Mutant Storm

Okay, kommen wir direkt zum Fazit: Ich liebe dieses Spiel! Wirklich. Es macht mir so viel Spaß, dass es mir fast schon peinlich ist. Denn »Mutant Storm« ist simpelst gestrickt. Ein Spiel, bei dem es schlicht darum geht, alles – und in diesem Fall ausnahmslos alles – auf dem Bildschirm abzuballern, was sich bewegt. Yeah! Und das beste daran ist: Es sieht brilliant aus und wird auch nach der x-ten Runde nicht langweilig…

»Mutant Storm« kommt aus dem Hause PomPom, einer kleinen Zwei-Mann-Softwareschmiede, die zuvor lediglich ein Spiel, »Space Tripper«, auf den Markt geworfen – und damit bereits für Furore gesorgt – hat. PomPom machen keinen Hehl aus der Tatsache, dass beide Titel von alten Spielklassikern inspiriert wurden. Im Falle von »Mutant Storm« nennt man als Vorbild »Robotron« und auch »Smash-TV« und damit ein Spiel, dass seinerzeit lange auf meiner Wunschliste stand, aber trotzdem nie in meinen Bestitz gelangt ist – das Leben in der Provinz ist manchmal hart.

Um so besser, dass »Mutant Storm« über das Internet vertrieben wird und ich vor längerer Zeit die Volljährigkeit überschritten habe. Das Spiel lässt sich aufgrund der relativ niedrigen Dateigröße auch per Modem recht komfortabel herunterladen. Somit kann theoretisch jeder das Spiel beziehen, der einen ausreichend schnellen Rechner mit Internetzugang sein Eigen nennt. Und – hurra! – diesmal ist beides bei mir der Fall.

Die Abwicklung des Kaufs des Spiels ist völlig unkompliziert. Idealerweise zahlt man mit Kreditkarte und darf sich dirket im Anschluss seinen Datensatz des Programms herunterladen. An dieser Stelle sei der außergewöhnliche Kundenservice einmal erwähnt – bei PomPom kochen die Chefs noch selbst, und zwar alles… Nach zwei Tagen wurde ich per Mail darüber informiert, dass ein Update kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Auch meine Bitte, mich doch für die Highscore-Liste zu registrieren, wurde vom Chef persönlich bearbeitet – ja, da macht Einkaufen noch Spaß.

Doch zurück zum Spiel: Glaubt es oder nicht, »Mutant Storm« hat eine Story. Demnach spielt das Game auf einem fernen Planeten, dessen pazifistische Bewohner durch einen dunklen, kosmischen Strahl in aggressive Mutanten verwandelt wurden, die nur eins im Sinn haben: killen, killen, killen. Unser Auftrag ist es nun, die Mutanten zu beseitigen, und dies tun wir, indem wir uns in ein kleines Gefährt setzen und mit scharfer Munition auf die umherwuselnden Mutanten ballern.

Vom besagten Planeten erkennt man auf dem Bildschirm dann allerdings nichts mehr. Von oben blicken wir auf eine Art Arena, deren transparenter Boden den Blick in ein von wabernden geometrischen Elementen und Formen oder Nebeln gefülltes Nichts freigibt. Innerhalb dieser Arena ist euer kleines Schiffchen platziert, bald schon tauchen die ersten Gegner auf, die kurz darauf von euch beseitigt werden.

Die Steuerung des Spiels ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Leute mit Gamepad – am besten ein solches mit zwei analogen Sticks – sind eindeutig im Vorteil, auch wenn sich das Spiel mit der Tastatur nach kurzer Zeit einigermaßen in den Griff kriegen lässt. Schussrichtung und Bewegung werden separat voneinander gesteuert, so könnt ihr beispielsweise nach rechts steuern und gleichzeitig nach oben, unten, links oder aber auch rechts feuern.

Während euch in den ersten Levels zunächst nur die recht ungewöhnliche Steuerung zu schaffen machen wird, werdet ihr die Vorteile dieser Steuerung in den späteren Levels zu schätzen lernen. In denen wimmelt es nur so von Gegenern, und bald wird es – trotz Steuerung – so eng, dass ihr unweigerlich in Probleme geraten werdet. Als letzter Rettungsanker hilft hier nur noch die »Smart-Bomb«, die in einer riesigen Explosion alles in unmittelbarer Umgebung eures Schiffes vernichtet. Das Tolle daran: Euer Leben ist – zunächst – gerettet, der Nachteil: Ihr habt nur drei »Smart-Bombs« in Reserve, und lediglich alle zehn Level bekommt ihr eine neue Bombe spendiert, außerdem bringen euch alle Mutanten, die bei einer solchen Explosion hops gehen, keine Punkte ein.

Doch wie gesagt: Die »Smart-Bomb« ist lediglich der letzte Rettungsanker. Bis dahin steht die Chance, eines der gelegentlich erscheinenden Power-Ups aufzulesen, recht gut. Diese spendieren euch entweder einen kleinen Schuss Bonus-Punkte, oder aber sie statten euer Schiff mit aktiven oder passiven Extra-Waffen aus. Hierzu zählen zwei verschiedene Schutzschild-Arten und verschiedene Waffensysteme wie Laser oder Zielsuchraketen. Insbesondere die aktiven Waffensysteme gehen jedoch so schnell, wie sie gekommen sind, nach ein paar Sekunden müsst ihr euch wieder mit der Standard-Waffe der Gegner erwehren.

Euer Motiv ist dabei ganz klar: Primär geht es darum, immer mehr Punkte zu sammeln, eine Highscore-Liste mit über zwanzig Einträgen wird durch das Spiel nach jeder Runde auf dem neuesten Stand gehalten. Als weiteren Anreiz gibt es eine Online-Highscore-Liste, die ihr über das Hauptmenü des Spiels einsehen könnt und in die ihr euch, nach einer Registrierung, auch eintragen könnt – sofern euer Score ausreicht. Als ob das noch nicht genug wäre, hat sich PomPom das »Gürtel-System« einfallen lassen. Dieses System basiert auf dem Farbcode, den wir aus verschiedenen Kampfsportarten kennen, ihr beginnt mit dem weißen Gürtel, am Ende steht der schwarze Gürtel. Ihr steigt in der Hierarchie auf, sobald ihr es geschafft habt, den Prozentzähler unten links im Bild auf einhundert Prozent zu treiben. Je höher dieser Prozentwert steigt, desto schwerer wird das Spiel. Verliert ihr ein Leben, wird der Zähler etwas nach unten gesetzt. Nach jedem absolviertem Level wandert der durch den Zähler angegebene Wert etwas weiter nach oben. Schafft ihr es, den letzten Level (Nummer 89) mit einem höheren als eurem Startgürtel zu beenden, regnet es fette Bonuspunkte. Außerdem könnt ihr euch gewiss sein, mit jedem Gürtel, den ihr aufgestiegen seid, eine echt schwierige Aufgabe gemeistert zu haben.

Der Schwierigkeitsgrad ist fordernd und steigt stetig an – auch ohne das Gürtelsystem. Abwechslungsreich ist das Level- und Gegnerdesign. Die Gegner sind vielfältig, sie reichen von eher mechanisch aussehenden kleinen Krabbeltierchen hin zu größeren, organisch anmutenden, quallenartigen Objekten. Jeder Gegner verhält sich anders, einige mutieren sogar im Verlauf eines Levels zu noch gefärlicheren Varianten. Die Art und Weise, wie die Gegner miteinander kombiniert werden, ist in jedem Level unterschiedlich. Deswegen erfordert jeder Level eine andere Vorgehensweise. Keine Angst: »Mutant Storm« ist nun wirklich kein Spiel, bei dem es auf’s Denken ankommt. Dennoch ist ein gewisser Lerneffekt bei der Meisterung der verschiedenen Level nicht von der Hand zu weisen. Besonders wenn ihr auf das Aufsteigen in der Gürtelhierarchie scharf seid, kann es nicht schaden, wenn ihr die Level absolut effizient und schnell meistert.

»Mutant Storm« bietet sogar einen Zwei-Spieler-Modus. Zwar ist dieser (noch?) nicht Netzwerkfähig und darüber hinaus in der Beta-Phase, aber dennoch reicht er aus, um sich mit einem Kumpel in einen recht ambivalenten Zweikampf zu begeben: Einerseits sitzen beide Spieler im selben Boot, andererseits müssen sie gegeneinander um die Punkte und die Gürtel kämpfen… Das Potenzial für erbitterte Zweikämpfe ist jedenfalls vorhanden.

Als aus dem Internet herunterzuladendes Spiel bringt »Mutant Storm« natürlich keine gedruckte Anleitung mit, dafür wird eine recht umfangreiche HTML-Anleitung mitgeliefert, nach deren gründlicher Lektüre eigentlich keine weiteren Fragen mehr offen bleiben sollten. Für den Fall, dass dem dennoch so sein sollte, kann man sich natürlich an den technischen Support PomPoms richten, oder aber seine Frage in den GarageGames.com-Foren posten.

Zu der Grafik habe ich ja bereits eingangs einige Worte verloren, dennoch sei es hier nocheinmal erwähnt: »Mutant Storm« ist ein wirklich irrer Trip. Ständig flimmert und flackert irgendwas irgendwo auf dem Bildschirm, im Hintergrund wabern Farbverläufe, die Kamera schwenkt hin unf her oder zoomt ein und aus, kurz: der gesamte Bildschirm ist ständig in Bewegung.

Da keine Musik mitgeliefert wird, lässt sich das Ganze nach eigenem Gusto per iTunes mit Lala untermalen – was dem Spiel in keinster Weise schadet.

Einen kleinen Kritikpunkt bieten meines Erachtens die Soundeffekte. Man versucht hier bewusst, »retro« zu klingen. Partiell gelingt dies und kommt auch recht charmant rüber, leider hat dies aber auch zur Konsequenz, dass besonders größere Explosionen durch die etwas drucklosen SFX entwertet werden.

Fazit:

»Mutant Storm« ist ein Spiel, dem ein Rezept zu Grunde liegt, das verfasst wurde, als Videospiele noch primär das Ziel verfolgten, den Leuten in den Spielhallen möglichst schnell das Geld aus der Tasche zu ziehen. »Mutant Storm« spielt sich entsprechend schnell und hektisch – bereits nach kurzer Zeit macht es süchtig. Fast wie ein Rausch. Das Lösen eines Levels ist eine Sache von nicht mal einer Minute. Wer den Charme der alten Ballerklassiker mochte oder kennenlernen möchte, kommt an »Mutant Storm« eigentlich nicht vorbei. Wer sich unsicher ist, sollte sich zumindest die Demo herunterladen, er wird recht schnell merken, ob er das Spiel mag oder nicht. Mein perönliches Fazit konnte nach dem Spielen der Demo nur lauten: Kaufen!

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel bei PomPom Games.

Screenshots (klicken für mehr)

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