Harry Potter und der Stein der Weisen

Als vor einigen Jahren der erste Band der Harry Potter-Reihe in die Läden kam hätte sich die Autorin wohl nicht träumen lassen, dass irgendwann einmal Mac-User ein Computerspiel zu den fantastischen Geschichten ihres Zauberlehrlings in Händen halten würden. Harry Potter und der Stein der Weisen war im Kino ein voller Erfolg, verkaufte sich als Buch sehr gut und wurde deshalb nun auch in einem Computerspiel untergebracht. Die eifrigen PISA-Anführer aus Heidelberg lieferten uns freundlicherweise ein Exemplar zum Testen.

Für die Unwissenden hier erstmal eine kurze Einführung in die Geschichte um Harry Potter:

Die Familie Potter gehörte zu den mächtigsten und angesehnensten Zauberern überhaupt. Sie waren gute Magier – ihre bösen Feinde hegten schon lange Pläne, die Potters auszulöschen. Irgendwann war es dann soweit und die beiden Eltern erlagen ihren Feinden, doch der Sohn Harry überlebte aus einem ungewissen Grund, der noch für viele Jahre Spekulationen anregen sollte. Sein Leben lang behielt er an seiner Stirn eine Narbe in Form eines Blitzes.

Als die Eltern starben, wurde der Junge an seine Tante und seinen Onkel gegeben. Diese waren Verächter des Magischen und versuchten, Harry jeden Funken von Magie und Zauberei, der noch in ihm steckte, auszutreiben. Nach einigen Jahren feierte er mit dieser Familie seinen 10. Geburtstag, als für ihn eine große Menge von Briefen mit der Post ankam. Obwohl seine bösen Stiefeltern versuchten, diese Post zu blockieren, schaffte es Harry doch, an einen Brief heranzukommen. Er kam, wie jedes Magierkind mit Talent, auf die Schule Hogwarts, die ihm in den nächsten sieben Jahren eine Ausbildung bieten sollte, die seine Talente fördert und schult.

Das Computerspiel basiert natürlich auch auf dieser Geschichte, weshalb sie als Einführung noch einmal in einigen Bildern erzählt wird. An sich basiert „Harry Potter und der Stein der Weisen“ auf der Unreal Tournament-Engine, welche sonst nur für deutlich brutalere Angelegenheiten zu Rate gezogen wird, doch auch in diesem Spiel macht sie sich nicht schlecht.

Grafisch ist dieses Spiel kein Meisterwerk geworden – hat man den Film gesehen, ist bereits klar, auf welches Level sich die Entwickler noch steigern müssen. Vor allem ist es etwas verwirrend, dass die Umgebung, also das Schloss Hogwarts, sehr realistisch gestaltet wurde, während die Charaktere eher in Richtung Zeichentrick tendieren. Diese Kombination macht sich nicht unbedingt gut, da die Charakter fehlplatziert und unnatürlich wirken.

Sehr schön umgesetzt wurde meiner Ansicht nach das Spiel Quidditch. Im Buch wie auch im Film zählt es zu einem der Highlights der Geschichte. Quidditch ist eine gute Mischung aus Football und Cricket – nur eben in der Luft auf fliegenden Besen und nicht am Boden. Wer Quidditch aus den Büchern oder dem Film kennt und schon immer mal selbst auf einen Besen steigen wollte, um dem bösen Malfoy zu zeigen, was eine Harke ist, kann dies hier endlich tun. Um genau zu wissen, wie sich die Umsetzung im Spiel anfühlt, muss man es einfach mal ausprobiert haben. Das Spielen ist sehr unterhaltsam und selbst längere Partien wissen zu fesseln. Etwas ernüchternd kommt leider die Tatsache hinzu, dass sich Quidditch entgegen meiner Hoffnung nicht über das Internet spielen lässt – mit der Zeit hätten sich sogar Internet-Ligen bilden lassen, die dem Ganzen einen sehr großes und außergewöhnliches Flair verliehen hätten. Schade, dass die Entwickler nicht so weit gedacht zu haben scheinen, aber wer weiß, vielleicht findet ein solches Feature noch Einzug in eine zukünftige Umsetzung von Harry Potter.

Im Spiel selbst sieht man Harry Potter aus der Third-Person-Perspektive, ähnlich wie in Tomb Raider also. Insgesamt sind mir beim Spielen einige Punkte aufgefallen, die negativ herausstechen. So kann Harry leider nicht, wie aus Computerspielen gewohnt, „strafen“, also seitliche Schritte nach rechts oder links ausführen. Dies verkompliziert die Bedienung für Gelegenheitsspieler wie auch für eingefleischte Gamer und gestaltet das Bewegen nicht selten unangenehm.

Ein weiteres Manko, das deutlich tiefgreifender ist, ist, dass die Story, wie so oft bei Spielumsetzungen von Filmen, kaum im endgültigen Spiel enthalten ist. Viel eher geht es darum, erlernte Zaubersprüche zu üben, mal einen anderen Schüler mit dem Besen zu verfolgen oder bestimmte Beeren und Kräuter einzusammeln. Die Ziele lehnen sich teilweise an die eigentliche Geschichte an, doch ansonsten ist von dieser kaum etwas zu sehen. Eingefleischte Harry Potter-Fans dürfte diese Tatsache enttäuschen, doch ich muss bezeugen, dass mich selbst das Herumlaufen mit Harry stundenlang an meinen Mac gebunden hat und es nie wirklich langweilig wurde.

Zu guter Letzt lassen sich in diesem Spiel auch Zaubersprüche ausführen, die einen wichtigen Teil des eigentlichen Spieles ausmachen. Diese werden im Unterricht in der Schule Hogwarts erlernt. Hierzu muss gar nicht viel getan werden: Jeder Spruch hat ein gewisses Muster, welches der Spieler mit der Maus nachziehen muss. Ab einem bestimmten getroffenen Prozentsatz ist der Spruch erlernt. Später im Spiel lassen sich die Sprüche deutlich einfacher ausführen. Man muss nur auf ein Objekt zeigen und automatisch wird der Spruch ausgewählt, der gebraucht wird, damit man im Spiel weiterkommt – als wirklich anspruchsvoll lässt sich das nicht bezeichnen.

Fazit:

Die Entwickler von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ hätten das Spiel deutlich näher an der eigentlichen Geschichte orientieren können, doch wie sie es umgesetzt haben, ist das Endresultat immer noch sehr unterhaltend. Vor allem die Quidditch-Spiele gehören zu den absoluten Highlights.

Am Schwierigkeitsgrad ist erkenntlich, dass sich dieses Spiel an einer recht jungen Zielgruppe orientiert, trotzdem können wir es jedem Harry-Potter-Fan ans Herz legen, dieses Spiel zu kaufen, da es immer noch sehr unterhaltend und oft auch spannend ist. Wer selbst einmal in die Rolle des berühmten Harry Potters schlüpfen möchte, findet hier endlich Gelegenheit dazu.

Ingmar Wenz

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop.

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