Wingnuts: Temporal Navigator

Wingnuts ist ein klassisches Arcade-Spiel, in dem der Spieler gegen einen finsteren Fiesling antritt und Level für Level nach ihm durchkämmt, um in guter Heldenmanier die Erde von diesem Schurken zu befreien. Der Finsterling ist diesmal Baron von Schtopwatch, der von der Welt 100 Milliarden Dollar in bar fordert, denn andernfalls werde er seine Temporal Robotic Airforce auf die Menschheit loslassen. Seine – was? Hier geht’s los mit den Witzen, Mätzchen und Anspielungen. Das schöne englische Wort „temporal“ kann sowohl „zeitlich“ als auch „weltlich“ bedeuten, und beides ist gefragt: Der Herr Baron hat erstens einen grauenhaften deutschen Akzent wenn er Englisch spricht, und zweitens ein „zeitlich/weltliches Sieb“ („Temporal Sifter“), das es ihm ermöglicht, Flugzeuge aus der Vergangenheit zu stehlen.

Und das ist der Zeitpunkt, an dem der Held des Spiels eingreift: du. Dein Job ist es, dem finsteren Baron Einhalt zu gebieten. Glücklicherweise bist du gerade in der Nähe, nämlich stationiert auf dem Flugzeugträger USS Flotsam, der im Bermuda-Dreieck kreuzt, und dort bist du nicht alleine, sondern gemeinsam unterwegs mit anderen Piloten, Wissenschaftlern und Lehrern für lateinamerikanische Tänze. Das Spiel nimmt sich glücklicherweise selbst nicht ganz ernst.

Dein Jet hebt direkt nach Beendigung deiner Rhumba-Stunde ab, und du bekommst es zu tun mit einer großen Zahl von Kampfflugzeugen aus der Zeit von vor dem Ersten Weltkrieg. Das ist natürlich kein großes Hindernis, denn diese alten Flieger sind vollkommen chancenlos gegen dich. Außerdem findest du eine Anzahl Power-Ups, die an Fallschirmen herumschweben. Da gibt es Waffen-Upgrades, Raketen, Schild-Erneuerer, Treibstoff-Ergänzungen, ganze neue Jets und so weiter. Auch Bonuspunkte finden sich hier. Einsammeln kann man diese niemals zu Boden sinkenden Treibschirme durch simples Kollidieren mit ihnen. Apropos Kollidieren: Wenn du mit anderen Flugzeugen zusammenstößt, wummst das mächtig und macht dir deinen schönen Jet kaputt… Und wenn du mit den Geschossen der Gegner kollidierst, dann ist das auch nicht gut für deinen Auftrag. Und du musst dich beeilen mit der Erfüllung des Auftrags, denn der Baron ist zwar ein Psychopath, aber nicht dämlich: Natürlich ahnt er, dass er sich mit seinem Sieb nicht nur Flugzeuge der Vergangenheit aus den Wirbeln der Zeit fischen kann, sondern auch modernere oder gar welche aus der Zukunft!

Der erste Level ist schnell bereinigt. Kaum sind sämtliche Roboterflugzeuge des bösen Barons besiegt (der immer mal wieder von sich hören lässt mit seinem schauerlichen Akzent: „Wot’s a Wingnat aniwäi?“ – Hier, lieber Baron, die Aufklärung: Eine „wingnut“ ist eine „Flügelmutter“. Was das allerdings mit dem Spiel zu tun hat, ist mir nicht ganz klar…), kommt auch schon der Boss des ersten Levels – ein Riesenflugzeug, langsam und träge, aber schwer gepanzert und stark bewaffnet. Schaffst du es, auch diesen Boss zu zerstören, gelangst du in Level 2 – dort findest du dann Flugzeuge aus der Zeit um 1916 als Gegner. In Level 3 sind es dann noch neuere, und so geht das fort, bis in Level 30, wo unglaubliche Waffensysteme den Himmel beherrschen. Doch nicht nur, dass die fliegenden Gegner permanent stärker, schneller und besser bewaffnet werden – ziemlich schnell bekommst du es auch mit bodengebundenen Gegnern zu tun, mit Schiffen oder Basen auf den verstreuten Inseln, die es per gezieltem Bombenwurf zu zerstören gilt.

Übrigens taucht nicht nur der Baron gelegentlich in der rechten oberen Ecke auf, sondern auch eine deiner Kameradinnen, die oftmals zu spät einen hilfreichen Tipp geben will: „Watch out…! Oh, never mind…“ kommt gelegentlich, wenn dein Fluggerät gerade zerschossen ins Meer gestürzt ist und du dich automatisch rechtzeitig mit dem Fallschirm hast retten können. Doch auch auf den rettenden Tankjet weist sie dich mit ihrer ausgesprochen freundlichen Stimme hin. Den Tanker musst du dann ansteuern und dich direkt hinter ihn begeben – sodann wird dein Sprit wieder aufgefüllt. Benötigst du den Tanker nicht, gibt es darauf einen Bonus.

Übrigens: Wenn du abgeschossen wirst, startest du erneut mit einem der verbliebenen Flugzeuge von deinem Träger. Leider sind jetzt sämtliche Waffen-Power-Ups verschwunden. Erst einen Level höher hast du wieder die Chance, dir durch neuerliche Suche nach Fallschirmen eine bessere Bewaffnung zuzulegen. Natürlich ist auch bei jedem höheren Level die Grundausstattung deines Gefährts verbessert.

Störend aufgefallen ist mir beim Spielen unter Mac OS X mehrfach, dass die Grafik anfängt zu ruckeln – und das bei einem 2D-Aufsichts-Arcade-Shooter, der auf einem G4 mit 533 MHz läuft und auf eine GeForce 2 MX-Karte zurückgreifen kann. Das Ruckeln ist auch nicht ganz zu lokalisieren, mal tritt es auf, mal nicht – muss damit zusammenhängen, was im Hintergrund passiert (etwa E-Mail-Abruf etc.). Unter Mac OS 9 ist mir das nicht aufgefallen, aber ich habe vornehmlich unter X gespielt. Und wo wir gerade bei der Grafik sind: Sehr schön gelungen sind die Partikeleffekte und das Explodieren der Fluggefährte (alles OpenGL, daher ist eine OpenGL-fähige Grafikkarte auch von Nöten. Testweise habe ich Wingnuts auf einem Powerbook mit 400 MHz gespielt – da knickt die Framerate sekundenlang massiv ein, wenn man mal einen Boss erledigt hat…).

Damit du auch mal Luft holen und dir den Schweiß von den Fingern wischen kannst, ermöglichen dir die Programmierer des Spiels dankenswerterweise jederzeit, den Spielstand zu sichern und später weiterzuspielen. Natürlich kannst du deinen Namen dann auch in eine Hall of Fame eintragen (vorausgesetzt, du hast es geschafft, so viele Punkte zu erringen…).

Unter Mac OS X wird ein Gamepad zum Zeitpunkt dieses Reviews noch nicht vom Spiel erkannt, unter OS 9 allerdings sehr wohl. Dennoch spiele ich das Spiel viel lieber per Tastatur. Ist wohl eine persönliche Geschmackssache – Gamepads sind einfach nicht mein Ding.

Fazit:

Wingnuts ist ein kleines und feines Spiel für die kurze Session zwischendurch. Es macht einen Heidenspaß beim Spielen, denn man merkt, dass die Hersteller einen Heidenspaß beim Herstellen hatten. Die gesprochenen Texte sind witzig und gut zu verstehen. Wer kein Problem damit hat, dass wir Deutschen mal wieder herhalten müssen für den Bösewicht (der nicht einmal sauberes Englisch sprechen kann) und ohnehin ein Faible hat für wenig komplexe Spiele, dem wird Wingnuts gefallen. Bevor man es per Internet-Bestellung kauft sollte man allerdings die Demo angetestet haben.

Verfügbarkeit

Zu haben ist das Spiel kostenlos unter diesem Link.

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