Myth: Kreuzzug ins Ungewisse

„Myth – Kreuzzug ins Ungewisse“ (englischer Originaltitel: „The Fallen Lords“) spielt in einer klassischen „Herr der Ringe“-Fantasy-Welt. Jahrzehntelang herrschte Frieden im Land der Menschen und deren Verbündeten, als die Armee der Dunkelheit Angst und Schrecken verbreitend unter der Führung der „Fallen Lords“ tief in die Gebiete des Westen hereinbrachen.

Doch mit einer an Zahl weit unterlegenen (wie man vor allem in den höheren Schwierigkeitsstufen feststellt) Armee von Soldaten, Schwertkämpfern, Bogenschützen, Zwergen, Medizinmännern und sonstigen Gesellen wird begonnen, die dunklen Mächten zurückzuschlagen.

Schon beim Intro kommt bei mir der Wunsch hoch, mich zurückzulehnen und mich in eine Welt entführen zu lassen, wie sie nie existiert hat. Aber halt – ich spiele da ja irgendwie mit, also starten wir einmal das Tutorial, und der Trainer erzählt mir, dass die Kamaraführung besonders wichtig für Myth sei, und er gratuliert mir, als ich die Kamara nach rechts und links bewegen kann (im hektischen Gefecht lobt mich keiner mehr), genauso wenn ich mit den Zwergen Puppen in die Luft sprenge. Das Tutorial reicht aber großteils aus, damit kann man sich die Bedinungsanleitung sparen und erst nach ein paar Levels mal nachschauen, was man noch so alles tun kann.

Aber jetzt los ins erste Level, es beginnt damit, dass man im Tagebuchstil erzählt bekommt, wie es gerade um die eigene Truppe bestellt ist und welche Aufgaben bevor stehen, dazu gibt es noch Musik, die einem unter die Haut geht.

Eigentlich handelt sich bei Myth um ein typisches Echtzeit-Strategiespiel wie etwa „Warcraft“ oder „Command & Conquer“, nur ohne den zeitaufwendigen Aufbau von Gebäuden, welches einem nach dem dritten Level sowiso auf den Wecker geht. Also besser gesagt ist Myth eine Kampfsimulation, in der es auf Taktik ankommt, nicht auf blindes Angreifen, denn das endet meist beim Neustart des Levels. Es dauert einige Zeit, bis man die Vorzüge der einzelnen Einheiten herausgefunden hat und vor allem, wie man sie am besten gegen welche Feinde einsetzt. Die angrifflustigen Zwerge bekommt man dabei nie so ganz in den Griff – sobald man sie einmal im Gefechtsgetümmel vergessen hat, sprengen sie gleich die eigenen Leute mit in die Luft, wofür sie sich immerhin entschuldigen – welch ein Trost.

Man muss auch nicht immer alle Gegner vernichten, sondern der Handlung der Geschichte folgend mal einen Medizinmann sicher durch den Wald geleiten, den König befreien oder ein Artefakt finden.

Myth weist einige nette Features auf, die die Langeweile in Grenzen halten, etwa die Bestätigung der erteilten Befehle, Regen- und Schneefall (bei solchen Bodenverhältnissen explodieren die Molotowcocktails der Zwerge übrigens auch nicht immer), zwitschernde Vögel, Filmsequenzen im Zeichentrickstil nach jedem dritten oder vierten Level.

Die fünfundzwanzig Missionen nehmen schon einige Zeit in Anspruch, aber wenn man einmal komplett durch ist, stellt sich die Frage „Was nun? Noch mal von vorne, eine Schwierigkeitsstufe höher?“. Aber zum Glück gibt es ja zahlreiche Maps bei The Mill zum Herunterladen, einen zweiten Teil („Myth II – Soulblighter“) sowie die Option, Myth im Netz zu spielen.

Die Kamaraführung ist etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem in Kampfsequenzen etwas mühsam, aber die wichtigsten Steuerungen (vor-zurück, rechts-links) lassen sich zügig mit der Maus erledigen. Was abgeht sind nützliche Hints zum Lösen der Levels. Doch dafür gibt es Utilities, etwa „Game Doctor“ oder das „Codebook“, die diese Lösungen bereitstellen.

Bei mir sind keine wie auch immer gearteten Probleme aufgetreten, im Netzwerk fehlt mir die Erfahrung. Jeder beliebige G3 sollte mit Myth spielend klar kommen, auch etwas ältere PowerMacs können es spielen. Zwecks Spielspaß sollte eine 3D-Karte vorhanden sein.

Fazit:

Diese bei Erscheinen neuartige Umsetzung der Echtzeit-Simulation ist absolut gelungen. Sowohl für Einsteiger dieser Kategorie, die das lange Aufbauen von Gebäuden bisher abschreckte, als auch für Liebhaber dieser Art Spiele tut sich ein völlig neuer und unerwarteter Spielspaß auf, nur leider viel zu kurz, da die Zeit wie im Fluge vergeht.

„Myth – Kreuzzug ins Ungewisse“ wird im Moment häufig im Bundle mit seinem zweiten Teil „Myth II – Soulblighter“ zu einem recht günstigen Preis angeboten. Nach Möglichkeit sollte meiner Ansicht nach allerdings auf die englische Version zurückgegriffen werden, da der Erzähler dort einfach besser ist.

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel gelegentlich im macinplay-Shop.

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