missionen, und zwar Außen- und Innen-Missionen. Die Außen-Missionen sind grafisch gesehen nicht wirklich herausragend. Es gibt zwar schöne Elemente wie Flüsse, Felsen, Büsche und Sträucher, aber trotzdem sieht die Umgebung nicht realistisch aus. Schön ist aber die Tatsache, dass sich Gegner hinter Büschen verstecken können und dass es Geschütze gibt. Auf solchen Geschützen sitzen meist Gegner, allerdings kann man diese einfach herunterschießen und das Geschütz selbst in Beschlag nehmen – voraugesetzt, der Spieler ist nicht zu langsam und ein Gegner hat vor ihm das Geschütz erreicht.

Die Innen-Missionen haben ein sehr großes Problem, welches Halo teilweise wirklich langweilig macht. Mehr als ein Mal ist mir aufgefallen, dass es z.B. in einem Gebäude oder in einem Raumschiff mehrere Ebenen gibt. Die Gegner in der untersten Ebene lassen sich ohne Probleme meistern, die Gegner im nächsten Stockwerk sind dann etwas schwieriger zu überwinden, usw. Insgesamt macht dies das Spiel an manchen Stellen wirklich entnervend und langweilig. Hier hätten sich die Bungie-Designer deutlich mehr einfallen lassen können, denn solche Fehler sind wirklich bedauerlich und schaden dem Spiel ungemein.

Multiplayer-Modus
Die Mac-Version von Halo wird vermutlich das Spielen über das Internet zulassen. Bei der Xbox-Version lässt sich bisher nur im Splitscreen mit bis zu vier Leuten oder bei vier vernetzten Xboxen mit bis zu 16 Leuten spielen. Hierfür stehen diverse Multiplayer-Level zur Verfügung. Alternativ lässt sich die Kampagne durchspielen.

Bei den Multiplayer-Leveln ist es sehr schade, dass als einziges Fahrzeug nur der Warthog zur Verfügung steht. Eine Schlacht zwischen Banshees in der Luft hätte den Spielspaß deutlich gesteigert.

Das alles hört sich ja toll, nur wann ist mit Halo wirklich zu rechnen? Dass Halo überhaupt für den Mac kommt, ist von Anfang klar gewesen. Es wurde auf einer MacWorld das erste Mal präsentiert, auf einem Mac laufend. Es wurde seitdem immer wieder auf PCs gezeigt und in letzter Zeit nur noch auf der Xbox. Jedoch ist der Umstieg zwischen Xbox und PC nicht sehr schwierig zu bewerkstelligen und die Mac-Portierung dürfte dann auch nicht allzu lange dauern.

In einem Interview auf der diesjährigen E3 in Los Angeles sagte der Chef von Bungie, dass man vermutlich auf der MacWorld in New York 2002 etwas zu der Halo-Portierung zum Mac und PC sagen kann. Bis dahin heißt es abwarten und die vielen anderen Spiele genießen, die es gibt und die bis zur entgültigen Veröffentlichung von Halo noch erscheinen werden.

Fazit:

Auf die Mac-Version von Halo muss man sich meiner Meinung nach nicht unbedingt freuen. Die Grafik wird bei der Veröffentlichung immer noch etwas her machen, jedoch nicht mehr das Maß aller Dinge sein. Die Story ist ziemlich oberflächlich und ähnelt vielen anderen Spielen, bei denen auch nur irgendeine Geschichte vorgeschoben wird, um das Faktum in den Hintergrund zu stellen, dass es im Endeffekt doch nur darum geht, alles was sich bewegt, abzuschießen.

Die Fahrzeuge stellen ein Highlight von Halo dar, jedoch kann im Multiplayer-Modus bisher nur der Warthog genutzt werden, was sehr schade ist. Wirklich gar nicht gelungen ist das Level-Design. Mir kam es oft so vor, als ob Bungie wirklich Probleme damit hatte, die Deadline zum Xbox-Launch einzuhalten, denn so sieht das Spiel an vielen Stellen leider aus. Gegen Halo sprechen leider auch die Systemanforderungen. Auf der Xbox hat Halo bereits hier und da geruckelt, also wird es mit den aktuellen Macs schwierig werden, ruckelfreie Animationen auf den Bildschirm zu zaubern.

Ingmar Wenz

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel gelegentlich im macinplay-Shop oder bei Amazon.

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