WRadio: Radiowidget in Version 2.0

WRadio ist da. Und zwar in Version 2.0. Zuerst die Fakten: WRadio ist ein Radiowidget, dass sich nach der Installation auf eurem Dashboard ziemlich breit macht. Es empfängt zur Zeit 1.439 Sender, 176 davon sprechen deutsch. Bei einem Grossteil der deutschen Sender zeigt es den gerade gespielten Musiktitel sowie entsprechendes Coverart an und verlinkt auf verschiedene Shops, zu Musikvideos, zur Webseite des Künstlers und zu Playlist.com. Es kostet 4,90 EUR und verrichtet seinen Dienst auf jedem Mac mit mindestens Mac OS X 10.4 und der Quicktimeerweiterung »Flip4mac«. So weit, so gut.

Aber warum sollte ich – oder irgendjemand – 4,90 EUR für ein Radiowidget zahlen, wo doch bereits iTunes eine nicht unerhebliche Zahl an Radiostationen mitbringt und in so ziemlich jedem Büro ein »echtes« Radio steht?

Das Radio ist ein Medium, dem ich ehrlich gesagt nur noch morgens begegne – und zwar dann, wenn um viertel vor sechs der Radiowecker seinen Dienst antritt. Zu allen anderen Zeiten des Tages müssen andere Medien zur Berieselung des vom Alltag geschundenen »Ich« herhalten – vom iPod über iTunes hin zu LastFM und BlipFM. Medien nach meinem Geschmack. iPod und iTunes dudeln die Musik, die ich ihnen zum Fressen vorgeworfen habe, LastFM ist nach monatelanger Pflege soweit, dass ich nur noch selten die Skip-Taste anklicken muss und auch bei BlipFM habe ich nun hingebungsvoll eine Gruppe an DJs zusammengestellt, die in etwa das auflegen, was meinen Ohren schmeichelt.

Doch, merke: Was für mich gilt, muss noch lange nicht für Andere gelten. Zumindest LastFM und BlipFM erfordern vom Nutzer ein nicht zu unterschätzendes Maß an Aktivität, bis sie ihr volles Potential ausspielen können. Und auch iTunes muss in der Regel erst mit »Nahrung« versorgt werden, bevor es zur Berieselung taugt. So ein Radiowidget hat also für alle, denen die Interaktivität von LastFM und dergleichen zu mühsam und das Rippen von CDs zu zeitaufwändig ist, durchaus Relevanz. Außerdem ist Musik bekanntlich nicht alles, und die Option, ohne große Recherche auf 1.439 Sender verschiedener Länder zugreifen zu können, hat auch ihren Reiz.

WRadio macht seinen – zugegebenermaßen nicht allzu komplizierten – Job nicht schlecht. Die Bedienung ist einfach und strukturiert. Die Senderliste wird ohne mein Zutun ständig erweitert, die Sender sind nach Ländern sortiert. Per Dropdownmenü wähle ich zuerst das gewünschte Land und dann einen Sender. Nach ein paar Sekunden ertönt schon das Programm aus den Lautsprechern. Okay, die Benutzeroberfläche ist nicht die schönste und verschwendet viel Platz an die möglichst großflächige Platzierung des WRadio-Logos. Dafür kann das Widget, ähnlich wie iTunes, minimiert werden, so dass es weniger als ein Viertel des Platzes einnimmt. Die Klangqualität hängt natürlich stark von dem ab, was die Radiosender ins Netz streamen, und das ist häufig mehr als bescheiden. Da kann aber WRadio nichts für und deshalb soll dieser Umstand hier nur am Rande erwähnt werden. Die 4,90 EUR sind also gut angelegt.

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0 thoughts on “WRadio: Radiowidget in Version 2.0”

  1. Gero Pflüger says:

    Ich habe es ausprobiert und mir soeben gekauft. Ich höre einfach fürchterlich gerne NDR Info, Deutschlandradio und ähnliche beinahe gänzlich musikfreie Sender mit gehobenen Informationsgehalt. Hier ist alles nur einen Klick entfernt. Und wenn ich dann doch mal Musik hören will, schalte ich eben um auf Radio 21. Ach, das ist noch nicht in der Liste? E-Mail an den Hersteller genügt, und der Sender wird schleunigst hinzugefügt. Cool!

  2. Chris Mack says:

    Auch ich habe WRadio schon lange und wohl auch dieses Update in meiner Zufriedenheit über die Urversion verschlafen. Bin nun völlig schockiert, dass alle Updateversuche und Bemühungen eine aktuelle Version auf meinen Mac mit OS X ML herunterzuladen nur in tote Links laufen und auch der Mac AppStore die Existenz dieses Top-Widgets gewissermaßen leugnet.
    Ebensolches passiert mir mit der von Gero Pflüger genannten Desktop-Version.
    Wo bekomme ich einen würdigen Nachfolger für OSX 10.8.3 und wer kennt die Hintergründe für dieses Desaster?

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