Kelly Slater's Pro Surfer

Wann gab es das letzte Surfspiel für den Mac? Genau, ich weiß es auch nicht mehr. So viel Zeit ist seitdem schon vergangen. Nachdem in den letzten Monaten eine ganze Reihe von Sportspielen für den Mac erschienen sind, bringt Application Systems Heidelberg nun auch ein Surfspiel auf unsere Lieblingsplattform.

Das zuerst nur für Spielekonsolen wie den Nintendo Gamecube oder die Sony Playstation 2 erschienene Kelly Slater’s Pro Surfer wurde erst durch den Einsatz von Aspyr Media auf den Mac und PC gebracht. Dafür finden sich in der Packung jetzt auch beide Versionen. Für den Namen des Spiels ist der weltberühmte Surfer Kelly Slater verantwortlich. Activision, der ursprüngliche Hersteller, hat sich also, ähnlich wie bei Tiger Woods PGA Tour oder wie bei Tony Hawk’s Pro Skater eine Ikone aus der Szene mit an Bord geholt.

Ein Herz für Anfänger
Sportspiele machen es dem Benutzer meistens nicht einfach. Beim Golfen gibt es die Geschwindigkeit des Schwungs und die Richtung des Schlägers zu beeinflussen, beim Skaten muss man darauf achten, möglichst präzise zu landen und Tricks sinnvoll zu kombinieren. Sich einzuarbeiten und die Steuerung zu erlernen dauert einige Zeit.

Die Entwickler von Kelly Slater’s Pro Surfer hatten ganz offensichtlich ein Herz für Anfänger: Sie integrierten ein Tutorial, das Einsteigern das Leben bedeutend erleichtert, indem es die Grundlagen des Spiels erklärt und dafür sorgt, dass man nach einiger Zeit nicht mehr gleich vom Brett fällt. Das gesamte Training findet dabei in einer Halle statt, in der die Wellen künstlich erzeugt werden. Die Meeresfanatiker unter euch kommen am Anfang also nicht auf ihre Kosten, dafür aber später umso mehr.

Wenn nun klar ist, wie man aufsteht, wann man springen muss, wie welcher Stunt funktioniert und was diese mysteriöse „Tube“ nun eigentlich ist, geht es ins offene Meer.

Der Entwickler Treyarch baute dazu 15 verschiedene Orte ein, die auf der Packung ganz neudeutsch „Surf-Spots“ genannt werden. An sich ähneln sich die Locations ziemlich stark, schließlich ist der eigene Blick sowieso fast nur auf das Brett, auf sich und auf die riesige Welle fokussiert. Deshalb variieren bei den verschieden „Spots“ auch nur die Hintergründe. Hier gibt es allerdings einige Unterschiede: Da findet sich beispielsweise ein malerischer Sonnenuntergang, der eine fast romantische Stimmung aufkommen lässt. Dem gegenüber steht ein eiskalter Hintergrund, indem vor allem Eis und Schnee zu sehen sind.

Wer nicht einfach nur so surfen will, sondern nach Herausforderungen sucht, greift zum Karriere-Modus. Hier werden in insgesamt 30 Leveln verschiedene Aufgaben gestellt. Außerdem gibt es drei verschiedene Arten von Herausforderungen, die Challenges:

Als erstes ist da der „Schnappschuss“. Die Presse ist an einem Bild unseres Nachwuchs-Profi-Sportlers interessiert und will ihn dabei ihn seiner schönsten Pose einfangen. Je schöner der Stunt, der beim Abdrücken ausgeführt wird, desto mehr Punkte fließen auf das Punktekonto.

Die „Symbol-Challenge“ ist die nächste große Herausforderung. Am linken Bildschirmrand erscheinen dabei Symbole, die ganz bestimmte Stunts zeigen, die der Spieler machen muss. Wer am schnellsten die meisten dieser Stunts macht, bekommt auch die meisten Punkte.

Natürlich darf auch ein ganz klassischer Wettbewerb nicht fehlen. Computergesteuerte Surfer wollen sich dabei mit euren Fähigkeiten messen und versuchen mit aufwändigen und fehlerfreien Stunts zu glänzen und euch die Show zu stehlen. Nur wer ein wirklich breites Repertoire an Stunts vorweisen kann und auch die schwierigen Spezialtricks einwandfrei beherrscht, kommt hier noch mit.

Hier zeigt sich das einzige Manko von Kelly Slater’s Pro Surfer: Die fehlende Möglichkeit übers Internet oder im Netzwerk zu spielen macht sich bemerkbar, denn gerade mit Freunden oder anderen Leuten im Internet würde so ein Wettbewerb richtig Laune machen. Doch das geht nicht – nur der vor allem von Konsolen und älteren Spielen bekannte Split-Screen ist vorhanden und ermöglicht es, sich mit einem Freund am gleichen Computer zu messen.

Kein Platz für Metal
Dass sich Kelly Slater’s Pro Surfer und Tony Hawk’s Pro Skater in mancher Hinsicht ähneln wie ein Ei dem anderen ist wohl unverkennbar. Doch gerade bei der Musik gibt es einen bedeutsamen Unterschied: Während in Tony Hawk’s typische Skater-Musik im Hintergrund gespielt wird, die den Genres Metal, Punk und Rock entnommen wurde, gibt es in Kelly Slater’s ganz anderes auf die Ohren: Geradezu spirituelle Klänge begleiten das Surfen und machen es zu einer einzigartigen Erfahrung.

Fazit:

Die Steuerung von Kelly Slater’s Pro Surfer ist zwar nicht einfach, doch das gute Tutorial ermöglicht es sogar Anfängern wie mir, einen Einstieg in das Spiel zu finden. Wenn ich jetzt noch bedenke, wie schön das ganze Spiel aufgemacht ist, wie realistisch die Wellen aussehen, wie hübsch die Unterwasserwelt ist und wie passend doch die Hintergrundmusik gewählt wurde, dann kann ich daran eigentlich kaum noch etwas aussetzen. Aus dem ansonsten sehr guten Eindruck fällt leider der fast gänzlich fehlende Mehrspieler-Modus heraus, ebenso wie die etwas hohen Systemanforderungen.

Ingmar Wenz

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop oder bei Amazon.de.

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