Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Nach dem herausragenden Erfolg des ersten Teils von Harry Potter machte sich die Autorin Joanne K. Rowling geschwind daran, noch einen zweiten Teil zu zaubern. Nachdem dieser dann noch viel erfolgreicher wurde und noch ein dritter, vierter und fünfter Teil veröffentlicht wurden, schaltete sich auch Hollywood ein und begann, die Geschichte ins Filmmedium zu verlagern. Gesagt getan, und um die Story nun noch von einer anderen, interaktiven Seite betrachten zu können, gibt es nun noch ein Spiel dazu.

Im Test findet sich heute also der zweite Teil der beliebten Harry-Potter-Reihe: “Harry Potter und die Kammer des Schreckens“.

Diese Geschichte setzt sich im zweiten Teil fort. Wiederum geht es um den bösen Lord Voldemort, der, unter seinem ursprünglichen Namen, Tom Riddle, ein Tagebuch entwickelte, welches die Geisteskraft des Benutzers mit der Zeit in den Geist von Tom Riddle überträgt, sodass dieser auch nach seinem Tod wieder auferstehen kann. Das Ganze spielt in der Kammer des Schreckens, die eigentlich auch von der Magierbevölkerung für eine unwahre Legende gehalten wird. Das Gegenteil beweisen Harry und seine Freunde aber recht schnell.

Das Spiel selbst ähnelt dem Vorgänger, auch wenn an einigen Ecken und Kanten gefeilt wurde. Weiterhin setzen die Entwickler auf die alte Unreal Tournament-Engine, so dass die Grafik nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Auf der anderen Seite hat das den Vorteil, dass auch Besitzer älterer Computer auf ihre Kosten kommen, da die Systemvoraussetzungen entsprechend niedrig ausfallen. Für die musikalische Untermalung sorgt dann der Soundtrack, der auch schon im Film Verwendung fand.

Im Spiel selbst steuert ihr dann Harry durch die verwinkelten Gänge von Hogwarts und Umgebung. Das Ganze geschieht in einer an Oni und Tomb Raider erinnernden Perspektive, also in der man dem Protagonisten quasi über die Schulter schaut (das nennt sich dann “Third-Person-View”). Im Laufe des Spiels lernt Harry Zaubersprüche, die er auf die vielen verschiedenen Objekte und Lebewesen anwenden kann, auf die er stößt. Dadurch wird das Spiel leider auch langweilig, denn herausfordernd ist das keinesfalls. Manchmal gibt es schwierigere Stellen, an denen die Zeit läuft oder wo bestimmte Momente abgepasst werden müssen – aber auch das fordert nicht gerade heraus und ist schnell gelöst. Hier zeigt sich ganz deutlich die sehr junge Zielgruppe; für ältere Spieler ist Harry Potter und die Kammer des Schreckens dagegen fast schon ein Spaziergang.

Aufregender gestalten sich da die Quidditch-Spiele (für die Unwissenden: Das ist eine Art Rugby auf Besen in der Luft). Harry, der als Sucher fungiert, hat die Aufgabe, den goldenen Snitch (das ist der kleinste, kaum zu sehende Ball in diesem wahnwitzigen Spiel) in seine Hände zu bekommen, während sich der Rest untereinander beschäftigt. Die Umsetzung ist recht gut gelungen, das Spiel wird richtig dramatisch und Schweiß treibend, während man dem kleinen goldenen, geflügelten Kügelchen hinterherrast.

Ein Manko des Vorläufers wurde glücklicherweise ausgebügelt, nämlich dass man nicht seitlich gehen konnte, sondern sich immer umdrehen musste. Auch wenn das näher am wirklichen Leben ist, ist es für Shooterspieler doch sehr ungewohnt gewesen. In Harry Potter 2 lässt sich jetzt also wieder “strafen” – so wie es sich gehört.

Fazit

Harry Potter und die Kammer des Schreckens war für mich das schwächste Buch aus der Reihe, so dass die Story des Spiels schon einmal nicht besonders gut abschneidet. Das ist eigentlich nicht weiter schlimm, da die Geschichte eher nebensächlich ist. Der lineare, langweilige Spielverlauf und die wenigen interessanten Rätsel machen das Spiel kaum empfehlenswert. Nur die Quidditchspiele können das insgesamt doch recht trübe Bild etwas aufhellen, aber für eine tatsächliche Empfehlung reicht es nicht. Wer Harry Potter-süchtige Kinder bei sich zu Hause hat und ihnen etwas Gutes tun möchte, sollte nochmal darüber nachdenken. Für etwas ältere Menschen ist dieses Harry Potter-Spiel nur empfehlenswert, wenn es sich dabei um hartgesottene Fans handelt, allen anderen wird es vermutlich sehr schnell zu langweilig.

Ingmar Wenz

Verfügbarkeit:

Das Spiel gibt es zum Beispiel bei Amazon.

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