Tomb Raider IV: The Last Revelation

Die 16-jährige Lara Croft begleitet den älteren Werner von Croy bei der Suche nach einem geheimnisvollen Artefakt in Ägypten. Durch diese verlockt, tritt er in eine Falle. Die junge Lara, die an diesem Unterfangen sowieso ihre Zweifel hatte, kann ihm nicht mehr zu Hilfe eilen und schafft es nur knapp, ihre eigene Haut zu retten.

Fünfzehn Jahre später ist die Archäologin erneut in Ägypten unterwegs. Sie begeht einen verhängnisvollen Fehler, indem sie ein magisches Amulett entwendet, und so den bösartigen Rachegott Seth auf die Erde zurückbringt. Den begangen Fehler gilt es nun wieder auszubügeln, indem Lara den Gott Horus herbeiruft und mit ihm Seth ein für alle mal zu bezwingen versucht.

Nachdem ich das Spiel gestartet habe, und im angenehm gestylten Startscreen auf „Neues Spiel“ geklickt habe, werde ich sogleich mit einer schönen Filmsequenz überrascht. Dann noch ein kurzer Lade-Bildschirm und Laras viertes Abenteuer kann beginnen. Die deutsche Version wurde übrigens von Application Systems Heidelberg realisiert.

Die schon relativ alte Spielidee, die seit Tomb Raider 1 viele Anhänger hat, wurde auch im vierten Teil nicht groß verändert. Es gilt weiterhin Rätsel zu lösen, Untoten den Garaus zu machen und ab und zu schön animierte Filmsequenzen zu genießen. Die Rätsel sind leider nicht sehr originell gelungen. Sie sind unlogisch und lassen sich meistens nur lösen, indem man ausprobiert, bis man das Prinzip des jeweiligen Rätsels durchschaut. Zum Beispiel muss man Hebel umlegen, in einer bestimmten Reihenfolge über Symbole springen, Statuen versetzen oder Artefakte und andere Gegenstände in eine Öffnung einsetzen.

Gegen die nur spärlich gesähten Gegner kann sich Lara nun zusätzlich zu ihren beiden 9mm Pistolen mit einem Revolver mit Laser-Visier, Uzis, Schrot, einer Desert-Eagle, einem Granatwerfer und einer Armbrust verteidigen. Zu ihren Gegnern gehören zum Beispiel Skelette, Skorpione, Hunde oder Elementargeister. Natürlich ist Lara nicht nur zu Fuß unterwegs. Zu ihren Fortbewegunsmitteln gehört ein Motorrad mit Beiwagen, ein Jeep und ein Zug.

Das neue Inventar-System ist sehr gelungen. Hier findet man Waffen, Medi-Kits, Artefakte, Laras Tagebuch und eine Karte mit Hinweisen und Tricks. Im Gegensatz zum alten Inventar aus Tomb Raider 3 kann man nun gleich neben den oben beschriebenen Objekten Speichern und Sichern.

Die Spielgrafik, die mit OpenGL gerendert wird, sieht einfach spitze aus. Die neue Grafik-Engine ermöglicht zudem den fliessenden Übergang zwischen Spielsequenzen und Übergangszenen. Lara wurde neu modelliert und bewegt sich nun mit ca. 200 Polygonen geschmeidiger als in den letzten drei Teilen. Zudem gibt es neue Lichteffekte, die man zum Beispiel an den Fackeln sieht. Die Kameraführung, welche in allen Tomb Raider Teilen noch nie so richtig begeistern konnte, wurde auch in TR: TLR nicht groß verändert. Es ist schon vorgekommen, dass Lara von einem Bluthund angefallen wurde und die Kamera an einen völlig anderen Ort zeigte. Auch nicht verbessert wurde die ziemlich miese Kollisionsabfrage. Lara verschwindet des Öfteren in Wänden oder Toren.

Die Musik ist in alter Tomb Raider Manier: stimmungs- und geheimnisvoll. Die Lautstärke lässt sich im Options-Menu per Pegel anpassen.

Bis man TR: TLR durchgespielt hat, gilt es um die 40 Levels zu durchwandern, viele Gegner zu erledigen und unzählige Rätsel zu lösen. Da man immer wieder Erfolgserlebnisse hat, motiviert TLR über längere Zeit, da man immer weiter kommen möchte. Nur schade, dass sich TR: TLR nicht durch Zusatz-Levels aus dem Internet erweitern lässt.

Das Handbuch ist zwar informativ was das Spielen selber anbelangt (man findet alles über die Spielsteuerung. Zum Beispiel wie man einen Jeep steuert oder an einem Tau hangelt), allerdings sucht man vergebens technische Hilfe und eine Installations-Anleitung für totale Anfänger.

Die Steuerung ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Wenn Lara läuft und man springen will, wird der Befehl oft erst etwa eine Sekunde später ausgeführt.

TR: TLR ist auf meinem iMac kein einziges Mal abgestürzt. In Sachen Stabilität gibt es absolut nichts zu bemängeln. Allerdings ist ein Update erschienen, das diverse Bugs in der Grafikdarstellung mit OpenGL behebt. Zu bemängeln sind allenfalls die erwähnten Clipping-Probleme, wenn Laras hübsches Bein mal wieder halb in einer Wand steckt.

Die Hardwareanforderungen sind ziemlich moderat gehalten. Je schneller und neuer die 3D-Karte im Rechner jedoch ist, desto flüssiger lässt sich das Spiel spielen.

Fazit:

Für alle Tomb Raider Fans ist The Last Revelation ein echter Leckerbissen. Wer gerne rätselt und im alten Ägypten rumschnüffelt ist ebenfalls gut bedient. Leute, die viel Action erwarten, werden allerdings enttäuscht sein. Alles in allem ein spannendes, kniffliges Abenteuerspiel, das wirklich kaufenswert ist. Eine Demo-Version findet sich bei Application Systems Heidelberg.

Luca Urech

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel im macinplay-Shop.

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