Homeworld 2 (Preview)

Vor langer Zeit fanden die Bewohner des Planeten Hiiagara einen Hyperspace-Core, der interstellare Reisen ermöglichte. Im Laufe der Jahre einigten sie die Galaxie und lebten in friedlicher Koexistenz zusammen und betrieben Handel. Viertausend Jahre später fand eine Expedition auf einem fernen Wüstenplaneten einen zweiten Hyperspace-Core, die Reisenden dieses Cores waren nicht freundlich gesonnen und schlugen die Hiiagara vernichtend. Die versprengten Reste der Flotte sammelten sich unter einer jungen Frau namens Karan J’Set, die sich zurück zu ihrer Heimatwelt Hiiagara führte. Nun wurde ein dritter Hyperspace-Core gefunden, der einer Prophezeiung nach das Ende des Universums bedeutet, die Vaygr unter ihrem Kommandanten Makaan greifen Hiiagra an, die letzte Hoffnung bist du und das soeben fertig gestellte Schiff „Pride of Hiiagara“ nahe der Station Tanis.

Homeworld 2 ist ein taktisch sehr anspruchsvoller Titel. Da man im offenen Weltraum spielt, nutzt man alle drei Dimensionen aus und muss in alle Richtungen angreifen und sich verteidigen. Die Basis, die bei den meisten Strategiespielen in Form eines Haupthauses vorhanden ist, stellt hier die „Pride of Hiiagara“ dar. Mit diesem Schiff kann man alle Einheiten bauen und Rohstoffe gewinnen. Die Balance zwischen einen effizienten Ressourcenabbau und einer schlagkräftigen Flotte ist dabei das Kunststück.

Nachdem man seine Hauptschiff mit einer Werft für Jäger und Bomber ausgerüstet hat, kann man mit der Produktion erster Einheiten loslegen. Dies sind Ein-Mann-Raumschiffe, gut im Nahkampf und als Unterstützung, aber gegen große Schlachtschiffe unterlegen. Die nächst höhere Klasse sind die Korvetten, relativ gut bewaffnete und gepanzerte Schlachtkreuzer, die das Rückgrat jeder Flotte bilden und als Unterstützung für die Fregatten dienen. Sie sind enorm Feuerstark, stecken viele Treffer ein und sind jeweils auf bestimmte gegnerische Schiffsklassen spezialisiert. Spätestens hier merkt man, dass man nur mit der Produktion von massenweise Bombern beispielsweise nicht weiterkommen wird. Eine gute gemischte Flotte, gut angepasst auf des Gegners Flotte verhilft zum Sieg.

Attackiert der Gegner beispielsweise mit einer Vielzahl an kleinen Schiffen, ist die beste Verteidigung eine Flak-Fregatte mit einigen Unterstützungsjägern. Große Trägerschiffe greift man am Besten mit der Ionen-Fregatte und vielen Bombern an, Primärziel der Träger sind natürlich die Hangar, denn die Träger können als einzige Schiffe außer dem Basisschiff Raumschiffe herstellen. In jeder Flotte sollten sich also auch ein paar Träger befinden, damit man noch in der Schlacht Nachschub erzeugen kann und so notfalls das Blatt noch wenden kann.

Die Missionsziele in Homeworld 2 sind sehr unterschiedlich, mal soll das Basisschiff des Gegners zerstört werden, dann müssen einige Frachter ein Ziel erreicht ohne zerstört zu werden, dann müssen Hyperspace-Tore zerstört oder verteidigt werden. Für genügend Abwechslung sollte eigentlich gesorgt sein, wenn da nicht der sehr happige Schwierigkeitsgrad wäre. Die Missionen der PC-Demo, die ich für diese Vorschau herangezogen habe, gingen noch, aber in vielen Foren liest man, dass es aber der vierten der insgesamt vierzehn Missionen meist schon so schwer wird, dass Anfänger aufgeben. Damit man während des Spielens die Übersicht nicht verliert, gibt es neben der normalen Spielansicht auch noch eine Kommandokarte. Hier kann man in sehr schlichter Optik seine Flottenverbände über große Distanzen schicken und im Kampfgetümmel den Nachschub koordinieren.

Für alle, denen der Singleplayer zu hart ist, ist vielleicht der freie Modus einen Blick wert. Eins gegen eins gegen den Computer wird man auch hier keine Chance haben, aber zum Glück gibt es Teams, sodass man mit einem Computer-Verbündeten gegen einen anderen Computer-Gegner spielen kann. Hier stehen die Chancen gut, dass man einen Sieg davon trägt und die Motivation nicht verliert.

Das Spiel kann wirklich überzeugen. Die taktische Tiefe ist gelungen, Angriffe von oben unter unten sind meist überraschend, Formationen sind wichtig, damit die empfindlichen Distanzschiffe nicht vorzeitig von Bombern zerstückelt werden und noch viel mehr. Die KI ist dabei durchaus intelligent und erkennt, wann es besser ist, die verbleibenden Schiffe aus der Schlacht zurück zu ziehen und eine andere Schwachstelle zu suchen.

Aus wirtschaftlichen Aspekten gesehen ist Homeworld aber sehr einfach gestrickt, es gibt nur einen Rohstoff, nämlich Erz. Dieses ist meistens in ausreichender Menge vorhanden und wird durch Roboterschiffe aus Asteroiden gefördert. Sind die ersten umliegenden Asteroiden schließlich in Form von Schiffen unter unserem Kommando, zieht man entweder mit seinem Basisschiff oder einer mobilen Ressourcenplattform zum nächsten Asteroidenfeld.

Optisch ist Homeworld 2 opulent, die Schiffe haben sehr schöne Texturen, das Weltall ringsherum wirkt durch viele Nebel, Asteroiden und Weltraumschrott sehr realistisch. Die grandiosen Lichteffekte, wenn ein Schiff vor einem Stern fliegt, sehen genial aus, die meiste Mühe wurde aber in die Explosionen und Schusseffekte investiert. Wenn ein großer Träger angegriffen wird fühlt man sich wie in einem Star Wars-Film, wozu die großartige Geschichte sicherlich beiträgt. Schon das Intro in Spielgrafik und schwarz/weiße Filmeinblendungen lässt Monumentales vermuten. Was allerdings verwirrt: Wo es doch nur Schiffe und ein paar Asteroiden gibt, hat man mit Details ein wenig gespart. Zumindest wenn man ganz nah heran zoomt, sehen die Schiffe alle viel zu glatt aus.

Dasselbe kann man über zur Akustik leider nicht sagen, im Weltall herrscht zwar luftloser Raum, sodass sich kein Schall ausbreiten kann, aber ganz so still darf ein Spiel nicht sein. Es brummen zwar ein paar Triebwerke und bei Schlachten zischen die Lasertrahlen durch All, wirklich viel wird aber leider nicht geboten. Dafür kann die Titelmelodie überzeugen und auch die Synchronstimmen der englischen Fassungen, haben dieses „Ein Held längt vergangener Schlachten erzählt wie es damals war“.

Fazit:

Homeworld 2 könnte ein phantastisches Spiel werden. Es gibt genug Möglichkeiten, sich als Stratege zu beweisen, sei es nun alleine, gegen Computer oder gegen Freunde im LAN/Internet. Aber die gescriptete Computerflotte ist leider ein zu harter Brocken für den Gelegenheitsspieler, vermutlich auch der Grund dafür, dass Homeworld 2 auch nur bei Profis bekannt und gespielt wird. Es gab zwar mal Gerüchte über eine Entschärfung dieser Problematik, aber da sich für die PC-Version nichts getan hat, ist diese Lösung für die Mac-Version auch sehr unwahrscheinlich.

Felix Gelpke

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Produkt im macinplay-Shop.

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