Moonlander

Es gibt Spiele, denen sieht man schon an der Verpackung an, dass es keine Freude wird sie zu spielen. So auch bei Moonlander von OnlyMac Software. Das Cover der DVD-Box ist das grob gerenderte und pixelige Bild einer grauen Kugel mit vier Beinen, eben dem Moonlander. Ein Beispiel für die Lieblosigkeit, mit der alles zusammengeklatscht ist: Im Hintergrund schwebt die Erde im All, teilweise durch die Sonne angestrahlt. Doch im Schattenbereich, wo die Sonne den Erdball nicht beleuchtet, sind Sterne zu sehen. Seit wann scheinen Sterne durch die Erde hindurch?

Ein echtes Handbuch hat dieses Spiel nicht, braucht es auch eigentlich nicht, das beigelegte Faltblättchen reicht vollkommen aus, um alle Funktionen des Spiels zu erklären.

Die Story ist recht simpel: Wir arbeiten für eine Firma, die Waren und Güter aller Art tranportiert, und unsere Aufgabe besteht nun darin, diese Container von A nach B zu schaffen. Die abwechslungsreichen Landschaften der 20 Missionen sind dann aber eher weniger abwechslungsreich, das liegt vielleicht an der eintönigen Grafik von Moonlander. Oder an der eintönigen Landschaft des Mondes. Wer weiß.

Es gibt zwei Installationsarten, entweder mit oder ohne Videos, wobei die Entscheidung eigentlich egal ist, die 140 MB der großen Installation sind fast so schnell auf der Festplatte wie die kleine mit „nur“ 50 MB. Mit einem Doppelklick startet man das Spiel. Sofort erscheint ein vorbildlich übersichtlicher Dialog, der den Benutzer fragt, welche Auflösung es denn sein darf. Von 640 x 480 bis 1600 x 1200 ist alles dabei, sogar Cinema-Displays und Titanium-Powerbooks mit ihren Sonderformaten werden unterstützt. Langsame Rechner können noch auf 16 Bit Farbtiefe herunterschalten.

Das Spiel startet mit einem Intro, das die öde Gestaltung des Covers vergessen macht. Diese 13 MB große Intro kann man bei OnlyMac auch separat herunterladen. Leider handelt es sich bei der Intro-Optik nicht um die Spielgrafik. Das Intro mündet in ein paar Informationen, was für eine Game-Engine benutzt worden ist und wer eigentlich alles mitgemacht hat. Der Startbildschirm ist schlicht, ich habe einfach mal ein Spiel gestartet und nach wenigen Sekunden Ladezeit bin ich mittendrin. Mit den Pfeiltasten kann ich steuern, die Leertaste ist mein Haupttiebwerk. Ansonsten kann man noch mit A, S, Y, X die Ansicht ändern, mehr benötigt man eigentlich für Moonlander nicht.

Eigentlich. Doch in der Realität kann man diese Gefährt namens Moonlander eh nicht steuern, ständig kippt es zur Seite und torkelt der Schwerkraft gehorchend auf die Mondoberfläche zu, nur um darauf zu zerschellen. Oder man verbraucht sämtlichen Treibstoff um wieder auf Kurs zu kommen, eigentlich ist es egal, da die Mission in jedem Fall gescheitert ist. In der Anleitung steht dann dankbarerweise, dass rote Fallschirme Treibstoff enthalten. „Die Rettung!“ denkt man, wenn man nicht allen Treibstoff verbrauchen müsste, um überhaupt an diese Fallschirme zu kommen, die man dann natürlich verpasst.

Das größte Übel ist, dass man bei Moonlander nicht speichern kann, zumindest nicht regelmäßig. Es gibt zwar so genannt Docks, doch leider nicht in den ersten beiden Missionen, und über die komme ich aber leider nicht hinaus. Vielleicht bin ich für diese Form von Geschicklichkeitsspiel einfach nicht geschickt genug. Und weil die Grafik und der Sound nicht zum Besten des Genres gehören, habe ich Moonlander frustriert und enttäuscht zur Seite gelegt.

Fazit:

Wer unbedingt 19 Euro für ein ausgesprochen forderndes Geschicklichkeitsspiel ausgeben will, der soll sich meinetwegen Moonlander kaufen – doch erst einmal bitte die Demo antesten. Wer etwas mehr investieren möchte bei ähnlicher Story und weniger nervtötender Torkelei des Raumgefährts, der sollte zu „Escape Velocity: Nova“ greifen. Zugute halten muss man dem Spiel, dass es eine deutsche Mac OS-only-Entwicklung ist und sowohl unter OS 9 als auch unter OS X läuft. Außerdem ist der Intro-Film echt nett anzuschauen und rettet die „Grafik“-Wertung.

Felix Gelpke

Verfügbarkeit

Das Spiel ist mittlerweile vergriffen.

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