Pangea Arcade

Kann man den Spielspaß einer vergangenen Ära, dem Beginn der Computerspiele an sich, einfangen und ›zurück‹ in die Gegenwart katapultieren? Genau diese Frage stellte sich Pangea, bekannt durch innovative, kurzweilige, kleinere Spiele wie Nanosaur oder Enigmo. Dies scheint im Trend der Zeit zu liegen, als dass sich im Schatten der immer aufwendiger werdenden großen Titel auch ein zunehmender Bedarf an ›simpleren‹, aber ansprechenden Spielen zeigt.

Ein Spiel das drei ist. In der »Pangea Arcade« finden sich drei Spiele enthalten Firefall, Warheads und Nucleus. Wie gesagt, ist die Arcade ein Remake von drei Klassikern der Videospielgeschichte. Die von Atari entwickelten Spiele Centipede, Missile Command und Asteroids, die 1979/80 noch als richtige Konsolenspiele, später dann in zahlreichen Ports auch die verschiedenen Computerplattformen erreichten, bilden das geistige Erbe, auf dem Pangea neu aufbaute. Die Konzepte und Ideen der einzelnen Spiele wurden hierbei sorgsam behandelt, die eigentliche Arbeit der Atmosphäre gewidmet, dem sogenannten Eye Candy (und das ist es wirklich), aber auch die passende musikalische Untermalung kam nicht zu knapp.

Aber da wir nicht von euch erwarten, das ihr in historischer Zeit schon aktiv gezockt habt, gibt es hier eine kleine Zusammenfassung von dem was euch erwartet:

Firefall

Das wohl am einfachsten angelegte, erstaunlicherweise aber auch am schwierigsten zu Beschreibende der drei Spiele. Kurz gesagt, in einem Labyrinth runder Barrieren bewegt sich ein mehrgliedriger ›Wurm‹ (der Blick auf das Original verrät das es sich mutmaßlich um einen abstrakten Tausendfüßler handeln soll). Unsere Aufgabe ist, ihn aus unserem Schiff, dass sich bedauerlicherweise nur in den untersten Zeilen des Bildschirms bewegen kann, abzuschießen und uns der sonstigen Wiedrigkeiten in Form von oben herunterfallenden Raketen oder mysteriösen blauen Kugeln zu erwehren. Allerdings zerstört jeder Treffer nur ein Segment des Wurms. Bei Erfolg bewegt sich der Bildschirm weiter und der nächste Wurm taucht auf.

Warheads

Mein persönliches Lieblingsspiel. Auf einem kleinen Planeten befindet sich unsere in vier Sektoren unterteilte Basis, die abwechselnd vom unsichtbaren Gegner unter Beschuss genommen wird. Die Mission: Die feindlichen Geschosse mit den Abfangraketen aus einer der drei Abwehrstellungen aufhalten – und aufhalten ist alles was möglich ist, früher oder später erwischen sie uns, doch wie lange halten wir durch? Hier beeindruckt die Grafik besonders – ich erwische mich dabei wie ich die Raketen einfach ins Ziel sausen lasse nur um das Panorama zu genießen.

Nucleus

Hier manövriert man mit seinem Schiff durch den Weltraum – umgeben von Asteroiden und zunehmend mehr Hindernissen wie Kometen, jagen wir Elektronen nach, die es zu einem ›Nucleus‹ zu bringen gilt. Wir arbeiten uns durch das Periodensystem durch, denn nachdem die erforderliche Anzahl Elektronen sicher zum Nucleus gebracht wurde, kollabiert dieser zu einem kleinen schwarzen Loch und es geht zum nächsten. Beeindruckend ist hierbei die Physik, dank der die umhertreibenden Bruchstücke realistisch anmutend kollidieren, und dank der das schwarze Loch die Flugbahn von Schiff und Kometen beeinflusst.

Wie bei allen Arcade-Spielen gilt es natürlich sein Fortkommen durch Einsammeln von diversen Upgrades und Boni zu verbessern.

Etwas technischer betrachtet: Das Spiel fällt durch seine, für ein Spiel dieses Kalibers, relativ niedrigen Systemvoraussetzungen positiv auf. Erfreulicherweise beschreiben die genannten Systemvoraussetzungen des Herstellers keinen Rechner, auf dem es grade noch geht, sondern ein System, auf dem bereits das Optimimum gut möglich ist. Auch auf schwächeren Systemen, wie z.B. einem Mac mini der ersten Generation mit einer 32 MB VRAM Karte, lässt sich das Spiel (mit entsprechenden Einbußen) noch gut spielen. Beim Test führte lediglich ein G3 zum Absturz, aber probiert es selbst aus. Denn hier liegt der Reiz. Das Spiel richtet sich nicht an den überzeugten Computerspieler, sondern auch an Leute die einfach mal nur zehn Minuten Pause während der Arbeit brauchen. Entsprechend sind die Ansprüche, bei großer Wirkung, recht moderat.

In Tradition der Pangea-Spiele, wird eine 3D-Brille unterstützt – allerdings mit wechselndem Erfolg. So ist der 3D-Reiz in Firefall nur mäßig, dafür in Warheads und Nucleus wesentlich ausgeprägter.

Fazit:

Lohnt sich der Preis für ein Remake von Spielen, die schon oft geklont wurden und für die es eine ausreichende Anzahl von Freeware-Alternativen gibt? Für Konzepte, die mittlerweile immerhin 26 Jahre alt sind? Auf jeden Fall! Denn Pangea bringt mit der »Pangea Arcade« Klassiker des goldenen Zeitalters der Videospiele in angemessener und würdiger Form in die technischen Möglichkeiten unserer Gegenwart.

Maximilian Gamer

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