Tom Clancy's Rainbow Six: Raven Shield (Preview)

Mit „Raven Shield“ geht der bekannte Taktik-Shooter „Tom Clancy’s Rainbow Six“ in die dritte Runde. Am 16. August 2003 hat Aspyr eine Macintosh-Version angekündigt, die in Deutschland bei Application Systems Heidelberg erscheinen wird, und ich habe mir die PC-Version geschnappt, um zu erfahren, was auf uns am Mac zukommt.

Im Vergleich zu seinen Vorgängern „Rainbow Six“ und „Rogue Spear“ hat sich bei „Raven Shield“ einiges getan. Die Story an sich ist nichts Revolutionäres, es geht darum, einen Faschisten aufzuhalten, der die Welt mit seinem braunen Terror überziehen will. Also kurz – wie in jedem Clancy-Spiel – um die Rettung der Welt.

Was die Story nicht leisten kann, haut der Rest des Spiels dafür wieder raus. Das fängt bei der Grafik an, die ein echtes Schmankerl für die Augen ist – setzt sie doch auf die aktuelle Unreal-Engine auf – und die die fünfzehn verschiedenen Missionen in ein passenden Licht rückt. Die einzelnen Missionen erstrecken sich von einer Ölraffinerie über Winterlandschaften in der Schweiz bis hin zu Luxusvillen auf den Cayman-Islands. Das einzige, was man hier vermisst, ist das klassische Flugzeug-Szenario, das es schon in „Rogue Spear“ gab. Ein weiterer kleiner Wehrmutstropfen ist, dass einige Missionen an den gleichen Orten stattfinden, jedoch unter anderen Umständen.

Am Interface wird, so lässt die PC-Version vermuten, gegenüber den vorherigen Versionen des Spiels einiges verändert. So kann man seinen Teamkameraden mit wenigen Mausklicks sagen, wo sie hinlaufen sollen, was sich jedoch auf den sichtbaren Bereich beschränkt. Zusätzlich haben die Programmierer die Möglichkeit gestrichen, seinen Leuten zu befehlen, in die Rundumsicherung zu gehen oder eine bestimmten Bereich abzudecken, was aber nicht schlimm ist, da die KI das jetzt von alleine macht. Bleibt man kurz stehen, geht der Rest des Teams in die Hocke und deckt 360° ab, sofern das möglich ist, um nicht von den Gegnern ausgeschaltet zu werden. Denn diese machen teilweise den Eindruck, als wären sie die besten Schützen der Welt und würden einem gerne mal im Bruchteil einer Sekunde einen Kopfschuss aus größerer Entfernung verpassen. Dem kann man jedoch mit der richtigen Waffenauswahl etwas vorbeugen, und die ist bei „Rainbow Six“ schon immer umfangreich gewesen. Hier gibt es alles, von Maschinenpistolen, Sturmgewehren, Schrotflinten über Scharfschützengewehre bis hin zu Maschinengewehren, auch wenn mir der Zweck letzterer verborgen bleibt, da sie taktisch im Spiel nicht zu gebrauchen sind. (Wieder einmal scheint die deutsche Waffenschmiede Heckler & Koch der Haus- und Hoflieferant des Rainbow-Teams zu sein, da der größte Teil der Arsenals aus deren Produktion stammt.)

Neu hinzugekommen ist die Möglichkeit, seine Waffen mit kleinen Upgrades wie größeren Magazinen, Zielvisieren oder Schalldämpfern auszustatten. Diese werden dann direkt auf die Waffenmodels im Spiel übertragen, und hier gibt es ein echtes Novum für die Rainbow-Serie: Man kann aus der First-Person-Perspektive seine eigene Waffe sehen. Die Entwickler haben anscheinend großen Wert auf Details gelegt, so bleibt zum Beispiel der Verschluss der G36 hinten eingerastet, sobald das Magazin leer ist.

Ein weiteres schönes Detail ist, dass man jetzt analog regeln kann, wie weit eine Tür geöffnet werden soll, wie weit man sich ducken will oder wie sehr man sich um die Ecke lehnen möchte. Nutzt man diese Neuerung sinnvoll, kann man sich einigen Ärger mit dem Gegner ersparen.

Was jedoch den Spielspass etwas trübt, ist die fehlende Möglichkeit, aus dem Spiel heraus noch Planungsanweisungen für andere Teams zu geben und das Geschehen etwas zu koordinieren, um flexibler auf neue Situationen reagieren zu können. Das würde zwar etwas die Geschwindigkeit aus dem Spiel nehmen, aber für die Perfektionisten wäre es die Gelegenheit!

Sehr nützliches neues Feature für den Multiplayer-Mode ist die interaktive Karte. Hier kann man eine 3D-Ansicht der Map von oben sehen und kann darauf rummalen und taktische Symbole einfügen. Alles, was man da ändert, kann auch der Mitspieler sehen und so kann man seine Abläufe im Vergleich zu früher wesentlich besser koordinieren, als man noch auf ellenlange Texte angewiesen war, um klarzumachen, was man vorhat.

Fazit:

Die vorläufigen minimalen Systemvoraussetzungen verlangen mindestens nach einem G4 mit 733 MHz und Mac OS X 10.2, 256 MB RAM, 1,7 GB freiem Festplattenplatz und einer Radeon oder GeForce-Grafikkarte mit 32 MB VRAM. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, dem steht mit „Raven Shield“ ein klasse Spiel ins Haus, das für alle Freunde der Rainbow-Reihe ein absolutes Muss ist und für Fans von taktischen First-Person-Shootern sicherlich mehr als nur einen Blick wert ist.

Maximilian Bobzien

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel gelegentlich im macinplay-Shop.

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